Steckbrief Blasenschnecke | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Blasenschnecke

Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Aussehen, Nachwuchs, Lebensweise, Ernährung und Haltung der Blasenschnecke.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Auch die kleinen Blasenschnecken produzieren eine Schleimspur, um voranzukommen.

Typische Merkmale

  • Körperlänge: bis gut 1 cm
  • Lebenserwartung: unbekannt
  • Verbreitung: nördliche Hemisphäre, Lateinamerika, in Asien eingeschleppt
  • Lebensraum: stehende bis mäßig fließende Gewässer
  • Lebensweise: friedlich, tag- und nachtaktiv
  • pH-Wert:  5,5 - 8,5

Systematik

  • Klasse: Schnecken (Gastroppda)
  • Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
  • Familie: Wasserlungenschnecken (Basommatophora)
  • Gattung: Blasenschnecken (Physidae)
  • Art: Blasenschnecke (Physella heterostropha)

Aussehen und typische Merkmale

Die kleinen Blasenschnecken dürften jedem Aquarianer gut bekannt sein. In gemäßigter Anzahl sind die kleinen Weichtiere recht nützlich, vertilgen sie doch allerhand Futterreste und Algen. Erst auf den zweiten Blick eröffnen sich die interessanten Details der braunen Knirpse. Die glatten, braun gefärbten Gehäuse sind im Gegensatz zu den meisten anderen Schneckenarten linksgewunden. Bei vielen Arten ist das Schneckenhaus einfarbig, andere tragen helle Flecken. Die Färbung der Tiere selbst variiert je nach Art von Dunkel- bis Hellbraun. Der Fuß der Schnecken ist vergleichsweise schmal und läuft am Ende spitz zu. Die Fühler oder Tentakel sind dünn und spitz auslaufend. An der Basis befinden sich die Augen der Weichtiere.

Nachwuchs und Aufzucht

Blasenschnecken sind Zwitter und in der Lage, sich selbst zu befruchten. In der Regel sind jedoch reichlich Artgenossen vorhanden, sodass bei der Paarung entweder die männliche oder die weibliche Rolle übernommen wird. Auch mehrere Individuen können sich gleichzeitig in längeren Ketten fortpflanzen. Anschließend werden zwischen drei und 40 Laichballen vorzugsweise an Pflanzenteilen abgelegt und sich selbst überlassen.

Lebensweise und Verhalten

Die kleinen, unscheinbaren Schnecken gelangen meist zusammen mit Pflanzen ins Aquarium. Sie sind absolut friedlich und dienen einigen Aquarienbewohnern gelegentlich als Nahrung. Sie sind tag- und nachtaktiv und können auch außerhalb des Wassers beobachtet werden. Ihre Kiemen sind zurückgebildet, als Wasserlungenschnecken atmen sie über das gut durchblutete Dach ihrer Mantelhöhle. Sie sind ausgesprochen hart im Nehmen und kommen mit wärmeren sowie kühleren Temperaturen gut zurecht. Selbst belastetes Wasser mit hohen pH-Werten wird noch toleriert.

Ernährung

Eine separate Ernährung der kleinen Blasenschnecken ist nicht erforderlich. Sie ernähren sich von Detritus, Algen, Futterresten, verrottenden Pflanzenteilen und Aas. Kopfüber unter der Wasseroberfläche gleitend, nehmen sie auch die dortigen Partikel und Bakterien auf. Ist ein Überangebot an Nahrung verfügbar, können sich die Tiere explosionsartig vermehren.

Haltung

Meist gelangen die Tiere unbeabsichtigt ins Aquarium. Gezüchtet werden sie, falls Tiere wie Kugelfische oder andere Bewohner regelmäßig Schnecken als Nahrung benötigen. Die Haltung in Aquarien (bzw. Aufzuchtaquarien) ist völlig problemlos. Bei regelmäßiger Überfütterung der Aquarienbewohner vermehren sich nicht nur Algen prächtig, auch die kleinen Schnecken werden bald als Plage empfunden, da sie sich unter diesen Umständen massenhaft vermehren. Eine Bekämpfung der Algen und Schnecken bringt nur vorübergehende Erfolge, hier sind Ursachenforschung und deren Beseitigung gefragt. Häufig ist eine schlechte Wasserqualität durch Überfütterung, zu dichten Tierbesatz und schlechten Pflanzenwuchs Grundlage für die unerwünschten Bedingungen.

Hätten Sie’s gewusst?

Auch die kleinen Blasenschnecken produzieren eine Schleimspur, um voranzukommen. Sie ist fadenartig und erlaubt es den Tieren, auch vertikal an diesem Faden innerhalb des Wassers auf- und abzu„schweben“.

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