Kaninhop: Der Springsport für Kaninchen

Beim Kaninhop überwinden Kaninchen an Geschirr und Leine Hindernisse. Wie Sie herausfinden, ob Ihr Kaninchen Spaß am Springen hat und wie Kaninhop bei Wettkämpfen abläuft, erfahren Sie hier. 

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Viele Kaninchen haben Spaß beim Springen. © Stock.adobe.com/fotomolka

Beim Kaninhop überwinden Kaninchen kleine Sprünge und absolvieren so einen Parcours. Die Sportart wird in Deutschland immer beliebter, ist unter Tierfreunden aber umstritten. Wichtig ist, dass das Tierwohl immer an erster Stelle stehen muss und das Kaninchen zu nichts gedrängt wird.

Kaninchen sind jedoch sehr intelligent und lernwillig. Sie freuen sich an Bewegung und Beschäftigung. Viele Kaninchen springen sehr gerne. Informieren Sie sich hier, wie Kaninhop abläuft und wie Sie herausfinden, ob Ihr Kaninchen Spaß am Springen hat.  

Inhaltsübersicht:

Was ist Kaninhop?

Kaninhofp entstand als Sportart Anfang der 1970er Jahre in Schweden, um Kaninchen besser auszulasten und für mehr Bewegung zu sorgen. Wie beim Springsport mit Pferden springen Kaninchen dabei über kleine Hindernisse und absolvieren einen Parcours.

Im Wettkampf gibt es beim Kaninhop unterschiedliche Varianten. Besonders verbreitet sind Hindernisse auf gerader Bahn oder im Parcours. Ebenfalls gibt es das Punktespringen, bei dem die Anzahl der absolvierten Hindernisse in einer festgelegten Zeit über die Platzierung bestimmt. 

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Hoch- und Weitsprung beim Kaninhop sind in Deutschland nur unter sehr strengen Auflagen des Zentralverbands Deutscher Rassekaninchenzüchter (ZDRK) zugelassen, um die Kaninchen nicht zu überfordern.

Die Kaninchen werden dabei an Geschirr und Leine geführt oder springen frei. 

Neben kleineren Vereinsturnieren gibt es auch Landes- und Europameisterschaften im Kaninhop. 

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Die Hindernisse beim Kaninhop sind unterschiedlich aufgebaut. © Stock.adobe.com/fotomolka

Wettkampf im Kaninhop 

Beim Wettkampf im Kaninhop treffen sich Kaninchenliebhaber, um das Können ihrer Kaninchen vorzustellen. Das Wohl der Tiere sollte dabei immer an erster Stelle stehen und der sportliche Wettampf in erster Linie Spaß machen und gleichgesinnte Kaninchenfreunde zusammenführen. 

Folgende Disziplinen gibt es beim Kaninhop: 

  • Gerade Bahn: Hindernisse stehen in einer Reihe, Kaninchen werden an Geschirr und Leine geführt
  • Freies Springen: Kaninchen springen einen offenen Parcours ohne Leine
  • Nummerierter Parcours: Die Anzahl der Hindernisse, die ein Kaninchen in einer vorgeschriebenen Zeit absolviert, wird bepunktet. 
  • Hoch- und Weitsprung: In Deutschland nur unter strengen Vorlagen erlaubt.

Gewinner ist in der Regel, wer in kürzester Zeit bei geringster Fehlerzahl den vorgeschriebenen Parcours absolviert.

Fehlerpunkte bekommt man im Kaninhop, wenn die Latte fällt, wenn drei leichte Korrekturen an der Leine zu beobachten sind oder wenn die erlaubte Zeit überschritten wird. 

Im Kaninhop gibt es unterschiedliche Leistungsklassen von „Leicht“ bis „Elite“. Der leichte Parcours besteht aus acht Hindernissen, die maximal 25 Zentimeter hoch sind. In höheren Klassen steigt die Anzahl der Hindernisse, diese werden höher und tiefer.

 

 

 

Teilnahmevorausssetzungen für Kaninhop 

Um mit seinem Kaninchen am Kaninhop teilzunehmen, benötigt der Kaninchenhalter ein Startbuch mit Infos zu Tier und Halter. Im Startbuch ist außerdem die verpflichtende Impfung gegen RHD eingetragen. Das Startbuch erhält man, wenn man einer Kaninhop Gruppe beitritt. Diese Gruppen sind in der Regel dem ZDRK angeschlossen. 

