Schritt für Schritt: So gelingt der Rückruf beim Hund

Manchmal ist es sehr mühsam, den eigenen Hund in unterschiedlichen Situationen zuverlässig zurückzurufen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, dass der Rückruf bei Ihrem Hund künftig noch besser klappt.

Hund Rückruf
So klappt der Rückruf zuverlässig.© stock.adobe.com/tmart_foto

Wenn der Hund ohne Leine durch den Park läuft, kann es schnell passieren, dass andere Vierbeiner, ein besonderer Geruch oder vielleicht sogar ein Hase sein Interesse weckt. Einen nicht angeleinten Hund dann davon zu überzeugen, zu seinem Besitzer zurückzukehren, kann sehr mühsam werden. Dabei ist ein zuverlässiger Rückruf eines der wichtigsten Signale in der Hundeerziehung, um Gefahrensituationen zu vermeiden. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, Ihren Hund künftig wieder zuverlässig zurückzurufen.

1. Das richtige Signal ist entscheidend

Überhört Ihr Hund Rufe wie "Komm" und "Hier… zu miiiiir", brauchen Sie unbedingt ein neues Signal für den Rückruf. Verwenden Sie ein Wort, das sonst in Ihrer Hundeerziehung nicht vorkommt und (für Menschen) positiv besetzt ist, um Ihren Hund zu sich zu rufen. "Juuuuuhuuuu", "Engelchen", "Alohahe" oder "Lotto" eigenen sich dafür beispielsweise.

Solche Worte rufen sie nämlich automatisch nicht wie einen Befehl und der Hund verbindet sie vorläufig mit nichts. Alternative: Sie können genauso mit einer Pfeife arbeiten. Wenden Sie dann aber einen Pfiff an, den Sie vorher nie genutzt haben, wie ein Trillern oder drei aufeinanderfolgende Kurzpfiffe. Ein neues Signal kann dabei helfen, die Aufmerksamkeit Ihres Hundes wiederzugewinnen.

2. Die Körpersprache muss stimmen

Ein drohendes "Komm sofort!" klingt für Hunde nicht wirklich verlockend. Auch die Körpersprache ist entscheidend: Wütende (oder verzweifelte) Menschen, haben eine abweisende Körperhaltung – deshalb zögert der Hund, zu seinem rufenden Besitzer zurückzulaufen.

Ratsam ist es, lustig, spannend oder schmeichelnd zu rufen. Das verschafft Aufmerksamkeit und verhindert Anspannung, die bei Drohrufen aufgebaut wird. Wirken Sie entspannt, wird Ihr Hund wesentlich lieber zu Ihnen zurücklaufen.

3. Rückruf erst einmal zu Hause üben

Damit Ihr Hund das Rückrufsignal kennenlernen und richtig verknüpfen kann, müssen Sie das neue Wort und den geänderten Ton mit ihm erst zu Hause üben. Dafür sollten Sie sich und dem Hund unbedingt Zeit lassen. Beginnen Sie die Übung in einem Raum ohne Ablenkung, dann entfernen Sie sich in der Wohnung. Später üben Sie im Garten oder vor dem Haus – in bekannter, uninteressanter Umgebung.

Es kann Tage, sogar Wochen dauern, bis Sie Ihr Verhalten so verinnerlicht haben, dass keine Ausrutscher mehr drohen und Sie auch beim Freilauf das Signal anwenden können. Bis dahin hat auch Ihr Hund die richtige Verknüpfung hergestellt: Jubelndes Locken bedeutet immer einen begeisterten Menschen und damit eine Belohnung.

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Der Rückruf muss zuerst zu Hause klappen.    ©adobestock.com/Tatyana Gladskih

4. Die Distanz bestimmt den Erfolg

Für einen sicheren Rückruf ist es wichtig, dass Ihr Hund sich nicht zu weit von Ihnen entfernt. Legen Sie einen Radius um Sie herum fest, in dem Ihr Hund herumtoben kann. Größe und Schnelligkeit des Hundes müssen dabei berücksichtigt werden.

Rufen Sie ihn zu sich, wenn er sich aus diesem Radius entfernt. Das ist anfangs lästig, wirkt aber nachhaltig, denn auch diesen Radius verinnerlicht Ihr Hund.

5. Reaktion des Hundes genau beobachten

Im erlaubten Radius um Sie herum bemerken Sie die Veränderungen Ihres Hundes sofort: Spannt er seinen Körper auf einmal an, spitzt die Ohren und hält die Nase gegen den Wind oder auf den Boden, haben Sie maximal zwei Sekunden Zeit, ihn mit einem Rückruf zu stoppen.

Ist die Zeit verstrichen und er losgerannt, schaltet sein Gehör auf Durchzug. Schweigen Sie, warten Sie einen Moment und erst dann rufen (pfeifen) Sie – nicht ängstlich oder wütend, sondern so, wie Sie es geübt haben. So kommt Ihr Hund zuverlässiger zu Ihnen zurück.

6. Erfolgreichen Rückruf richtig belohnen

Es mag vielleicht etwas seltsam wirken, sich jubelnd und überschwänglich darüber zu freuen, dass Ihr Hund fröhlich auf Sie zurennt. Aber es ist notwendig, damit der Hund seine Rückkehr als etwas Positives wahrnimmt.

Freuen Sie sich ausgiebig, bevor Sie zum Leckerli greifen. Es sollte eine besondere Belohnung sein: ein Käse- oder Wurststück, das er sonst nie bekommt. Die Jubelrufe und die anschließende Leckerei, sind für Ihren Hund eine echte und großartige Belohnung. Das Zurückkommen zu Ihnen wird mit diesem Glücksgefühl abgespeichert.

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Ihr Hund wird Ihnen mit Freude entgegenkommen.     ©adobestock.com/olezzo

7. Wiederholung des Rückrufes ist für den Hund wichtig

Üben Sie den Rückruf immer wieder, damit Ihr Hund die Bedeutung des Signals nicht vergisst. Vermeiden Sie dennoch den unnötigen Einsatz des Rückrufes. Auch für Sie ist eine ständige Übung gut: So gewöhnen Sie sich daran, nicht drohend oder hektisch zu rufen. Die Abfolge Rufen (oder Pfiff), begeistert jubeln und dem Hund schließlich die Belohnung zu geben, sollte immer gleich bleiben.

Irgendwann wird Ihr Hund ohne nachzudenken reagieren und zuverlässig zurücklaufen. Und das mit Freude: Er hat gelernt, dass Sie ihn freudig erwarten, ihn glücklich begrüßen und er auch noch eine besondere Leckerei bekommt, wenn er auf Ihr Signal hin zu Ihnen zurückkommt.

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