Vergesellschaftung von Ratten – So klappt’s!

Wollen Sie neue Ratten in Ihr bestehendes Rudel integrieren, ist das alles andere als einfach. Damit bei der Vergesellschaftung Ihrer Ratten alles gut geht, versorgen wir Sie mit allen wichtigen Informationen zu diesem Thema!

Vergesellschaftung Integration Ratten
So funktioniert die harmonische Zusammenführung von Ratten.© ©shutterstock.com/veineleissa

Farbratten können nur in Gruppen mit mehreren Artgenossen gehalten werden – drei bis vier Ratten sind das Minimum. Verstirbt eines der Tiere oder wird eine Ratte aus einem anderen Grund aus dem Rudel entfernt, müssen Sie die Gruppe wieder aufstocken. Wenn Sie sich neue Ratten zugelegt haben, ist es nicht leicht, neue Artgenossen in das bestehende Rudel zu integrieren. Wir verraten Ihnen, wie eine Vergesellschaftung von Ratten für alle Beteiligten so unproblematisch wie möglich ablaufen kann!

So setzt sich ein Rattenrudel zusammen

Bevor es mit der Vergesellschaftung Ihrer Ratten losgehen kann, müssen Sie zuerst einmal verstehen, wie ein Rattenrudel aufgebaut ist. Für die Harmonie zwischen den Ratten sind vor allem folgende Faktoren relevant:

  • Individueller Charakter der Ratten
  • Geschlecht
  • Altersstruktur in der Gruppe
  • Anzahl der Tiere
Erwachsene, unkastrierte Rattenmännchen sind häufig schwierig miteinander zu vergesellschaften – am besten harmoniert eine Gruppe aus mehreren Weibchen und kastrierten Böcken. Die Haltung eines reinen Weibchenrudels ist ebenfalls möglich.

Jungtiere stehen in der Hierarchie automatisch weiter unten – deswegen lassen sich Ratten im Alter von 8 – 12 Wochen leicht in das Rattenrudel einfügen. Wichtig: Es sollten immer auch gleichaltrige Artgenossen vorhanden sein. Bei großen Gruppen (mehr als ca. 6 - 10 Tieren) besteht eher die Gefahr, dass sich die Rudelstruktur durch Alter, Krankheit oder Tod eines der Tiere ändert und die Gruppe plötzlich auseinanderfällt.

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Jungtiere stehen in der Hierarchie ganz unten.         ©adobestock.com/Ekaterina

Vor der Zusammenführung der Ratten

Unter keinen Umständen dürfen Sie Ihre neuen Ratten einfach in den Käfig Ihres Rattenrudels lassen! Vor der Vergesellschaftung sollten die Neuankömmlinge mindestens vier Wochen in Quarantäne, also in einem anderen Zimmer untergebracht werden. Nutzen Sie diese Zeit, um die Tiere hinsichtlich möglicher Krankheitsanzeichen zu beobachten und um sie gleichzeitig an sich zu gewöhnen.

Stellen Sie den Käfig Ihres Rattenrudels und den der neuen niemals nebeneinander! Die Tiere werden durch die Gegenwart fremder Ratten gereizt – so staut sich Aggression auf, die die Ratten nicht (oder erst später) ausleben können.

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Neue Ratten bleiben vorerst in Quarantäne.      ©shutterstock.com/Kirill Kurashov

Das Kennenlernen der fremden Ratten

Die Ratten sollten sich auf unbekanntem Terrain das erste Mal sehen und riechen. Keines der Tiere darf den Ort bereits als sein Territorium beansprucht bzw. markiert haben. Je fremder die Umgebung, desto besser. Die Zusammenführung der Ratten kann zum Beispiel sehr gut in einer anderen Wohnung stattfinden.

Der Ort des Zusammentreffens sollte in jedem Fall begrenzt (beispielsweise durch ein Klappgehege) sein und keine Versteckmöglichkeiten bieten. Legen Sie sich, bevor es losgeht, auf jeden Fall Lederhandschuhe bereit, um bei stärkeren Auseinandersetzungen dazwischen gehen zu können. Die Ratten werden gleichzeitig zusammengesetzt – lassen Sie sie ab jetzt für keinen Augenblick unbeaufsichtigt!