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In schwereren Klassen werden die Hindernisse höher und tiefer. © Stock.adobe.com/fotomolka

Wie dem Kaninchen Kaninhop beibringen? 

Wer mit seinem Kaninchen die Sportart Kaninhop ausprobieren möchte, sollte am besten früh anfangen. Je jünger das Kaninchen ist, desto experimentierfreudiger und lernwilliger ist es. 

Zuerst sollte man jedoch unbedingt beobachten, ob das Kaninchen überhaupt Spaß am Springen und Überwinden von Hindernissen hat. Das ist bei Kaninchen völlig unterschiedlich. Stellt man fest, dass das Kaninchen freiwillig im Auslauf schon über kleine Bretter oder Hindernisse springt, ist es wahrscheinlich, dass es dem Kaninchen Spaß macht. 

Motivieren Sie Ihr Kaninchen mit einer kleinen Leckerei, auf die andere Seite des Hindernisses zu hüpfen. Belohnen Sie das Kaninchen, wenn es im Auslauf freiwillig über kleine Hindernisse hoppelt. Sagen Sie dabei immer „Hopp“, wenn das Kaninchen gerade über ein Hindernis hüpft. 

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Sie werden schnell merken, ob Ihr Kaninchen Freude an dieser Aufgabe hat. Wenn es Sie einfach ignoriert oder am Hindernis vorbeihoppelt, hat es wohl keinen Spaß am Springen

Um Verletzungen und Gelenkschäden zu vermeiden, sollten Sie Ihr Kaninchen nur auf weichem Untergrund wie Rasen oder Teppichboden springen lassen. 

Wichtig: Trainieren Sie mit Ihrem Kaninchen nie lange am Stück und steigern Sie die Schwierigkeit der Hindernisse nur ganz langsam! Ein Training pro Woche von maximal zehn Minuten ist ausreichend!

Geschirr und Leine für Kaninhop

Wenn es sich nicht um freies Springen handelt, werden die Kaninchen beim Kaninhop an Geschirr und Leine geführt. Kaufen Sie unbedingt ein passendes Geschirr, das gut sitzt und nicht einschneidet. Sie haben die Wahl zwischen Brustgeschirr, Schultergeschirr und Norwegergeschirr. Die Leine sollte möglichst leicht sein und zwei Meter lang sein. 

 

 

 

Kaninchen an Geschirr und Leine gewöhnen

Wenn Sie mit Ihrem Kaninchen auch an Wettkämpfen teilnehmen möchten, müssen Sie es an Geschirr und Leine gewöhnen. Lassen Sie sich dabei unbedingt Zeit. 

Bleiben Sie unbedingt in der Nähe, wenn das Kaninchen das Geschirr trägt, damit es sich nicht verletzen kann, sollte es irgendwo hängen bleiben. 
  • Lassen Sie Ihr Kaninchen zuerst nur frei mit dem Geschirr laufen und nehmen Sie es nach kurzer Zeit wieder ab. Belohnen Sie Ihr Kaninchen dabei ausgiebig.
  • Steigern Sie die Zeit, die das Kaninchen beim Freilauf das Geschirr trägt nach und nach. 

Erst wenn das Kaninchen überhaupt kein Problem mehr mit dem Tragen des Geschirrs hat, können Sie es an die Leine gewöhnen. Die Leine sichert das Kaninchen jedoch nur ab und begrenzt es. Ziehen Sie das Kaninchen niemals an der Leine, auch nicht nach oben. 

Im Fokus steht das Tierwohl! Bemerken Sie, dass sich Ihr Kaninchen in der Situation unwohl fühlt, brechen Sie sofort ab!
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Beim Kaninhop treffen sich Kaninchenfreunde. © Stock.adobe.com/fotomolka

Hindernisse beim Kaninhop

Hindernisse zum Kaninhop kann man im Handel kaufen oder auch selbst bauen. Wichtig ist, dass sich das Kaninchen an keinem Teil des Hindernisses verletzen kann. Achten Sie darauf, dass die Hindernisstangen leicht sind und bei Berührung schnell fallen. 

Im Wettkampf gibt es unterschiedliche Hindernistypen: Steilsprünge (Hochsprünge), Oxer (Hoch-Weitsprünge) und in höheren Klassen auch einen Wassergraben, der überwunden werden muss. 

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