Herkunft von Hühnern | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Herkunft von Hühnern

Alle Rassen der Hühner und Zwerghühner stammen vom wildlebenden Bankivahuhn, Gallus gallus, LINNÉ 1758, ab.
 
Herkunft von Hühnern © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Jeweils vier bis fünf Hennen und ein Hahn bilden die polygame Fortpflanzungsgemeinschaft.
In der zoologischen Systematik steht die Ordnung Hühnervogel (Galliformes) in der Gallus-Gattung. Vom Bankiva-Huhn werden fünf Unterarten aufgeführt: Javanisches Bankivahuhn, G. g. bankiva, Birmensisches Bankivahuhn, G. g. gallus, Vorderindisches oder Murghis Bankivahuhn, G. g. murghi, Tonkin- oder Jabouilleis Bankivahuhn, G. g. jabouillei, Burma Bankivahuhn und G. g. spadiceus. Die übrigen Kammhühner sind: Sonnerat- oder Graues Kammhuhn, G. sonnerati, Lafayettehuhn oder Braunes Kammhuhn, G. lafayetti, Gabelschwanzhuhn oder Grünes oder Javanisches Dschungelhuhn, G. varius.

Rassetypische Merkmale

Die Hähne aller fünf Unterarten haben einen 14 bis 16-fedrigen Schwanz mit verlängerten, sichelförmig gebogenem Federpaar in der Mitte. Arttypisch ist die fast nackte Gesichtshaut und die fleischigen Kopfanhänge. Das Hahnengewicht beträgt je nach Unterart 800 bis 1.300 g. Die Hennen sind deutlich kleiner und tragen wenig entwickelte Kämme und Kehllappen. Während der Fortpflanzungszeit ist der Kamm des Hahnes karminrot und gezackt. Weiße bis rote Ohrscheiben, orangerote Iriden, bräunlicher Schnabel und vorwiegend schiefergraue Lauffarbe, manchmal auch gelblich oder grünlich, sind weitere Artmerkmale des Bankivahuhnes. Das Hals- und Sattelgefieder des Hahnes ist goldrötlich bis goldgelb mit dunklen Schaftstrichen im Halsbehang. Die Rücken- und Schulterfedern sind purpurrot bis purpurbraun und im Mittelteil der Feder orangerot. Gelbgesäumt sind die Ränder. Über die Flügeldeckfedern verläuft ein breites, schwarzes Band mit blaugrünem Metallglanz. Die Innenfahnen der Flügelfedern sind schwarz, deren Außenfahnen kastanienbraun. Metallisch glänzt die schwarze Unterseite. Stellenweise sitzen dort braune Flecken und gleichfarbige Säumung. Mehr braungelb ist der Halsbehang der Henne mit schwarzem Mittelfeld in der Feder. Sie trägt braunrotes Kehl- und blassrotbraunes Brustgefieder. Graubraun sind Unterseiten- und Schenkelgefieder. Die Oberseite trägt matt dunkelbraunes Gefieder mit feiner, schwarzer Rieselung und hellen Schaftstrichen. Das Schwanzgefieder ist schwarzbraun.

Die natürlichen Lebensräume des Bankivhuhnes

Das Vorkommen des wildlebenden Bankivahuhnes erstreckt sich von Hinterindien in das östliche Vorderinden; ferner im Himalayagebiet, auf den großen und kleinen Sundainseln, auf Sumatra, Java, Borneo, Celebes und Timor. Die Unterarten werden nach farblichen Merkmalen und geographischen Gesichtspunkten unterschieden. Vorwiegend Dschungelgebiete mit undurchdringlichem Gestrüpp, Gras und Schilf werden bewohnt. Bankivahühner benötigen zum Aufbäumen hohe Bäume (beispielsweiseBambus und Gummibäume). Insekten, Termiten, Ameisen, Larven, Käfer, Schnecken, Beeren, Knospen, Sämereien, junge Blätter und Triebe sind die hauptsächlichen Nahrungsstoffe.

Die Fortpflanzungsgemeinschaft

Jeweils vier bis fünf Hennen und ein Hahn bilden die polygame Fortpflanzungsgemeinschaft. Der jeweilige Hahn bewacht und verteidigt ein Revier. Der Flug der Bankivahühner ist schnell und wendig; sie entkommen aber nicht selten Fressfeinden auch durch schnelles Weglaufen. Die Brut verrichtet die Henne in einer ausgescharrten Erdmulde mit wenig Polsterung auf durchschnittlich sieben Eiern mit weißer bis rosa cremefarbiger Schale in 21 Tagen.

Die Glucken sind ausgezeichnete Mütter bis zur Auflösung des Familienverbandes. Dann leben Bankiva-Hühner außerhalb der Brutzeit in Verbänden von bis zu 50 Exemplaren. Ob außer den Unterarten des Bankivahuhnes noch andere Kammhuhnarten für die Domestikation zum Haus- und Rassehuhn infrage kommen, konnte bis jetzt nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt Annahmen, wonach auch das Gabelschwanzhuhn zu der wilden Stammform zu zählen ist. Die immer wieder vorgetragene Hypothese von einem ausgestorbenen Riesenhuhn, Gallus giganteus als Ausgangform für große Kampfhuhnrassen, konnte bis heute nicht verifiziert werden. (Dr. Horst Schmidt)

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