Coronavirus: Was Haustierbesitzer wissen müssen

Ist das Coronavirus für meinen Hund oder meine Katze ansteckend? Was passiert mit dem Haustier, wenn der Besitzer in Quarantäne muss? Alles was Haustierbesitzer zu Corona und Quarantäne wissen müssen, erfahren Sie hier.

 

Hund und Katze auf dem Sofa
Die wichtigsten Fakts zur Haustierhaltung in der aktuellen Krisensituation. © Stock.adobe.com/New Africa

Noch immer werden täglich weltweit neue Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) gemeldet. Das Virus löst die Lungenkrankheit Covid-19 aus. So stellen sich auch immer mehr Haustierbesitzer die Frage, ob das Virus für ihr Tier gefährlich werden kann und was im Falle der eigenen Ansteckung zu berücksichtigen ist, um die Versorgung ihres Haustiers zu gewährleisten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Update: Erste Zootiere werden jetzt gegen Corona geimpft 

Der Oakland Zoo in Kalifornien (USA) hat Anfang Juli begonnen, Zootiere gegen Covid-19 zu impfen

Wie der Oakland Zoo auf seiner Website verkündet, haben Tiger, Bären, Pumas und Frettchen nun die erste von zwei Impfungen erhalten. Im nächsten Schritt sollen auch die Schimpansen, Fledermäuse und Schweine geimpft werden.  

Dr. Alex Herman, Vorsitzender der Veterinärabteilung im Oakland Zoo, nimmt Stellung: „Wir sind glücklich und erleichtert, dass wir mit dieser Impfung unsere Tiere jetzt besser schützen können.“ Bislang verhinderten Absperrungen, dass man sich den Tieren nähern konnte, außerdem trugen die Mitarbeiter im näheren Umgang mit den Tieren FFP-2 Masken.

Die Covid-19 Impfung für Tiere stammt vom amerikanischen Tierarzneimittelhersteller Zoetis. Das Unternehmen hat bereits über 11.000 Dosen Impfstoff an verschiedene amerikanische Zoos gespendet. 

Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken?

Einige Tierarten tragen bereits eine Form des Coronavirus in sich, die aber klar vom für Menschen gefährlichen Erreger SARS-CoV-2 zu unterscheiden sind, wie das Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit in einer Meldung bekannt gegeben hat. 

Bei Katzen kann das Virus die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auslösen, Schweine erkranken an der epizootischen Virusdiarrhoe.

Bisher gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass sich Haustiere mit SARS-CoV-2 vom Menschen anstecken können. Dies gelte laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Haustiere wie Hunde, Katzen oder andere Kleintiere ebenso wie für Nutztiere, beispielsweise Pferde oder Rinder.

"Nein. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Nutztiere oder Haustiere wie Katzen und Hunde infiziert wurden oder das Virus verbreiten könnten, das COVID-19 verursacht.", erklärt die WHO in einem FAQ zum Coronavirus. Haustierbesitzer sollten sich aber nach Kontakt zu ihrem Tier die Hände waschen

So gibt es auch keinen Nachweis, dass Haustiere das Coronavirus auf den Menschen übertragen können. Jedoch weisen die Experten des Instituts für Tiergesundheit darauf hin, dass der Erreger SARS-CoV-2 sich dynamisch entwickle.

Weltweit gibt es jedoch einige Fälle, in denen sich Haustiere mit dem Coronavirus angesteckt haben sollen – meist nach engem Kontakt mit einer infizierten Person. Lassen Sie Ihr Tier nicht von infizierten Personen streicheln und halten Sie auch mit dem Tier Abstand zu anderen Personen. 

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Forscher erwägen bereits eine  Impfung für Haustiere. © Stock.adobe.com/ivan kmit

Was passiert mit dem Haustier, wenn ihr Besitzer in Quarantäne muss?

Wird bei einer Person eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt, so kann eine Quarantäne (Heimabsonderung) verhängt werden, wodurch das Risiko weiterer Infektionen vermieden werden soll. Dennoch müssen Haustierbesitzer ihre Tiere weiter versorgen. Auch bei Eintreten des Katastrophenfalls können Hundebesitzer weiterhin mit ihren Hunden zur Gassirunde nach draußen gehen.

Eigene Verordnungen für Haustiere infizierter Personen gibt es nicht. Eine Trennung ist, sofern es die Wohnsituation oder der Gesundheitszustand zulässt, also nicht nötig, wie die WHO erklärt.

Der Körperkontakt mit dem Haustier sollte jedoch beschränkt werden. So sollte ein Hund seinen mit dem Coronavirus infizierten Besitzer etwa nicht im Gesicht ablecken dürfen.

Eine Quarantäne kann für Hundebesitzer in Städten oder ohne eigenen Garten allerdings schnell zum Problem werden. In diesem Fall muss eine Betreuung für den Hund organisiert werden. Dabei gilt zu beachten:

  • Der Kontakt zur Betreuungsperson sollte so distanziert wie möglich ablaufen.
  • Zubehör, wie Leinen oder Halsbänder sollten gründlich bei der Übergabe gereinigt werden, um eine weitere Infektion zu vermeiden.
  • Decken und Tierbetten sollten ebenfalls gereinigt und bestenfalls heiß gewaschen werden.

So beugen Sie Langeweile vor 

Während der Quarantäne können Sie keine längeren Spaziergänge mit Ihrer Fellnase unternehmen. Damit Ihr Hund dennoch ausgelastet ist, finden Sie hier die beliebtesten Hundebeschäftigungen für Zuhause: 

Was passiert, wenn Symptome bei einem Haustier auftreten?

Sollten Haustierbesitzer ein Auftreten von Symptomen einer Coronainfektion bei ihrem Haustier beobachten, rät das Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit dazu, einen Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion durchführen zu lassen. Dazu müssen Haustierbesitzer das Gesundheitsamt informieren. Bei Haustieren wird der gleiche Test verwendet, wie bei Menschen, um eine Infektion nachzuweisen. So können weitere Informationen zu Ansteckungsszenarien gewonnen werden.

 

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