Woher bekomme ich Ratten? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Woher bekomme ich Ratten?

Es gibt viele Möglichkeiten Farbratten zu erwerben. Das Internet hilft Ihnen bei der Suche nach einer Vermittlungsstelle in Ihrer Nähe.
 
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Prinzipiell können Sie Ratten bei Tierschutzorganisationen in Tierheimen, bei Züchtern, im Zoofachhandel und auf Tierbörsen erwerben. Gerade in Zoofachgeschäften und bei Züchtern sollten Sie darauf achten, dass alle Ratten gesund sind und tiergerecht gehalten werden. Sind die Tiere beispielsweise in zu kleinen, unsauberen Käfigen untergebracht, sollten Sie von einem Kauf absehen. Wichtig ist auch, dass die Ratten nach Geschlechtern getrennt sind und erst ab einem Alter von etwa 5 Wochen abgegeben werden. Es ist nicht empfehlenswert, kranke Ratten aus einem Zoofachgeschäft zu retten, weil sie Mitleid mit den Tieren haben. Den einzelnen Tieren würden Sie zwar helfen, die schlechten Haltungs- und Zuchtbedingungen würden Sie durch den Kauf aber genauso unterstützen.

Tierschutzorganisationen

Die beste Adresse um Farbratten zu erwerben, sind Tierschutzorganisationen wie z. B. der „Verein der Rattenliebhaber und -halter in Deutschland e.V.“ und Tierheime. Aber auch im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, wo Ratten deutschlandweit vermittelt werden. Bei den Tieren handelt es sich i.d.R. um Notfälle, die aus unkontrollierten Vermehrungen und schlechten Haltungen stammen. Diese wichtige Tierschutzarbeit können Sie unterstützen, indem Sie einige solcher Notfall-Ratten bei sich aufnehmen. Bei Tierschutzorganisationen und in Tierheimen finden Sie Ratten in jedem Alter und viele männliche bereits kastrierte Tiere. Eine Vermittlungsstelle von in Not geratenen Ratten hat außerdem den Vorteil, dass Sie hier i.d.R. am besten beraten werden. Erfahrene Tierschützer kennen ihre Ratten nämlich gut und wissen, welche für Anfänger geeignet sind und welche nicht. Auch in allen anderen Fragen rund um die Haltung, Ernährung und Pflege bekommen Sie umfassende Informationen. Wenn Sie bereits Ratten haben und Ihr Rudel vergrößern möchten, helfen Vermittlungsstellen auch bei der Vergesellschaftung der Tiere. 

Zoofachhandel

Auch in vielen Zoofachgeschäften sind Farbratten erhältlich. Leider bekommen Sie hier nicht selten kranke, scheue oder trächtige Ratten. Oft ist das Personal auch nicht in der Lage, korrekte Angaben über Alter und Geschlecht der Tiere zu machen. Wurden die Ratten nicht nach Geschlechtern getrennt, erleben Sie wenige Tage nach dem Kauf eine böse Überraschung: Wenn Ratten Nachwuchs bekommen, liegt die Anzahl bei durchschnittlich 6 – 12 Jungtieren pro Wurf. Gerade Neulinge in der Rattenhaltung sind mit einer solchen Situation schnell überfordert. Außerdem ist es oft schwierig, für den ungeplanten Nachwuchs ein tiergerechtes neues Zuhause zu finden. Unkontrollierte Vermehrungen sind daher nicht im Sinne der Tiere und müssen unbedingt vermieden werden. Ein weiterer Nachteil von Zoofachgeschäften ist die häufig schlechte Beratung, wenn es um die Art und Größe des Geheges sowie die richtige Ernährung geht.

Züchter

Sie können Ihre Farbratten auch bei einem Züchter erwerben. Ein seriöser Rattenzüchter hat eine kleine Hobbyzucht und verpaart seine Tiere planvoll und nach bestimmten Kriterien wie z. B. Fellfarben und -zeichnungen. Leider gibt es unter Rattenzüchtern viele schwarze Schafe, die die Tiere massenhaft „produzieren“ und nicht tiergerecht halten. Die meisten Ratten werden vermehrt, weil sie später als Futtertiere (insbesondere für Reptilien) dienen sollen. Farbratten, die aus einer solchen Massentierhaltung stammen, haben natürlich genauso gut ein tiergerechtes Leben verdient, wie alle anderen Tiere. Dennoch können Sie gegen diese Missstände leider wenig bewirken, wenn Sie einzelne Ratten aus einer Massentierhaltung freikaufen. Falls Sie Ihre Ratten unbedingt bei einem Züchter kaufen möchten, sollten Sie sich besser an einen Hobbyzüchter wenden, dem in erster Linie das Wohl und die Gesundheit seiner Tiere am Herzen liegen. Die Jungtiere sollten tiergerecht aufgewachsen und bereits an den Menschen gewöhnt sein. (Kathrin Aretz)


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