Steckbrief: Kaschmirziege | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Kaschmirziege

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung der Kaschmirziege.
 
© H. Sambraus
Eine Kaschmirziege.

Steckbrief

  • Herkunft: Hochgebirge Zentralasiens
  • Größe: 65 cm (Bock) bzw. 60 cm (Geiß)
  • Gewicht: 45 - 55 kg (Bock) bzw. 30 - 40 kg (Geiß)
  • Farbe: weiß, schwarz, grau, braun, gescheckt
  • Nutzung: Wolle, Landschaftspflege

Herkunft

In den Hochgebirgen Zentralasiens (Himalaja und Pamir) gibt es seit Jahrhunderten langwollige Ziegenrassen, die heute unter dem Begriff Kaschmirziege zusammengefasst werden. Die extrem feine Unterwolle dieser Ziegen gehört zu den edelsten Fasern der Welt. Ähnlich feine Wolle liefern nur der Moschusochse und das Vikunja. Außerhalb Asiens gibt es seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts große Zuchtfarmen in Australien und Neuseeland, in Europa auch in Island und Schottland.

Aussehen

Die mittelgroßen, eher zierlich gebauten Kaschmirziegen haben langes Deckhaar mit sehr feiner Unterwolle und kommen in Asien in den Farben Grau, Schwarz, Braun und Weiß vor. In Europa werden fast ausschließlich weiße Tiere gehalten, deren Wolle sich nach Belieben einfärben lässt. Der relativ kleine Kopf ist bis an die Stirn bewollt und hat Schlappohren. Männliche und weibliche Tiere sind behornt.

Nutzung

Kaschmirziegen sind aufgrund ihrer Herkunft an extreme Witterungsverhältnisse angepasst. Sie sind genügsam und robust und werden zunehmend auch in der Landschaftspflege eingesetzt. Der wichtigste Nutzen dieser Ziegen liegt jedoch in der Wolle, die zu den feinsten und damit teuersten der Welt gehört. Dabei wird nicht das lange Deckhaar, sondern die Unterwolle genutzt. In den Herkunftsländern wird diese Unterwolle ausgekämmt oder ausgezupft, in modernen Zuchtbetrieben werden die Ziegen allerdings eher geschoren. Der jährliche Wollertrag liegt bei etwa 200 Gramm. Kaschmirziegen sind frühreif, im Durchschnitt werden 1,4 Zicklein geboren.

Zuchtverein

Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter e.V.

Hätten Sie's gewusst?

Anfang des 19. Jahrhunderts sollte in Frankreich eine Kaschmirziegenzucht aufgebaut werden, jedoch überlebten von 1.300 im Ursprungsgebiet gekauften Tieren nur etwa 30 Prozent die beschwerliche Reise nach Frankreich. Ein zur gleichen Zeit an den Tiergarten Paris geschenkter Ziegenbock aus Indien wurde schließlich der Stammvater der französischen Kaschmirziegenzucht.
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