Rattenhaltung

So sieht ein artgerechter Rattenkäfig aus

An das perfekte Heim stellt eine Ratte so einige Ansprüche, damit sie es sich dort auch gutgehen lassen kann. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Lieblingen einen Rattenkäfig zum Wohlfühlen schaffen!

Das braucht ein guter Rattenkäfig
In dem richtigen Käfig fühlt sich die Ratte wohl.© shutterstock.com/Shatributor

Eine Ratte ist ein Tier mit vielen Leidenschaften: Sie klettert, rennt, tobt und spielt für ihr Leben gerne. Das macht Ratten zu besonders anspruchsvollen Haustieren, auf die Sie sich vor der Anschaffung gut vorbereiten müssen. Um den vielseitigen Bedürfnissen der Ratten gerecht zu werden, sollten Sie deswegen bei der Wahl und Gestaltung des Rattenkäfigs auf viele verschiedene Faktoren achten.

Die richtige Größe des Rattenkäfigs

Zunächst sollten Sie neben dem richtigen Standort auch ausreichend Platz für das Rattengehege einplanen – Ratten klettern, spielen und sausen gerne herum, weswegen die kleinen Nagetiere viel Platz einfordern. Übrigens: Nur Gruppenhaltung ist bei den Tieren erlaubt, da Ratten hochsoziale Rudeltiere sind. Dabei gilt: Je größer der Käfig, desto artgerechter ist das Rattenheim. Der Verein der Rattenliebhaber und –halter in Deutschland e.V. empfiehlt außerdem einen hohen Käfig mit mehreren Etagen: Die oberste Ebene für die Ratten sollte mindestens 1,5 m vom Boden entfernt sein.

Maße für das ideale Rattengehege

Die Größe des Käfigs hängt auch von der Anzahl der darin lebenden Ratten ab. Es ist wichtig, dass sich jede einzelne von ihnen ausreichend bewegen und ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen kann. Der Verein der Rattenliebhaber und –halter in Deutschland e.V. empfiehlt folgende Maße abhängig von der Anzahl der Ratten:

Drei Ratten: 1,5m²

Vier bis fünf Ratten: 1,8 bis 2 m²

Sechs bis acht Ratten: 2,3 bis 2,7 m²

Neun bis fünfzehn Ratten: 2,9 bis 3,9 m²

Beschaffenheit und Struktur des Rattenkäfigs

Der Rattenkäfig sollte auf jeden Fall mindestens eine Gitterseite haben, um den Luftstau im Gehege möglichst gering zu halten. Außerdem: Die Ratten müssen an dem Gitter herumklettern können. Ideal eignet sich dafür ein Gitter, das entweder im Karo oder quer angeordnet ist. Der Gitterabstand sollte maximal 1 bis 1,5 cm betragen: Auch Jungtiere können dann nicht zufällig auf Erkundungstour gehen. Wichtig sind auch mehrere große Türen, damit Sie den Käfig leicht einrichten und säubern können.

Verschiedene Etagen schenken den Ratten vielfältige Bewegungsmöglichkeiten: Das klappt am besten bei einer Mindesthöhe von 80 cm. So können die Ratten springen, klettern und sich aufrichten. Wenigstens eine der Etagen sollte dabei über die komplette Länge und Breite des Geheges gehen. Bei alten und/oder gehbehinderten Ratten ist es sinnvoll, einen Käfig zu nehmen, der weniger in die Höhe, sondern mehr in die Breite geht. Um mehr Bewegungsraum zu schaffen, können Sie hier ganze Etagen mit seichten Rampen einbauen. Auch eine ausreichende Sicherung gegen mögliche Abstürze - insbesondere bei alten und/oder behinderten Ratten - sollte gewährleistet sein.

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Das richtige Gitter gibt der Ratte Klettermöglichkeiten.    ©shutterstock.com/Maslov Dmitry

Rattenkäfig mit spannendem Innenleben

Bei der Inneneinrichtung des Rattenkäfigs sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Hauptsache ist, dass sich die Ratten wohlfühlen und sie ihren natürlichen Trieben, wie dem Verstecken und Klettern, jederzeit nachgehen können.

Das Wesentlichste: Achten Sie darauf, dass die Futterschalen möglichst schwer sind. So können sich die Ratten, wie sie es sehr gerne tun, auf den Rand der Schale stellen und ihr Futter genießen. Wasser bekommen die Ratten über Nippeltränken, die regelmäßig gereinigt und frisch befüllt werden müssen. Außerdem: Viele Ratten nehmen die Möglichkeit eines "Rattenklos" wahr. Auf einer flachen Schale in einer der bevorzugten Ecken erleichtern sich die Nagetiere gerne.

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Ratten verstecken sich liebend gerne.     ©shutterstock.com/Bilanol

Rattenkäfig selbstgemacht!

Ein selbstgebautes Gehege hat einen großen Vorteil: Sie können es individuell gestalten und den Platzverhältnissen Ihrer Wohnung anpassen. Massivholz oder beschichtete Spanplatten (als Rück- und Seitenwände) beispielsweise können für den Eigenbau benutzt werden. Auch Holzregale und –schränke können Sie umfunktionieren. Sie eignen sich als Grundgerüst, da sie normalerweise hoch sind und auf mehreren Ebenen viel Platz zum Laufen und Klettern bieten. Die einzelnen Etagen werden durch Röhren, Kletterstricke, Äste, Rampen etc. miteinander verbunden.

Wichtig: Die Holzböden der Etagen müssen zum Schutz gegen Kot und Urin mit ungiftigem Lack behandelt werden. Sie können aber auch PVC auslegen, wenn die Ecken mit Hilfe von Metallleisten o.ä. gegen Knabbern geschützt werden. Damit für eine gute Belüftung gesorgt ist, ist es sinnvoll, mindestens eine Seitenwand aus Volierendraht zu fertigen. Die Vorderfront kann ebenfalls mit Maschendraht sowie mehreren Türen versehen werden.

Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Rattenkäfigs alle wesentlichen Punkte und denken Sie immer zuerst an die Bedürfnisse Ihrer künftigen Haustiere. Gelingt es Ihnen, alle wichtigen Aspekte der Rattenhaltung zu berücksichtigen, werden sich Ihre Ratten schnell bei Ihnen wohlfühlen und ihr neues Zuhause genießen.

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