Steckbrief: Siamesischer Kampffisch | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Siamesischer Kampffisch

Rein äußerlich gehören die farbenprächtigen Kampffische zu den attraktivsten Fischen. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu typischen Merkmalen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung des Siamesischen Kampffisch.
 
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Typische Merkmale

  • Körperlänge: 6 - 7 cm
  • Lebenserwartung: 1 -2 Jahre, bei guter Pflege 3 Jahre
  • Verbreitung: Südostasien/Thailand, Kambodscha
  • Lebensraum: langsam und mäßig fließende Gewässer, Tümpel und Reisfelder
  • Lebensweise: Männchen sehr unverträglich, Einzelgänger, sonst friedlich
  • pH-Wert: 6 - 8

Systematik

  • Klasse: Fische (Pisces)
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Osphronemidae
  • Gattung: Kampffische (Betta)
  • Art: Siamesischer Kampffisch (Betta splendens)

Aussehen und typische Merkmale

Rein äußerlich gehören die farbenprächtigen Kampffische zu den attraktivsten Fischen. Sie können rot, blau, grün, türkis und schwarz gefärbt sein, außerdem gibt es viele Mischformen. Bei den Männchen sind die Brustflossen sehr lang und schmal, alle anderen sind im Vergleich zum Körper sehr groß und fahnenartig. Außer zur Paarungszeit sind Siamesische Kampffische Einzelgänger. Die Männchen sind untereinander sehr aggressiv und bekämpfen sich im Extremfall bis zum Tod. Dies wurde von den Einheimischen Südostasiens gern für Wettkämpfe ausgenutzt, und die übrig gebliebenen Tiere galten als Statussymbol. Auch heute noch sind Kampffische dort ausgesprochen beliebt und werden in großer Zahl gehandelt.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Weibchen sind ebenfalls prächtig gefärbt, tragen jedoch kleinere Flossen. Das Männchen beginnt in der Mitte seines ca. 20 x 20 cm großen Reviers ein Schaumnest zu bauen und an den Pflanzen zu verankern. Damit signalisiert er seine Fortpflanzungsbereitschaft. Das Weibchen bekommt vertikale, seitliche Laichstreifen. Um Eier und Spermien zum exakt gleichen Zeitpunkt abzugeben und damit die Befruchtung klappt, folgt erst mal ein mehrere Stunden dauerndes Annähern der kurzzeitigen Partner. Synchronschwimmen und Scheinpaarungen gehören dazu. Schließlich kommt es zur Paarung, indem das Männchen das auf dem Rücken liegende Weibchen umschlingt. In einer Art Starre geben beide zitternd ihren Beitrag zur nächsten Generation ab. Die winzigen Eier – 50 bis 300 an der Zahl – sind bei dieser Unterfamilie schwerer als Wasser und fallen auf den Bauch des Webchens und auch herunter.

Das Männchen erwacht als erster aus der Laichstarre und beginnt die Eier einzusammeln, um sie dann ins Schaumnest zu spucken. Sind alle Eier verstaut, übernimmt das Männchen allein die Brutpflege und verjagt das Weibchen. In der gesamten Zeit nimmt das Männchen keine oder nur ganz wenig Nahrung zu sich. Wer also züchten möchte, sollte den werdenden Vater vorher gut füttern. Die Larven schlüpfen nach 1 - 2 Tagen und können zunächst schlecht schwimmen. Sie halten sich daher im Nest auf und zehren von ihrem Dottervorrat. Nach 2 bis 3 Tagen können sie frei schwimmen und verlassen die Kinderstube. Sie können zunächst mit proteinreichem Flockenfutter oder feinem Lebendfutter ernährt werden.

Lebensweise und Verhalten

Siamesische Kampffische mögen warmes, klares Wasser, wobei sie an sonstige Wasserbedingungen keine großen Ansprüche stellen. Außer zur Paarungszeit sind sie Einzelgänger. Männchen gehen grundsätzlich sofort und sehr aggressiv aufeinander los.

Ernährung

Kampffische sind nicht sonderlich wählerisch, sie sind Allesfresser und mögen Insektenlarven, kleine Krebschen und Algen. In menschlicher Obhut ist eine abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter, sowie Flockenfutter und Vitaminen eine gute Grundlage.

Haltung

Kampffische kommen auch in relativ beengten Verhältnissen zurecht, doch die Unterbringung in bevorzugten Bedingungen wirkt sich lebensverlängernd aus. Dazu gehört auch ein Dasein als Einzelgänger. Einzelne Männchen sind zu anderen Fischarten im Allgemeinen friedlich und können in Gesellschaftsaquarien gut gepflegt werden. Allerdings sollten flossenzupfende Arten oder Arten, die ihrerseits große und schleierförmige Flossen tragen, vermieden werden. Letztere könnten als Konkurrenten angesehen und somit bekämpft werden. In geräumigen Aquarien ab 100 cm können ein Paar Siamesische Kampffische oder auch ein Männchen mit zwei Weibchen gepflegt werden.

Hätten Sie's gewusst?

Bei den Labyrinthern werden die Weibchen unmittelbar nach der Paarung aus dem Revier der Männchen vertrieben. Siamesische Kampffisch-Weibchen dagegen helfen oft dabei, die herabgefallenen Eier einzusammeln und in sie im Schaumnest des Männchens zu deponieren.

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