Bedrohte Tierart: Weißstorch | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Bedrohte Tierart: Weißstorch

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde, verursacht durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden, ein starker Bestandrückgang des Weißstorchs beobachtet.
 
© Peter Wernicke
Sein Spitzname „Adebar“ macht ihn zu einem beliebten Symbol: Das Wort bedeutet Glücksbringer, und wahrscheinlich übertrug sich dadurch bis in die heutige Zeit die Volksweisheit, dass der Storch die Babys bringt.

Unter den Zugvögeln gehören sie zweifellos zu den Top-Langstrecken-Fliegern: Bis zu 10.000 Kilometer überwinden die Weißstörche auf dem Weg in ihre warmen Winterquartiere. Damit sie die Reise unbeschadet überstehen, fliegen sie hauptsächlich über Land. So können sie die warmen Winde am besten ausnutzen und im kräftesparenden Segelflug dahingleiten.

Die meisten Weißstörche leben in Europa. Sie brüten am liebsten auf Dächern, Türmen oder hohen Bäumen. Hoch oben errichten sie große Nester. Das Besondere am Storchen-Eigenheim: Jedes Jahr kehren die Störche an genau dasselbe Nest zurück. Trifft sich ein Storchenpaar wieder, nehmen die beiden Partner auch ihre Beziehung wieder auf und widmen sich erneut der Brut.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde, verursacht durch intensive Landwirtschaft und den verstärkten Einsatz von Pestiziden, ein erheblicher Bestandrückgang des Weißstorchs beobachtet. Ende der 80er-Jahre setzte eine beginnende Trendwende mit zunehmenden Bestandszahlen unter anderem in Spanien, Deutschland und Lettland ein. Lebten im Jahr 1934 noch über 9.000 Storchenpaare auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, so wurde 1988 mit weniger als 3.000 Brutpaaren der Tiefpunkt im Bestand erreicht. Mittlerweile leben in Deutschland wieder fast 4.500 Brutpaare. Weltweit ist der Bestand der Art seit 1994 um 39 Prozent auf etwa 230.000 Paare gestiegen.

Die Bestandserholung des Weißstorchs kann nicht als generelles Zeichen für eine dauerhafte Trendwende gewertet werden. Der Bruterfolg der Störche reicht in vielen Regionen nicht aus, um die natürlichen Verluste auszugleichen. Immer noch machen zahlreiche Gefahren dem Weißstorch das Leben schwer. Eine Ursache für die Gefährdung des Weißstorchs liegt in der Zerstörung seiner Lebensräume durch Entwässerung und Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzfläche. Damit wird dem Weißstorch auch die Nahrungsquelle entzogen. Viele Tiere sterben zudem durch Stromschläge oder verletzen sich an Leitungen und Masten. Gefahr droht dem Weißstorch auch während des Zuges und in den Winterquartieren, da Weißstörche in einigen Ländern gejagt werden.

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