Steckbrief Grünfink | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Grünfink

Grünfinken gehörten früher in Mitteleuropa zu den seltenen Brutvögeln und waren nur im Naturland und an den Waldrändern anzutreffen. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Fortpflanzung, Entwicklung, Lebensweise, Verhalten, Kommunikation und Ernährung des Grünfink.
 
Steckbrief Grünfink © Andrew Howe / iStockphoto
Der Grünfink, auch Grünling genannt, trägt ein gelb-grünes Federkleid.

Steckbrief

  • Körperlänge: 14 - 16 cm
  • Gewicht: 23 - 34 g
  • Lebenserwartung: 2 bis 3 Jahre
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, Südwestasien
  • Lebensraum: Offenes Gelände, Feldgehölze, Waldränder, Gärten, Parks
  • Artbestand: Nicht gefährdet

Systematik

  • Klasse: Vögel
  • Ordnung: Sperlingsvögel
  • Familie: Finken
  • Gattung: Zeisige
  • Art: Grünfink (Carduelis chloris)

Aussehen

Der Grünfink, auch Grünling genannt, trägt ein gelb-grünes Federkleid. Die Unterseite ist grünlich, die Oberseite graugrün. An den Seiten zeigt sich ein gelbes Flügelband und auch an der Schwanzbasis kommt etwas Gelb zum Vorschein. Er ist leicht mit verwandten Arten wie dem Erlenzeisig oder dem Zitronengirlitz zu verwechseln. Körper, Kopf und Schnabel sind jedoch kräftiger und auch in seiner Gesamtgröße überragt er die beiden. Die Farbtöne des Weibchens sind insgesamt matter und grauer. An den Seiten und auf dem Schwanz ist weniger gelb. 

Fortpflanzung und Entwicklung

Wenn Sie ab dem Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif sind, begeben sich Grünfinken zwischen Februar und Juli auf die Balz. Bei der Nistplatzwahl beteiligt sich das Männchen aktiv, die endgültige Entscheidung trifft jedoch das Weibchen. Bevorzugte Plätze sind Laub- und Obstbäume, Schling- und Kletterpflanzen wie Efeu oder Weinreben, in selteneren Fällen auch Hecken und Sträucher. Aber auch auf Balkonen, Fenstersimsen und an Gebäuden sind immer wieder Grünfinkennester zu sehen. Das Nest wird aus Halmen, Wurzeln, Zweigen und verschiedensten Pflanzenfasern gebaut und mit feinen Wurzeln, Fasern und Moos ausgepolstert. Das Weibchen baut alleine, wird dabei aber vom Männchen begleitet und bewacht. In der Zeit von April bis Juli kommt es dann zu ein bis drei Bruten. Ein Gelege besteht aus vier bis sechs grünlichen, manchmal auch weißen Eiern, die häufig kleine bis mittelgroße rote bis purpurbraune Flecken tragen. Diese werden dann ca. zwei Wochen vom Weibchen bebrütet, während es vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Die Jungvögel verlassen nach 16 bis 18 Tagen das Nest.

Lebensweise und Verhalten

Der Grünfink ist in Europa von den Britischen Inseln bis zum Ural mit Ausnahme von Island fast überall zu finden. Im Norden taucht er allerdings nur im Sommer auf, da es ihn im Winter in wärmere Gefilde zieht. Auch in Nordafrika, dem Ural, Anatolien, im Kaukasus und in Nordiran ist er anzutreffen. Seine bevorzugten Besiedelungsgebiete sind Waldränder, Dorf- und Kulturlandschaften. Oft den Dorflandschaften und Städten ist er zeigt er sich in Parkanlagen, Gärten, Friedhöfen und Alleen. Die meisten Paar führen eine monogame Saisonehe. Die Vögel nisten in Kolonien von wenigen Paaren. Zum Nahrungserwerb und Schlafen schließen sich Grünfinken mit Artgenossen, oftmals aber auch anderen Vögeln wie Drosseln, Feldlerchen oder Staren zusammen. 

Kommunikation

Ein kurzes, kräftiges "jüpp" wir meist in Form eines anhaltenden Trillerns in schnellen Serien wiederholt. Im Flut lässt der Grünfink ein hart klingendes "gigigi" hören. Ein Lauttyp, den diesen Vogel unverwechselbar macht, ist sein langgezogenes und geräuschvolles Krächzen, das sich in etwa wie "schuäääo" oder "dschrüüüüjuh" anhört.

Ernährung

Der Grünfink ernährt sich überwiegend vegetarisch. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Samen, Beeren und Früchte. An Sämereien mag er besonders die ölhaltigen wie Rübe und Raps. Blattgrün, Pflanzen- und Blütenteile, Knospen und Bucheckern werden nicht verschmäht. Zur Aufzucht der Jungen verfüttern Grünfinken auch Insekten wie Blattläuse und Schmetterlingslarven in kleinen Mengen. 

Hätten Sie’s gewusst?

Grünfinken gehörten früher in Mitteleuropa zu den seltenen Brutvögeln und waren nur im Naturland und an den Waldrändern anzutreffen. Heute haben sie sich so stark an die modernen Siedlungsformen des Menschen angepasst, dass es bei ihnen im Gegensatz zu vielen anderen Arten kaum Bestandseinbußen gibt. Zu seinen Hauptnahrungsgebieten gehören Höfe und Weiler mit Streuobstbau,  Villenquartiere, Parkanlagen, Gärten und Friedhöfe.
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