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Tauschrausch: Wie Zoos ihre Bewohner koordinieren

Wildtiere aus ihrer natürlichen Umgebung zu entnehmen, ist heute für Zoos nicht mehr erlaubt. Stattdessen setzen sie auf ein ausgeklügeltes Austauschsystem, um neue Tiere in ihre Anlagen zu bringen.

Tauschrausch: Wie Zoos ihre Bewohner koordinieren
Irgendwo müssen die Tierchen ja herkommen! (Symbolbild)© canva

Ein gut organisiertes Zucht- und Austauschprogramm hilft dabei, die Populationen in Zoos gesund zu halten und das Überleben bedrohter Arten zu sichern.

Koalas für Stuttgart

„Dort, zwischen den Ästen, ruht er“, sagt Volker Grün und zeigt auf ein graues Bündel Fell in den Baumwipfeln. „Das ist Navy.“ Der Koala kam gemeinsam mit drei Artgenossen aus Australien in den Stuttgarter Zoo Wilhelma. Die beiden Männchen und zwei Weibchen sollen dort zur Arterhaltung beitragen.

Nachwuchsplanung in Zoos

Die meisten Zootiere wurden nicht aus der Wildnis geholt, sondern im Zoo geboren. Damit sich keine engen Verwandten paaren, tauschen Zoos weltweit Tiere aus. Dies beugt Erbkrankheiten vor und hält die Bestände gesund.

Wer entscheidet, wohin ein Tier kommt?

Damit die Tierverlegungen reibungslos funktionieren, gibt es Koordinatoren. Wer in Europa einen Koala aufnehmen möchte, muss sich an Volker Grün oder seine Kollegin aus Duisburg wenden. Sie verwalten ein Zuchtbuch, das die Daten aller in europäischen Zoos lebenden Koalas enthält.

Von exotischen Geschenken zum Artenschutz

Zoos gibt es seit über 250 Jahren. Früher stammten die Tiere meist aus Wildfängen – oft als königliche Geschenke oder aus den damaligen Kolonien. Manche Seeleute brachten exotische Tiere mit und verkauften sie in den Häfen. Die schlechten Transportbedingungen führten dazu, dass viele Tiere die Reise nicht überlebten.

Die Rolle der Koalas im europäischen Austausch

Wenn in einem europäischen Zoo Koalas geboren werden, entscheiden die Koordinatoren über ihr weiteres Schicksal. Bleiben sie am Geburtsort oder wechseln sie in einen anderen Zoo? Manchmal ist ein Umzug notwendig, etwa wenn für ein Jungtier kein passender Partner vor Ort ist.

Überzählige Tiere – ein Problem für Zoos

Nicht alle Zootiere finden einen Platz. Ein bekanntes Beispiel ist die Giraffe Marius, die 2014 im Kopenhagener Zoo eingeschläfert und an Raubtiere verfüttert wurde. Der Zoo erklärte, dass Marius nicht zur Zucht geeignet war.

Artenschutz und Besucherinteresse

Zoos müssen ihre Gehege beleben, um Besucher anzuziehen – gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Koalas gehören zu den bedrohten Arten und stehen auf der Roten Liste.

 

Transparenzhinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an redaktion@herz-fuer-tiere.de.

Quellen:

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