Versicherung & Haftung bei Pferden

Reiter und Pferdehalter sollten für einen umfassenden Versicherungsschutz sorgen. Lesen Sie hier, welche Versicherungen es rund ums Pferd gibt und wann diese Sinn machen.

Mit der richtigen Versicherung sind Pferdehalter abgesichert. © Stock.adobe.com/JacZia

Im Umgang mit Pferden kann es jederzeit zu Unfällen kommen. Umso wichtiger ist es, sich als Pferdehalter oder Stallbetreiber umfassend abzusichern. Lesen Sie hier, welche Versicherungen es gibt und wann Sie als Pferdehalter in der Haftung stehen.

1. Privathaftpflicht und Tierhalterhaftpflicht-Versicherung

Die Privathaftpflicht-Versicherung bildet die Basis der notwendigen Versicherungen. Sie bezahlt Schäden, die Sie selbst Privatpersonen und deren Eigentum zufügen.

Beispiele:

  • Sie benutzen die Schermaschine eines Stallkollegen, diese fällt auf den Boden und ist kaputt.
  • Sie lassen versehentlich einen fremden Sattel fallen, der Sattelbaum ist gebrochen.

Schäden, die Ihr Pferd anrichtet, sind jedoch nicht mit Ihrer Privathaftpflicht-Versicherung abgedeckt. Daher sollte jeder Pferdebesitzer eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung abschließen. Diese greift bei allen Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Ihr Pferd verursacht. Bei den meisten Versicherungsgesellschaften sind Fremdreiter und Reitbeteiligungen bereits mitversichert oder können kostenlos in den Vertrag mit aufgenommen werden. Auch ungewollte Deckakte eines Hengstes sind in der Tierhalterhaftpflicht einbezogen.

Beispiele:

  • Das Pferd scheut bei einem Ausritt und verletzt dabei einen Fußgänger.
  • Das Pferd beschädigt beim Transport den gemieteten Pferdeanhänger.
  • Das Pferd büxt von der Koppel aus und richtet Flurschäden auf einem frisch angesäten Feld an. 
Gerade beim Transport können Unfälle geschehen. © Stock.adobe.com/krappweis

2. Betriebshaftpflicht-Versicherung für Pferdebetriebe

Pferdehaltung ist mit einer hohen Verantwortung verbunden. Überall, wo Pferde oder Menschen zusammenkommen, können Schäden entstehen und Unfälle passierten. 

Für Betreiber von Reitanlagen, Reitvereine, Pferdezuchtbetriebe, aber auch private Pferdeställe ist daher unbedingt eine Betriebshaftpflicht-Versicherung für Pferdebetriebe zu empfehlen. Hier sind Miet- und Pachtschäden abgedeckt, außerdem sind je nach gewähltem Tarif auch Pensionspferde, Reitlehrer, Hufschmiede etc., mitversichert, wenn diesen im Betrieb etwas zustoßen sollte.

Beispiele:

  • Ein Pensionspferd verletzt sich am Weidezaun.
  • Ein Besucher stürzt an der Stufe zur Sattelkammer und bricht sich den Arm. 

3. Reiter-Unfall-Versicherung

Unfälle sind im Reitsport leider keine Seltenheit. Auch wenn der Reiter nach einem Sturz in den meisten Fällen mit blauen Flecken davonkommt, kann es im Umgang mit Pferden auch zu schweren und langwierigen Verletzungen kommen. Eine Reiter-Unfall-Versicherung haftet greift bei Unfällen, die beim Reiten und im Umgang mit dem Pferd entstehen. Auch Such-, Bergungs- und Rettungseinsätze sind hier eingeschlossen. Je nach gewähltem Tarif sind auch kosmetische Operationen und eine Todesfallleistung in der Versicherung inkludiert.

Beispiele:

  • Sie stürzen bei einem Ausritt und müssen aus unwegsamen Gelände geborgen werden.
  • Ein Pferd beißt Sie ins Gesicht, eine kosmetische Operation ist notwendig. 
Ein Sturz im Gelände kann einen Rettungseinsatz auslösen. © Stock.adobe.com/skumer

4. Pferde-OP-Versicherung

Die Operation eines Pferdes kann schnell sehr teuer werden und einen mehrtägigen Klinikaufenthalt notwendig machen, der wiederum mit hohen Kosten verbunden ist. Da Krankheiten und Verletzungen meist ganz plötzlich auftreten, kann der Pferdebesitzer von ganz plötzlich mit einer hohen Operationsrechnung konfrontiert werden. Hier greift die Pferde-OP-Versicherung. Je nach gewünschtem Tarif sind unter anderem folgende Operationen versichert: 

  • Kolik
  • Frakturbehandlung
  • Wundnähte
  • Zahnextraktion
  • Tumorentfernung
  • Sehnenscheiden-OP

In der Regel sind auch notwendige Nachsorgeuntersuchungen nach eine OP in der Versicherung eingeschlossen. Wer keine Pferde-OP-Versicherung abschließt, sollte für den Notfall stets etwa 4000€ zur Verfügung haben, um lebenswichtige Operationen zahlen zu können.

Ein Klinikaufenthalt beim Pferd kann sehr teuer werden. © Stock.adobe.com/antoine-photpgraphe

5. Pferde-Krankenversicherung

Genau wie die verpflichtende Krankenversicherung beim Menschen, ist es auch möglich, für das Pferd eine Krankenversicherung abzuschließen. Hier sind je nach gewähltem Tarif sowohl die anfallenden Tierarztkosten als auch verordnete Verbands- und Arzneimittel eingeschlossen. Bei einigen Pferde-Krankenversicherungen ist auch die OP-Versicherung inkludiert.

Beispiele:

  • Das Pferd hat eine Bindehautentzündung und benötigt Salbe und Augentropfen.
  • Das Pferd lahmt und benötigt Schmerzmittel.

6. Pferdehalter-Rechtsschutz-Versicherung

Zu rechtlichen Auseinandersetzungen kann es auch im Bereich rund um das Pferd stets kommen. Die Pferdehalter-Rechtsschutz-Versicherung greift bei allen Rechtsstreitigkeiten rund um das Pferd. Außerdem erhalten Sie individuelle Beratung und Rechtsinformationen bei Streitfällen. Hierzu zählen beispielsweise Auseinandersetzungen mit:

  • Stallbetreiber
  • Tierarzt
  • Sattler
  • Hufschmied
  • Landwirt
Auch mit dem Stallbetreiber kann es zum Rechtsstreit kommen. © Stock.adobe.com/Goodpics

7. Pferde-Lebensversicherung

Neben dem persönlichen Wert haben einige Pferde, gerade im Zucht- und Sportbereich auch einen hohen wirtschaftlichen Wert. Für diese Pferde kann es sinnvoll sein, eine Pferde-Lebensversicherung abzuschließen. Der Tod des Pferdes durch Krankheit, Unfall oder beim Transport ist versichert. Die Versicherung greift ebenso, wenn im Krankheits- oder Verletzungsfall eine vollständige Genesung nicht mehr möglich ist. Auch dauernde Unbrauchbarkeit und ungeborene Fohlen sind mitversichert.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung