Haltung von Wasserschildkröten

Haben Sie die Entscheidung getroffen, sich eine Wasserschildkröte nach Hause zu holen, müssen Sie das Aquaterrarium ihren Bedürfnissen anpassen. Die Amphibien haben spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum – welche das sind, erfahren Sie hier!

Wasserschildkröte
Wasserschildkröten haben einige Ansprüche an ihre Haltung.© Frank-stock.adobe.com

Wasserschildkröten können bei richtiger Haltung und Pflege bis zu 60 Jahre alt werden. In dieser Zeit benötigt die Wasserschildkröte ein ausreichend großes Aquarium mit einer guten Filterung und ausreichenden Beleuchtung, damit sie sich wohl fühlt. Auch die Temperaturen müssen ständig dem Jahresverlauf angepasst werden.

Aquaterrarium oder Aquarium mit Landteil

Es gilt bei der Unterbringung zu berücksichtigen, dass an Land und im Wasser gleichermaßen Raum zur Verfügung stehen muss. Sumpf- und Wasserschildkröten benötigen vor allem einen großzügigen Wasserbereich, denn hier verbringen sie die meiste Zeit.

Da sie sich hauptsächlich am Boden des Beckens aufhalten, sollte die Grundfläche entsprechend geräumig sein. Nach oben gibt es in der Beckengröße keine Beschränkungen.

Als Faustregel kann gelten: 120 cm x 50 cm Kantenlänge ist das Mindestmaß für eine ausgewachsene Wasserschildkröte.

Für die jungen Wasserschildkröten eignet sich zwar auch ein kleineres Aquaterrarium, doch sie werden letztlich "herauswachsen". So lohnt sich die Überlegung, je nach Anzahl der Tiere von Anfang an ein entsprechend großräumiges Behältnis einzurichten.

Auch nach der Installation der Technik, u.a. eines leistungsstarken Außenfilters, der Heizung und ggf. einer schwimmenden Sonneninsel muss noch genügend freier Schwimmraum für die Wasserschildkröten zur Verfügung stehen.

Merke: Die Außenfilterkapazität muss die fünffache Umwälzung des Beckeninhaltes pro Stunde betragen.

Die Wasserschildkröten sollten allerdings auf keinen Fall aus dem Becken klettern können. Das Becken muss mit einer Abdeckung versehen sein, um eine hohe Lufttemperatur zu halten, dennoch aber genug Frischluft zugeführt bekommen.

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Wasserschildkröten nehmen gerne ein Sonnenbad © Irkingwer – stock.adobe.com

Aquarium für Wasserschildkröten: geräumig und pflegeleicht

Da sich die Reptilien hauptsächlich im Wasser aufhalten, fressen und erleichtern sie sich hier auch. Und beides bei guter Gesundheit und entsprechender Aktivität sehr ausgiebig. Die Kunst besteht nun darin, eine geeignete Balance zwischen ansprechender Optik für den Betrachter und einer pflegeleichten Handhabe zu gewährleisten.

Achtung: Kies ist ein Bakterienherd und darf nicht ins Becken gegeben werden. Spitze Steine sind eine Unfallquelle und deshalb ungeeignet. Sie können für eine ansprechende Optik Pflanzen in speziellen Pflanzkörben einsetzen. Diese können sogar eine reinigende Wirkung haben. Ein Sauerstoffsprudelstein mit aufgehängter Pumpe sorgt ebenfalls für gutes Wasser.

Es ist ebenfalls nicht sinnvoll, zu den Wasserschildkröten Fische und andere Wasserlebewesen ins Becken zu setzen, da diese nur von den Wasserschildkröten gefressen werden.

Leicht erreichbarer Zugang zum Landteil im Aquarium

Wasserschildkröten sind recht beweglich, doch außerhalb des Wassers fehlt der Auftrieb, deshalb sind zu überwindende Kanten oder ähnliche Hindernisse im Rahmen der Einrichtung zu vermeiden.

Die einfachste Variante ist ein Fertigaquarium aus dem Handel. Diese sind nach den besonderen Bedürfnissen der Sumpf- und Wasserschildkröten gefertigt. Eine Plattform zum Sonnen und ein schräger Aufgang sind eingearbeitet und je nach Ausführung und Fabrikat entsprechend komfortabel ausgestattet. Einige haben Strukturen in der Rampe für einen leichteren Aufstieg und/oder sind so geformt, dass die Plattform gewisse Materialien (z.B. Sand) aufnehmen kann.

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Die Sonneninsel muss unterschwimmbar sein. © Belikart – stock.adobe.com

Aquarium der Marke Eigenbau

Grundsätzlich lässt sich ein Aquaterrarium für Schildkröten auch aus einem geräumigen Glasaquarium kreieren. Die einfachste Lösung ist eine diagonale große Wurzel, die auch über dem Wasserspiegel genug Raum für ein Sonnenbad lässt. Dachfirstziegel sind begehrte Versteckmöglichkeiten und runden die Eigenkonstruktion in den Grundzügen ab.

Teichhaltung von Wasserschildkröten

Nur gesunde Tiere ab 15 cm Panzerlänge können bei stabilen 20 Grad Celsius Wassertemperatur und über 26 Grad Lufttemperatur in einem sonnigen Teich mit Landzone und Umzäunung gehalten werden.

Hier ist es wichtig, dass Sie die Wasserschildkröten mindestens zu zweit halten und sie in kalten Nächten hereinholen. Es droht sonst Lungenentzündungsgefahr.

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Wasserschildkröten können nur in heißen Sommermonaten in den Teich. © Mathias Karner – stock.adobe.com

Wissenswertes zur Haltung von Wasserschildkröten

Für eine artgerechte Haltung von Wasserschildkröten ist äußerst wichtig, dass diese mit ausreichend Vitamin D3 versorgt werden. In jedem Terrarium und auch im Freilandgehege sollten sich deswegen entsprechende Bestrahlungen befinden.

  • Wasserschildkröten werden bei 28 Grad Wassertemperatur und mindestens 28 Grad Lufttemperatur gehalten.
  • Auf dem Landteil direkt unter der UV-Lampe müssen es mindestens 38 Grad und maximal 45 Grad sein.
  • Das Becken muss mit Glasplatten abgedeckt sein, nur der Bereich oberhalb der UV-Lampe bleibt frei.
  • Nachts muss das Becken bis auf einen einseitigen Lüftungsschlitz von etwa 0,5 cm ganz abgedeckt sein.
  • Eine kalte Überwinterung führt zu Lungenentzündungen und Nierenentzündungen, die zum Tod führen. Daher müssen die Wasserschildkröten ganzjährig warmgehalten werden.
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