Systematik/Abstammung von Eseln | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Systematik/Abstammung von Eseln

Bereits 4.000 Jahre v. Chr. wurden im unteren Niltal im alten Ägypten Esel von Menschen genutzt. In Europa belegen Knochenfunde die Eselhaltung seit dem 8. Jahrhundert v. Chr.
 
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Genutzt wurden und werden auch heute noch Esel als Reit-, Zug- und Lasttiere.

Systematik

  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Unterordnung: Pferdeartige (Hippomorpha)
  • Familie: Pferdeverwandte (Equidae)
  • Gattung: Pferde (Equus)
  • Art: Afrikanischer Wildesel (Equus asinus africanus)
  • Unterart: Hausesel (Equus asinus asinus)

Der "sture" Esel

Als Urform aller heutigen Esel gilt der Afrikanische Wildesel (Equus asinus africanus) mit seinen drei Unterarten Nubischer Wildesel (Equus africanus africanus), Somali-Wildesel (Equus africanus somalicus) und Atlaswildesel (Equus africanus atlanticus). Der Afrikanische Wildesel stellt neben Pferden, Halbeseln, Steppenzebras, Bergzebras und Grevy-Zebras eine der sechs noch lebenden Arten der Gattung Pferd dar. Heute leben Wildesel noch in kleineren Herden, bestehend meist aus Stuten und ihren Fohlen oder aus mehreren jungen Hengsten, im kargen, steinigen Hügelland und in Wüsten Nordostafrikas. Einzeln lebende Tiere sind meist erwachsene Hengste. Da Wildesel nicht wie Pferde oder Zebras in weiten Steppengebieten leben, wo bei drohender Gefahr die wilde Flucht den bestmöglichen Schutz darstellt, reagieren sie eher mit bedächtigem Rückzug oder situationsabhängig auch mit Angriff durch Bisse und Huftritte. Diese Verhaltensweisen zeichnen auch die domestizierten Esel aus, die im Gegensatz zu Pferden eher ruhig, weniger schreckhaft und manchmal auch sprichwörtlich "störrisch wie ein Esel" ihrer Wege gehen.

Vielseitiges Langohr

Genutzt wurden und werden auch heute noch Esel als Reit-, Zug- und Lasttiere. Da sie sehr ausdauernd sind und deutlich länger ohne Futter und Wasser auskommen können als Pferde, sind sie besonders in trockenen, steinigen Gebieten ihren schnelleren Verwandten überlegen. Darüber hinaus wird von ihnen Fleisch (Salami), Leder und sogar Milch gewonnen. Wegen ihres natürlichen Abwehrverhaltens gegenüber Hundeartigen setzt man sie in südlichen Ländern auch zum Schutz von Schaf- und Ziegenherden ein. Hierzulande werden Esel heute fast ausschließlich hobbymäßig als Reit- oder Kutschtier, Spielkamerad für Kinder oder zur Gesellschaft von Pferden und Ponys gehalten. Im Gegensatz zur Pferdezucht gibt es bei Eseln nur wenige definierte Rassen, für die genaue Standards festgelegt sind. Ansonsten unterscheidet man je nach Größe zwischen Zwerg-, Normal- und Groß-Eseln.

Das Eselpferd – der Pferdeesel

Um die Vorteile des Esels mit denen des Pferdes zu verknüpfen, verpaarte man beide miteinander (was zwischen allen sechs Arten der Gattung Pferde problemlos möglich ist). Belege für diese Hybridzucht lassen sich bis in die Antike und den Alten Orient zurückverfolgen. Ist der Vater ein Eselhengst und die Mutter eine Pferdestute, so spricht man vom Maultier. Aus einem Pferdehengst und einer Eselstute dagegen entsteht ein Maulesel. Männliche Maultiere und Maulesel sind immer unfruchtbar, bei weiblichen Tieren kommen ab und zu vermehrungsfähige Individuen vor. Vor allem in Kriegszeiten wurden die großen Maultiere gerne als Tragtiere beim Militär eingesetzt. (Autor: Heike Pankatz)

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