Einstreu & Nistmaterial bei Mäusen

Die Einstreu ist ein wichtiger Bereich im Leben einer Maus. In ihr wird gebuddelt, es werden Gänge angelegt, und es wird geschlafen. Deshalb sollte ihr viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Welche Einstreu für Mäuse optimal ist, lesen Sie hier!

Maus im Sandbad
Zur Ausgestaltung ihres Unterschlupfs benutzen die meisten Mäuse Nistmaterial.© animals-digital.de

Die Anpassung der Einstreu an die jeweilige Mäuseart beginnt schon mit der Höhe der Einstreu. Bei stark grabenden Arten, wie den Rennmäusen, sollte sie mindestens 15 cm betragen. Weniger stark grabende Arten wie Stachelmäuse sind auch schon mit einer Höhe von 5 cm zufrieden. Neben der Höhe ist aber auch die Beschaffenheit der Einstreu von großer Bedeutung.

Welche Einstreu ist die richtige für welche Mäuse?

Handelsübliche Kleintierstreu wird wohl für die meisten Mäuse-Gehege als Bodengrund verwendet. Diese ist zwar hygienisch, aber nicht in allen Fällen entspricht sie den Ansprüchen der gepflegten Tiere. Ideal ist Kleintierstreu nur für grabende Arten wie Mongolische Rennmäuse. Mit einem Unterbau aus größeren und kleineren Ästen sowie Heu und Stroh ermöglicht sie den Mäusen den Bau von stabilen Gängen.

Sand, Torf oder Hanf:

Je nach gepflegter Art kann aber auch auf Sand, Torf oder Hanfstreu als Einstreu zurückgegriffen werden. Besonders bei Stachelmäusen ist eine Haltung auf Sand empfehlenswert, da er dem natürlichen Untergrund der Tiere entspricht. Sie können die Tiere zum Beispiel auf Quarzsand halten, dem Sie ein bis zwei Esslöffel Urgesteinsmehl zusetzen. Der Zusatz von Urgesteinsmehl sorgt dafür, dass der Sand deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, den gleichen Effekt erfüllt Talkum.

Selbstverständlich kann man statt Quarzsand auch auf Chinchillasand zurückgreifen. Vogelsand mit einem Zusatz an Anisöl darf nicht als Bodengrund eingesetzt werden, da das Anisöl zu Allergien und Augenentzündungen führen kann. Der Muschelgrit, der meist im Vogelsand enthalten ist, ist zudem schädlich für die empfindlichen Fußsohlen der Rennmäuse und kann zu wunden Füßen oder sogar Schnittwunden führen. Da Stachelmäuse aus trockenen Regionen stammen, ist die Menge an abgesetztem Urin gering. Es reicht zur Reinigung deshalb aus, den Sand einmal wöchentlich durchzusieben, ein Austausch braucht nur alle 1 – 2 Monate zu erfolgen.

Auch Torf oder ein Torf-Sand-Gemisch hat sich als Bodengrund bewährt. Bei entsprechender Einstreuhöhe können die Mäuse ausgiebig Gänge graben und sich unterirdische Baue anlegen. Durch zusätzliche Gabe von Blättern oder Grassoden kann z.B. bei Streifengrasmäusen der natürliche Lebensraum der Tiere nachempfunden werden, was die Tiere mit einem reichhaltigen Verhaltensrepertoire danken. Leider kann Torf mit Schimmelpilzen kontaminiert sein.

Alternative: Humusziegel:

Um das Risiko eines Pilzbefalls zu vermeiden, kann man auf Humusziegel zurückgreifen, die aus der Reptilienhaltung stammen. Diese Ziegel bestehen aus getrocknetem und gepresstem Pflanzenmaterial (meist Kokos), welches sterilisiert wurde. Durch Zugabe von Wasser erhält man aus dem handlichen Ziegel bis zu 5 Liter Einstreu, welche gänzlich frei von Keimen ist.

Tipp: Wechseln Sie beim Säubern des Geheges in regelmäßigen Abständen die Einstreuart, so können Sie Ihren Mäusen zusätzliche Abwechslung bieten.

Die zusätzliche Beimengung von Rindenstücken, Blättern, Ästen oder Grassoden trägt ebenfalls dazu bei, den Bodengrund möglichst interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Solche "Zugaben" ermöglichen es den Mäusen, den Bodengrund ausgiebig zu zerlegen und nach ihren Vorstellungen zu bearbeiten, sodass Langeweile erst gar nicht aufkommen kann. Einen ähnlichen Zweck erfüllt auch die im Fachhandel erhältliche Überstreu.

Vorsicht: Katzeneinstreu ist keine geeignete Einstreu für Mäuse! Sie kann von den Tieren aufgenommen werden und Darmverschlüsse verursachen. Hobelspäne von Nadelhölzern sind wegen des Harzes und der ätherischen Öle als Einstreu ebenfalls ungeeignet.

Das Sandbad für Mäuse

Wird kein Sand als Einstreu verwendet, ist die Gabe eines Sandbades bei vielen Mäusearten sinnvoll, da ansonsten das Fell verfettet und dadurch seine isolierende Wirkung verliert. Die Gabe des Sandbads erfolgt in einer Schale, deren Durchmesser mindestens der anderthalbfachen Körperlänge der jeweiligen Mäuseart entspricht. Bestens bewährt haben sich große glasierte Blumenuntersetzer, da diese leicht zu reinigen sind und nicht angenagt werden können.

Verbleibt das Sandbad dauerhaft im Gehege, wird es schnell zur Toilette umfunktioniert oder der Sand wird gänzlich herausgescharrt. Deshalb ist es günstiger, das Bad nur stundenweise zur Verfügung zu stellen und dann wieder aus dem Gehege zu entnehmen.

Als Badesand können Sie reinen Chinchillasand oder ein Gemisch aus zwei Dritteln Quarzsand und einem Drittel Chinchillasand anbieten. Alternativ kann den Tieren auch Quarzsand mit einem Zusatz von Urgesteinsmehl oder Talkum angeboten werden.

Nistmaterial für Mäuse

Zur Ausgestaltung ihres Unterschlupfs benutzen die meisten Mäuse Nistmaterial. Damit sie dieses Verhalten auch in ihrer Obhut zeigen können, müssen Sie ihnen geeignetes Material anbieten.

Geeignete Materialien sind nicht durch Schadstoffe belastet und dürfen keine Verletzungsgefahr für die Tiere darstellen. Neben Heu und Stroh sind unbedruckte Cellulosefasern (Taschentücher, Küchenrollen etc.), sowie Moos und Kokosfasern geeignete Nistmaterialien für Mäuse.

Bedruckter Stoff sollte wegen der Farbstoffe, die eine gesundheitliche Schädigung verursachen können, vermieden werden. Völlig ungeeignet als Polstermaterial sind Watte oder die im Handel angebotene Hamsterwatte, da sie so dünn und strapazierfähig sind, dass sie sich um die Extremitäten der Tiere wickeln können und es hierdurch zu Abschnürungen und in Einzelfällen sogar Amputationen kommen kann.

 

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