Notfall & Erste Hilfe bei Mäusen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Notfall & Erste Hilfe bei Mäusen

Ist eine Maus erkrankt, ist besonnenes, aber schnelles Handeln erforderlich, um ernsthafte Folgen zu vermeiden. Der Gang zum Tierarzt ist dabei meist unerlässlich.
 
© Foto: E. Stasiak / Fotolia
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Stellt man beim Gesundheitscheck Anzeichen für eine Erkrankung fest oder lässt das veränderte Verhalten eines Tieres auf eine Erkrankung schließen, muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Leider verzichten viele Halter auf einen Tierarztbesuch (auch unter dem Hinweis auf die entstehenden Kosten, die den „materiellen“ Wert des Tieres oftmals übersteigen), was für das erkrankte Tier oftmals fatale Folgen hat. Da Mäuse allgemein nur über eine geringe Körpermasse verfügen, kann ein Gewichtsverlust, wie er bei Erkrankungen auftritt, schnell dazu führen, dass der komplette Körperhaushalt des Tieres entgleist.

Dies führt dann schnell zur Verschlimmerungen der Symptome, gleichzeitig ist aber eine Behandlung kaum mehr möglich, da aufgrund des angegriffenen Gesundheitszustands und des zusätzlich verringerten Körpergewichts eine sinnvolle Dosierung von Medikamenten unmöglich ist. Bei den nur wenige Gramm wiegenden Zwergmäusen ist es aber selbst bei frühzeitiger Konsultation für den Tierarzt nur bedingt möglich, eine geeignete Therapie zu finden.

Rechtzeitig den passenden Tierarzt suchen

Um aber im Falle eines Falles schnellstmöglich handeln zu können, ist es wichtig, sich bereits frühzeitig nach einem Tierarzt umzuschauen, der sich mit der Behandlung von Mäusen auskennt oder bereit ist, sich in die entsprechende Literatur einzulesen (dies wird vor allem bei seltener gehaltenen Arten der Fall sein).

Erste-Hilfe-Maßnahmen für Mäuse

Zwar wird man bei einer Erkrankung in vielen Fällen um einen Tierarztbesuch nicht herumkommen, man kann aber durch unterstützende Sofortmaßnahmen die Chancen auf Heilung deutlich verbessern. So muss als erstes das erkrankte Tier von den restlichen Tieren separiert werden, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Dabei ist es wichtig, dass das kranke Tier nicht nur in einen anderen Käfig, sondern auch in einen separaten Raum gesetzt wird, da viele Keime über die Luft übertragen werden können. Zu den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gehört auch, dass man sich die Hände wäscht, bevor man von einem in den anderen Käfig greift.

Auch so kann die Ansteckungsgefahr deutlich verringert wird. Da bei kranken Mäusen vor allem der Wärmehaushalt leicht instabil wird, ist es sinnvoll, dem kranken Tier eine Wärmequelle (z.B. Wärmelampe) anzubieten. Hier jedoch nicht nach dem Motto viel hilft viel, sondern so, dass das Tier sich den Bereich, in dem es sich im Käfig aufhält selber aussuchen kann. An der wärmsten Stelle sollte die Temperatur dabei so sein, dass man sie, wenn man die Hand unterhalb der Wärmequelle auf den Käfigboden auflegt, als angenehm empfindet. Um das Austrocknen des Pfleglings zu verhindern ist die Gabe von Wasser oder ersatzweise Feuchtfutter (Grünfutter) erforderlich. Ich reiche in solchen Fällen durchaus auch Obst, da dieses ausreichend Flüssigkeit und Energie enthält.

Umgang mit Medikamenten

Leider kann man immer wieder beobachten, dass Halter bei der Erkrankung einer Maus zu Eigenmedikation übergehen. Oftmals wird dabei nach dem Motto verfahren, was letztes Mal geholfen hat, hilft auch jetzt wieder. Dabei ist eine medikamentöse Behandlung nur dann sinnvoll und Erfolg versprechend, wenn zuvor eine genaue Diagnose der Erkrankung erstellt wurde. Dies wird der normale Halter jedoch in den seltensten Fällen gewährleisten können.Ist die Behandlung mit Hausmittelchen oder homöopathischen Medikamenten zumindest fragwürdig, so ist der vollkommen bedenkenlose Umgang mit Antibiotika geradezu sträflich.

Nicht nur, dass bei falscher Antibiotikagabe eine Heilung nicht eintritt, der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika führt unweigerlich zur Ausbildung von Resistenzen auf Seiten der Erreger, die eine Behandlung in der Folge erschweren. Deshalb dürfen Antibiotika nur von sachkundigen Tierärzten eingesetzt werden. Diese werden vor einer langfristigen Verabreichung von Antibiotika einen Resistenztest durchführen, um das für den jeweiligen Erreger passende Mittel herauszufinden.

Notfallkarten

Das Notfallkarten-Set für Besitzer von Kleintieren, Vögeln, Fischen und Terrarientieren enthält kleine Stopp-Schilder, die Sie auf Kartons aufziehen, mit Folie überziehen und an der Wohnungstüre anbringen können. Falls Ihnen etwas zustoßen oder ein Brand in Ihrer Wohnung ausbrechen sollte, wissen Helfer gleich, dass es in Ihrem Heim Tiere zu retten gibt.

Außerdem enthalten ist eine Notfallkarte, die Sie in Ihrem Portemonnaie oder Ihrer Brieftasche aufbewahren können. Sie brauchen sie einfach nur ausschneiden, an der Bruchstelle knicken, zusammenkleben und ausfüllen. Sollten Sie verunglücken oder bewusstlos zusammenbrechen, wird die Karte sicherlich gefunden und Ihr Tier bleibt nicht unversorgt zurück.

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(Ralf Sistermann) Pflege & Gesundheit :/span>
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