Knochenkrankheit bei Satin-Meerschweinchen

Satin-Meerschweinchen werden seit rund zwanzig Jahren in Europa gezüchtet. Ihr unverwechselbares Merkmal ist der satinartige Schimmer ihres Fells.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Was ist die Knochenkrankheit bei Satin-Meerschweinchen?
Die Rassemeerschweinchen werden nun anscheinend immer häufiger Opfer einer Art „Knochenerweichung“ (Osteodystrophie), wie Dr. Anja Ewringmann von der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin schreibt. Bei der Osteodystrophie verlieren die Knochen das Mineral Kalzium. Durch diesen Verlust werden die Knochen weich – das Skelett kann den Körper nicht mehr stützen und tragen.

Schleichender Verlauf

Tückisch an der Krankheit ist ihr schleichender Verlauf. Zunächst nimmt das Satin-Meerschweinchen langsam, aber stetig ab. Dann ändert sich der Meerschweinchen-Gang: es beginnt zu hoppeln. Im fortgeschrittenen Stadium können die Tiere nur noch weiches Futter zu sich nehmen. Bis sie schließlich gar nichts mehr fressen und kaum noch laufen.

Röntgt man die Meerschweinchen, „erscheint das Skelett der Tiere im Endstadium wie aufgelöst“, berichtet Dr. Ewringmann. Die ersten Symptome zeigen sich meist im Alter von einem bis eineinhalb Jahren, wenige Tiere werden älter als drei Jahre. Die Osteodystrophie ist eine Knochenerkrankung, die auch andere Tiere betreffen kann. In der Regel sind eine mangelhafte Fütterung, Nierenschäden oder Krankheiten der Nebenschilddrüse schuld an der langsamen Entkalkung der Knochen.

Bei den bisher untersuchten Satin-Meerschweinchen konnten diese Ursachen jedoch ausgeschlossen werden. Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei der Osteodystrophie der Satin-Meerschweinchen um eine Erbkrankheit handelt.

Forschungsprojekt

Diesem Verdacht wollen nun die Tierärzte Dr. Anja Ewringmann und Dr. Thomas Göbel von der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen auf den Grund gehen. Bei diesem Projekt geht es auch darum, möglichst robuste, gesunde Linien für die Zucht von Satin-Meerschweinchen zu finden. Daher bitten die Forscher alle Besitzer und Züchter von Satin-Meerschweinchen, ihnen von ihren Erfahrungen mit den Tieren zu berichten. Wichtig sind dabei sowohl Berichte über Meerschweinchen mit ähnlichen Symptomen als auch über Tiere, die gesund ein hohes Alter erreichten.

Kontaktadresse:

Dr. T. Göbel/Dr. A. Ewringmann
Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin
Oertzenweg 19 b
14163 Berlin

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