Ernährung von Tauben

Gehören Sie zu den Taubenfans, die die Stadttauben gerne mit Brot oder anderen Essensresten füttern? Doch was essen Tauben in ihrer natürlichen Umgebung? Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

 

Ernährung von Tauben
Das Füttern von Tauben gehört zum Alltag einer jeden Großstadt.© Janet Wall – stock.adobe.com

In der Natur ernähren sich Tauben fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Dabei können sie im Gegensatz zu anderen Vögeln Körner oder Samen nicht mit dem Schnabel zerkleinern und verschlucken diese daher ganz.

Bei der Verdauung helfen dann kleine Steine im Muskelmagen, die die Schalen der Körner aufbrechen. Wildlebende Tauben nehmen diese Steinchen beim Aufpicken der Körner vom Boden auf.

Taubengrit – das Verdauungsgeheimnis der Taube:

Taubengrit ist ein hochwertiger Futterzusatz aus unlöslichen Quarzkörnungen mit 2-3 mm Körnung und einer abgerundeten Kornform. Die Tauben nehmen diese Körner auf, um die Mahlwirkung des Muskelmagens zu unterstützen. Die vereinfachte Verdauung fördert die Futterausnutzung und das Wachstum der Tauben, sowie das Wohlbefinden und die Vitalität. Grit sollte den Tieren immer zur freien Verfügung gestellt werden.

Ferner unterscheiden sich Tauben von anderen Vögeln, indem sie beim Trinken den Kopf nicht anheben, sondern das Wasser aufsaugen.

Tauben sitzen häufig auf Fensterbänken und halten Ausschau nach Futter. © stockphoto mania – stock.adobe.com

Artgerechtes Grundfutter für Tauben

Tauben benötigen ca. 25-40g Futter pro Tag. Als Grundfutter ist allen Rassetauben Getreide anzubieten.

Mais, Gerste, Weizen, Hafer, Hirse, Reis, Erbsen, Wicken, Bohnen, Sojabohnen, Erdnüsse, Hanf, Raps, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Buchweizen, Kardisaat, Mariendistelsaat und Grünfutterpflanzen sind in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen und je nach Jahreszeit zu verabreichen.

Spätsommer bis Frühherbst:

Zum Beispiel benötigen Tauben im Spätsommer bis Frühherbst während der Mauser mehr stickstoffhaltiges Futter, sowie eine ausgewogene Mischung von Proteinen, da die Erneuerung des Federkleides für die Tiere sehr kräftezehrend ist.

Winter:

Im Winter wird empfohlen, die Tauben zusätzlich mit Hefe zu füttern.

Frühjahr:

In der Brutzeit im Frühjahr (März) eignet sich vor allem eine Fütterung mit Weizen, Sämereien und Erbsen. Besonders gerne werden auch Hanf, Anis, Hirse und Leinsamen von Tauben angenommen.

Gut zu wissen:

Eine Taube, die als Brieftaube fliegen oder Jungen aufziehen muss, hat deutlich höhere Ernährungsansprüche als eine Taube, die weniger aktiv ist. Durch eine gute Ernährung wird die allgemeine Gesundheit der Taube gewährleistet und eine bestmögliche Verfassung sichergestellt.

Eine Taube braucht Wasser zur Verdauung und zum Verarbeiten des Futters. Sie trinkt etwa 50 ml Wasser am Tag. Wenn Jungen gefüttert werden müssen, verdoppelt sich diese Menge auf 100 ml. Am besten geben Sie Ihrer Taube täglich frisches Leitungswasser.

Junge Tauben kommen mit einem gelben Flaum zur Welt. © Katrien Buysse

Fertigfutter für Tauben

Im Handel sind auch hochwertige Futtermittel in Form von Pressfutter und ummantelten Körnern erhältlich.

Wichtig ist die optimale Versorgung mit:

  • Eiweiß
  • Aminosäuren
  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Mineralstoffe
  • Kalzium
  • Phosphor
  • Spurenenlemente
  • Vitamine
Je nach Energiebedarf vor, während oder nach der Brut werden die Mischungen in geeigneter Zusammensetzung entweder vom Fachhandel angeboten, oder der Züchter stellt aus Einzelsämereien die Mischung selbst zusammen. In der Praxis werden unterschieden: Zuchtfutter, Jungtaubenfutter, Mauserfutter, Ruhe- und Winterfutter.

Picksteine – Ein Muss in jedem Taubenstand:

Ein Pickstein ist ein Mineralstein, der für eine ausreichende Aufnahme von Magnesium, Natrium und anderen Spurenelementen sorgt. Zudem sind die Tiere im Taubenschlag aktiver, sie haben ein geringeres Stresslevel und neigen weniger zu Federpicken. Die Tauben picken nur dann davon, wenn sie wirklich Bedarf haben, z.B. bei der Rückkehr von einem Flug, während der Zucht und Mauser. Sie können das ganze Jahr in einem geeigneten Trog zur Verfügung gestellt werden.

Umstritten: Die Fütterung von Tauben in der Stadt

Tauben in der Stadt werden häufig anstelle von Körnern oder anderen Sämereien mit Essensresten und Brot gefüttert. Generell sind aber verarbeitete Lebensmittel mit hohem Kohlenhydrat- und Salzgehalt ungeeignet für Vögel. Dazu gehört auch salziges Brot oder Gebäck.

Greifen Sie lieber auf geeignetes Futter zurück:

  • Eine gute Wahl sind getrockneter Mais, zum Beispiel Popcornmais, Sonnenblumenkerne oder getrocknete Erbsen. Darüber hinaus vertragen Tauben gut Weizen- oder Dinkelkörner sowie rohen Naturreis.
  • Sie können auch auf Futtermischungen aus einem Zoofachhandel zurückgreifen, die speziell auf die Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten und mit wertvollen Mineralien versehen sind.
In vielen Städten ist das Füttern von Tauben allerdings aufgrund von Denkmalschutz, Verschmutzung der Innenstädte, Gefahr der Übertragung von Krankheiten und Eindämmung der Taubenpopulation grundsätzlich auf öffentlichen Plätzen verboten. Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet.

Zu den Städten, in denen die wiederholte Fütterung mit hohen Gebühren bestraft wird, gehören beispielsweise München, Stuttgart, Köln, Hamburg oder Dortmund.

Tierfreunde können aber die Tauben in Gärten oder auf Balkonen gerne weiter versorgen, hier können Sie dann auf artgerechtes Futter zurückgreifen.

Getrockneter Mais eignet sich gut als Taubenfutter. © shashank ram charan / EyeEm – stock.adobe.com

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