Das 1x1 der Hamsterpflege

Damit sich Ihr Hamster bei Ihnen wohlfühlt und gesund bleibt, ist die richtige Pflege notwendig. Diese elf Tipps liefern die wichtigsten Grundlagen zur richtigen Hamsterpflege.

Damit sich Ihr Hamster bei Ihnen wohlfühlt und gesund bleibt, ist die richtige Pflege notwendig.
Damit sich Ihr Hamster bei Ihnen wohlfühlt und gesund bleibt, ist die richtige Pflege notwendig. © asolo79- stock.adobe.com

Ob Goldhamster, chinesischer Streifenhamster, Dsungarischer oder Roborowski-Zwerghamster – die Grundforderungen an die Menschen, die sie pflegen, sind dieselben.

Mit diesem 1x1 der Hamsterpflege bleibt Ihr Hamster gesund und glücklich:

1. Ein gemütliches Schlafhaus

Hamster sind mehr oder weniger nachtaktiv und verschlafen den Tag. Weil Käfig, Terrarium oder Cricetinarium (das Hamster-Biotop im Wohnzimmerformat) keine Möglichkeit dazu bieten, unterirdische Baue anzulegen, muss oberirdischer Ersatz her: ein Schlafhäuschen. Meist dient es gleichzeitig als Vorratskammer.

2. Der richtige Standort fürs Hamsterheim

Auch wenn Hamster aus Wüsten, Trockenzonen, Steppen und genauso unwirtlichen Halbwüsten stammen, haben sie einige Ansprüche an den Lebensraum, in dem sie sich bewegen - auch in der Wohnung. Das Hamsterheim muss an einem ruhigen Standort stehen, an dem es nicht zu kalt und nicht zu warm ist (16–24°C). Außerdem sollte es zugluftfrei sowie trocken aufgestellt sein. Zusätzlich ist regelmäßiger Freilauf in der Wohnung notwendig.

3. Das ideale Hamsterheim

Als ideal hat sich eine Bodenwanne aus Plastik (Kantenhöhe zwischen 8 und 10 cm) mit Gitterhäuschen erwiesen. Glasbecken wie Aquarien haben den Nachteil, dass sich Luft darin stauen kann, die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird und damit einen idealen Nährboden für Keime bildet. Außerdem mindert sie den Hamster-Kletterkomfort, und schließlich ist die Reinigung komplizierter. Alternativ können Sie das Hamsterheim auch selbst bauen.

Außerdem sollte das Hamsterheim eine Grundfläche von mindestens einem Quadratmeter haben und eine Höhe von 50 cm keinesfalls unterschreiten. Es sollte eine mindestens 20 cm tiefe grabfähige Bodenschicht in das Hamsterheim eingebracht werden. Ein Sandbad ermöglicht dem Hamster die Fellpflege.

4. Hamster lieben Sauberkeit

Reinigung und Hygiene tun gerade beim Steppen- und Wüstenbewohner Hamster not. Zwar sind die Tiere reinlich, aber eine dicke Einstreuschicht ist Pflicht, um Feuchtigkeit abzufangen – verklumpte und verschmutzte Teile tauschen Sie einmal wöchentlich aus.

Die Urinecke des Hamsterheims muss täglich, das Gehege an sich zweichwöchentlich (Goldhamster) oder monatlich (Zwerghamster) gereinigt werden. Futter- und Trinkgefäße sollten täglich gesäubert werden.

5. Beschäftigung für Hamster

Der Raum über der Bodenwanne sollte mit Unterschlüpfen, Tunnelsystemen, Zweigen, Wurzeln, Balken und Kletterröhren dekoriert werden. Gegen die Langeweile brauchen die Nager Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten – sie wollen laufen, buddeln, knabbern, klettern und sich verstecken. Dafür ist die richtige Ausstattung des Hamsterkäfigs notwendig.

Wenn Sie dem Hamster ein Laufrad zur Verfügung stellen, dann muss dieses so groß sein, dass der Hamster darin ohne durchgebogenen Rücken laufen kann. Es sollte außerdem nicht aus Plastik sein und sowohl die Rückwand als auch die Lauffläche müssen geschlossen sein.

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Zur richtigen Pflege gehört ein artgerechtes Heim. ©Mary Swift-stock.adobe.com

6. Hamster brauchen frisches Wasser

Obwohl Hamster aus Trockengebieten stammen, wo ihr Wasserbedarf hauptsächlich durch Grünfutter gedeckt wird, müssen sie im Käfig mit Wasser versorgt werden. Besser als Wasserschälchen, die durch die Einstreu verschmutzt oder vom Temperamentsbündel umgekippt werden, eignet sich dafür eine hängende Trinkflasche.

7. Futternäpfe aus Ton oder Porzellan

Ton- oder Porzellangefäße mit schweren Böden sind die richtigen Näpfe fürs Futter, das – getrennt nach Saft- und Trockenmischung – vom Hamster meistens komplett gesammelt und im Vorratshäuschen oder eigens angelegten Gruben verscharrt wird. Verdorbenes Futter muss aus dem Käfig entfernt werden. Die Futternäpfe sollten so platziert werden, dass sie nicht umfallen können.

8. Reinigung des Hamsterheims

Bei der Reinigung von Bodenwanne, Schlafhäuschen, Gitteraufsatz und Näpfen verwenden Sie bitte keine Desinfektionsmittel – heißes Wasser genügt. Das Baumaterial, das der Hamster in sein Häuschen trägt, sollten Sie nicht komplett erneuern, sondern immer nur die verschmutzten Teile entfernen. Auch beim Einstreu sollten Sie immer nur einen Teil entfernen und frisches Einstreu mit dem älteren vermischen.

9. Das richtige Nistmaterial für Hamster

Als Nistmaterial sind Stroh, Heu, Hanf, Sisal, dürres Moos und getrocknete Kräuter, die auch für einen angenehmen Duft sorgen, am besten geeignet. Wolle, Fäden und auch die Kokos- und Nistmaterialien für Vögel sind zu fein und zu scharf. Alle Nistangebote verstreuen Sie möglichst im gesamten Käfig, dann hat Ihr Nachtwandler etwas zu tun. 

10. Hamster brauchen Nagematerial

Hamster sind Nagetiere, die ihre Zähne abnutzen müssen. Neben dem Schlafhäuschen (wenn es aus Holz ist) brauchen sie dazu frische Zweige (Obstbäume, Weiden, Kastanie, Nussbäume) und zusätzlich mal ein hartes Stückchen Brot oder die im Fachhandel erhältlichen Holzstückchen mit Aroma. Auch zernagbares, unbedrucktes Papier und Karton ist geeignet.

11. Hamster sind keine Streicheltiere!

Das elfte und wichtigste Gebot: Hamster sind keine Streicheltiere. Im Freileben gehören sie zu den echten Eremiten, die sich nur zur Paarung treffen und die eigenen Babys vertreiben, sobald diese selbstständig sind. Auch Ihr Hamster zu Hause ist nicht auf die wärmende, liebkosende Hand angewiesen. Das sollten Sie auch Ihren Kindern erklären. Beobachten Sie Ihren Hamster lieber, wenn er nach Sonnenuntergang aktiv wird und seine artistischen Fähigkeiten zeigt.

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