Das Drumherum vom Hamsterheim | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das Drumherum vom Hamsterheim

Bevor Sie sich an die Inneneinrichtung des Hamster-Heims machen, sollten Sie überlegen, wo es stehen soll und ob es ein Käfig oder doch besser ein Terrarium sein soll.
 
© Buryakov Andrey / Fotolia
Terrarium oder Käfig für den Hamster?
In erster Linie ist wichtig, dass der Standort ruhig ist. Hamster schlafen tagsüber und werden nur ungern gestört. Genauso wie auch wir unsanft reagieren, wenn wir zur nächtlichen Stunde aus dem Schlaf gerissen werden, löst es auch bei dem kleinen Nager Stress aus. Allein schon wegen der ständigen „Lärmbelästigung“ hat eine Stereoanlage oder ein Fernseher nichts neben dem Hamsterkäfig zu suchen. Diese pausbäckigen Nagetiere haben ein viel feineres Gehör als Menschen und nehmen noch Geräusche im Ultraschallbereich wahr. Aufgrunddessen fallen Kinder- und Wohnzimmer als Standort weg. Aber auch ein Ort direkt an der Sonne, also in Fensternähe scheidet aus. Der Hamster mag es am liebsten, wenn die Temperatur möglichst konstant bleibt. Das Zimmer sollte zwischen 15 und 25 Grad warm sein. Durch die direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft würde die Wärme im Hamster-Heim ständig schwanken, was bei dem Tier unnötigen Stress auslöst. Auch hohe Luftfeuchtigkeit oder Zigarettenrauch schadet der Gesundheit des kleinen Mitbewohners.

Der ideale Standort

Kurz zusammengefasst sollte der ideale Standort folgende Kriterien erfüllen:
  • Im Raum darf nicht geraucht werden.
  • Der Käfig darf nicht am Fenster stehen, da sowohl direkte Sonneneinstrahlung,als auch Zugluft dem Hamster schaden
  • Der Käfig sollte sich auch einer Anhöhe befinden, also einem Tisch oder einer Kommode.
  • Die Zimmertemperatur sollte im Bereich von 15 bis 25 Grad liegen und konstant bleiben. Ein Platz an der Heizung scheidet also aus.
  • An zumindest zwei Seiten sollte der Käfig nicht einsehbar sein. Rücken Sie deshalb den Käfig, wenn möglich, an eine Wand.
  • Die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch sein, da sich die kleinen Nager sonst leicht erkälten.
  • Der Standort sollte nicht zu hell sein.

Terrarium oder Käfig?

Ob es nun ein Käfig oder ein Terrarium werden soll, hängt zum Teil davon ab, welche Hamster-Art einziehen soll. Während Roborowski-Zwerghamster in einem Terrarium besser aufgehoben sind, da sie so klein sind, dass sie durch die Gitterstäbe der handelsüblichen Käfige durchkrabbeln können, haben „Chinesische Streifen“ viel mehr Freude an einem Käfig mit querverlaufenden Gitterstreben. Letzte sind nämlich richtige Kletterkünstler und lieben es, sich an Gegenständen, Rampen, Leitern und Gittern hochzuhangeln. Ein Aquarium ist in keinem Fall zu empfehlen, da in dem dichten Glasbehälter so gut wie kein Luftaustausch möglich ist und sich Hitze wie unverbrauchte Luft und Ammoniakgase des Hamster-Urins ansammeln und dem kleinen Nager schaden können.

Egal für welche Form von Hamster-Heim Sie sich entscheiden, es muss in jedem Fall groß genug sein. Laut neuesten Forschungsstudien der Universität Bern zur artgerechten Hamster-Haltung sollte der Hamster eine Grundfläche von einem Quadratmeter zur Verfügung haben. Da Käfige und Terrarien in dieser Größe nur schwer zu bekommen sind, können Sie die Fläche erweitern, indem Sie weitere Ebenen in das Hamsterheim einbauen. Es gibt sogar schon fertige Käfige mit mehreren Etagen zu kaufen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung mehrerer Käfige mithilfe von Röhrensystemen. Solche Röhren bekommen Sie in Zoofachhandlungen. Sie können aber auch Abflussrohre mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern verwenden, die Sie in jedem Baumarkt bekommen.

Hamster-Heim der Marke „Eigenbau“

Der Traum eines jeden Wohnungshamsters ist es, in unterirdischen Gängen umherzukriechen und sich gemütliche Kammern einzurichten. Wer seinem Hamster diesen Luxus gönnen will, muss selber zum Werkzeug greifen. So hat es auch ein Leser von EIN HERZ FÜR TIERE gemacht und mit recht einfachen Mitteln seinem Hamster einen Luxus-Bau gezimmert. Während die obere Etage einem gewöhnlichen Hamster-Gehege aus Kunststoffglas und Holzwänden entspricht, liegt die Besonderheit darunter: das Gangsystem. Es besteht im Wesentlichen aus Styropor, über das eine etwa ein Zentimeter dicke Beton- oder Zementmörtelschicht gelegt wird - ein wichtiger Schutz gegen die eifrigen Nagezähne des Hamsters.

Mindestens eine Schlaf- und eine Vorratskammer sollten vorhanden sein, wobei der Durchmesser der Gänge der Größe des Hamsters angepasst werden wie auch die Größe des gesamten Geheges je nach Wunsch variieren kann – je größer das oberirdische Gehege, desto mehr Auslauf hat der kleine Nager. Eine an der Front des Hamster-Baus angebrachte Scheibe aus Glas oder Plexiglas, die sich herausnehmen lässt, ermöglicht eine regelmäßige Reinigung der Hamster-Gänge und -Kammern. Außerdem lässt sich so das emsige Treiben des kleinen Mitbewohners bestens beobachten - ein Schauspiel, das sicherlich mit jedem Abend vor dem Fernseher konkurrieren kann. (Ewelina Zmyslowska)

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