Die erste Begegnung der Ratten – sie sollte nicht länger als einige Minuten dauern – geht mit typischen Verhaltensweisen wie gegenseitigem Beschnuppern, Sträuben des Fells und Verfolgungen einher. Dominante Alphatiere versuchen ihre rangniederen Artgenossen zu unterwerfen. Greifen Sie bei den Rangeleien möglichst nicht ein, damit die Tiere ihre Rangfolge klären können. Gefährlich wird es nur, wenn eines der Tiere dauerhaft gejagt oder gebissen wird – dann müssen Sie die Ratten sofort trennen.

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Beim ersten Treffen müssen sich die Ratten beschnuppern.     ©shutterstock.com/IgrekX

Vergesellschaftung von Ratten braucht Zeit

Gehen die Nager auf neutralem Boden schließlich friedlich miteinander um, werden sie in ein Übergangsgehege umgesiedelt – erst nach und nach sollten Sie das mit Einrichtungsgegenständen ausstatten. Vertragen sie sich schließlich auch hier, können sie nach ca. 1 - 2 Wochen in ihr endgültiges Zuhause ziehen. Reinigen Sie dafür allerdings das Rattenheim gründlich, beispielsweise mit Essigwasser.

Auch im neuen bzw. alten Rattenkäfig gilt, dass die Einrichtung mit Verstecken, Spiel- und Klettergegenständen Schritt für Schritt erfolgen muss. Bei dem Umzug ins Rattenheim kann es zu erneuten Auseinandersetzungen kommen - beobachten Sie das Verhalten Ihrer Tiere, sodass Sie notfalls einschreiten und die Ratten (vorerst) noch einmal trennen können.

Bis eine Vergesellschaftung geglückt ist, können durchaus einige Tage und Wochen vergehen. Lassen Sie sich Zeit, schenken Sie Ihren Ratten Geduld und Einfühlungsvermögen, dann steht der gemeinsamen, friedlichen Zukunft nichts im Wege.

Darauf ist bei der Vergesellschaftung von Ratten zu achten

1. Anforderungen an den Halter

Eine Vergesellschaftung von Ratten bedeutet nicht nur für die Tiere Stress: Auch von Ihnen als Halter wird viel abverlangt. Planen Sie viel Zeit für das schrittweise Kennenlernen ein, damit die Tiere in Ruhe ihre Rangordnung klären können. Seien Sie geduldig, aufmerksam und schenken Sie Ihren Tieren Einfühlungsvermögen!

2. Integration ist kompliziert

Setzen Sie niemals einen für Ihr Rattenrudel unbekannten Artgenossen in den Käfig! Die Struktur eines Rattenrudels ist sehr empfindlich – durch jedes neue Tier muss die gesamte Rangordnung innerhalb der Gruppe ausgefochten werden. Führen Sie deswegen selbst bei einzelnen Tieren eine Vergesellschaftung nur Schritt für Schritt durch.

3. Erholungszeit einplanen

Führen Sie niemals mehrere Integrationen kurz hintereinander durch! Die Tiere müssen Zeit haben, sich ausführlich kennenzulernen und um eine harmonische Rudelstruktur zu bilden. Außerdem bringt eine Vergesellschaftung Ihrer Ratten auch viel Stress für die Tiere mit sich – geben Sie Ihnen dafür Zeit sich davon zu erholen.

4. Wenn die Vergesellschaftung nicht klappt

Es kann durchaus sein, dass die Integration neuer Ratten in Ihr Rudel trotz aller Achtsamkeit doch nicht klappt. Das liegt daran, dass die Chemie zwischen den Ratten einfach nicht stimmt – das macht sich beispielsweise durch heftige und wiederholte Auseinandersetzungen bemerkbar. Es wäre besser, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Rudelzusammensetzung vornehmen – auch manche Ratten können sich einfach nicht riechen.

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