Vögel im Winter

Vögel füttern im Winter: So ist es richtig

Wer sich dazu entschließt, Wildvögel im Winter zu füttern, übernimmt damit eine verantwortungsvolle Aufgabe. Hier lesen Sie, in welchen Monaten die Vogelfütterung angebracht ist, welches Futter für Wildvögel gesund und nahrhaft ist und was Sie darüber hinaus bei der Vogelfütterung unbedingt beachten sollten.

Vögel an Futterhäuschen
An Futterstellen kann man gut Vögel beobachten.© adobestock.com/Oskar

Experten und Laien diskutieren gleichermaßen kontrovers, ob Wildvögeln ganzjährig oder nur im Winter zugefüttert werden sollte. Schlüssige Gründe gibt es für beide Ansichten. Denn veränderte Umweltbedingungen erschweren es den Vögeln heute auch außerhalb des Winters, ausreichend gesunde Nahrung und geeignete Nistplätze zu finden. Kommen dann noch Kälte und Frost hinzu, fällt das Nahrungsangebot für Wildvogelarten immer geringer aus.

Wer sich dazu entschließt, im Winter eine Vogelfutterstelle einzurichten, sollte sich über drei Punkte im Klaren sein:

  1. Beginnt man im Herbst oder an den ersten kalten Tagen mit der Vogelfütterung, sollte man diese auch bis zum Ende des Winters konsequent beibehalten.
  2. Winterfütterung ist kein effektiver Schutz für bedrohte Vogelarten! Untersuchungen haben gezeigt, dass von der Winterfütterung vor allem 10 bis 15 weniger bedrohte Vogelarten profitieren.
  3. Wird die eingerichtete Vogelfutterstelle täglich mit frischem Futter befüllt und gepflegt, haben Sie hier die Möglichkeit Wildvögel in aller Ruhe zu beobachten und kennenzulernen. So werden Sie zum Birdwatcher!

Das richtige Futterhaus für Vögel im Winter

Für die Fütterung von Vögeln im Winter gibt es ein breites Angebot an Vogelfutterhäuschen. Am sinnvollsten ist es, Futterspender zu wählen, auf denen die Vögel nicht herumlaufen und so auch keinen Kot auf dem Futter absetzen können. Zudem sollten die Samen und Kerne auch bei Regen und Schnee trocken bleiben.

Um auch Hygiene im klassischen Futterhäuschen zu gewährleisten, muss das Haus regelmäßig geleert und mit heißem Wasser gereinigt werden.

Wer ein Futterhaus aufstellt, sollte den Vögeln zusätzlich auch eine Vogeltränke anbieten, in der sie trinken und baden können. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Als Vogeltränken eigenen sich flache Schalen mit einem großen, flachen Stein in der Mitte, auf dem die Vögel landen können.

So hätte diese Vogelarten ihr Futter am liebsten serviert:

Rotkehlchen, Amsel, Drossel, Bergfink, Heckenbraunelle: in Bodennähe

Meise: hängend

Kleiber und Specht: an einer Baumrinde fixiert

Dompfaff: Futtersäule oder Futterhäuschen

Fink, Sperling und Star: Futtersäule oder Futterhäuschen

Star im WInter

Stare ziehen im Winter oft nur noch bis Südwestdeutschland. ©shutterstock.com/2xWilfinger

Der beste Standort für die Futterstelle für Vögel im Winter

Damit Ihre Futterstelle im Winter von vielen Vögeln besucht wird, muss auch ein geeigneter Standort für das Futterhaus gefunden werden. Auf folgende Punkte sollten Sie dabei achten:

  •  Feste Aufhängung/ Fixierung: Garantiert, dass die Futterstelle auch bei Wind und Sturm sicher ist.
  • Katzensicher: Achten Sie darauf, dass in der Nähe des Futterhäuschens kein geeigneter Absprungpunkt ist, von dem eine Katze zum Futterhaus springen könnte.
  • Sichtbarkeit: Bestimmt möchten Sie Ihr Vogelhaus auch beobachten. Wählen Sie einen Platz, von dem Sie durch ein Fenster freie Sicht auf das Futterhaus haben.
  • Glasscheiben meiden: Um die Gefahr für die Vögel zu minimieren, sollte ein Futterhaus mindestens zwei Meter von größeren Glasscheiben entfernt angebracht werden. Sichern Sie größere Glasfronten, damit auch unter dem Jahr kein Vogel dagegen fliegt.

Gesundes Vogelfutter für den Winter

Die Wildvogelarten, die sich im Winter an unseren Futterstellen einfinden, gliedern sich in drei Gruppen: Körnerfresser, Weichfutterfresser und Gemischtfresser.

Weichfutterfresser ernähren sich im Frühling und Sommer von Früchten, Insekten und Weichtieren. Deshalb haben sie spitze, zierliche Schnäbel. Zu den Weichfutterfressern gehören Stare, Drosseln, Amseln, Kleiber, Spechte, Heckenbraunellen, Zaunkönige und Rotkehlchen.

Körnerfresser zeichnet dagegen ein kräftiger, dicker und kürzerer Schnabel aus. Sie fressen auch im Frühling und Winter Samen, deren Schale sie mit ihrem kräftigen Schnabel knacken können. Zu den Körnerfressern zählen alle Finkenarten, Stieglitze, Kernbeißer, Gimpel, Sperlinge, Meisen, Spechte, Kleiber und Dompfaffen.

Für die Vogelfütterung im Winter ist es wichtig, die Fressbedürfnisse beider Gruppen zu bedienen.

Vogelfutter für Körnerfresser und Gemischtfresser:

  • Basis: ungeschälte Sonnenblumenkerne
  • Erdnussbruch
  • Sämereien wie Hanf, Mohn und Nijer

Vogelfutter für Weichfutterfresser

  • Rosinen
  • Frisches Obst
  • Haferflocken, Kleie
  • Mohn
  • Fett-Körner-Mischungen

Vorsicht bei gekauften Meisenknödeln!

Noch immer werden vielerorts Meisenknödel in Plastiknetzen angeboten. Diese Netze können für die Vögel zu einer tödlichen Falle werden und sollten daher auf keinen Fall in ihrem Netz aufgehängt werden. Verwenden Sie lieber eine Futtersäule, in die sie die offenen Meisenknödel übereinander hineinlegen können.

Meisenknödel hängt an Ast

Meisenknödel müssen immer ohne Netz aufgehängt werden.   (c)shutterstock.com/sasimoto

Vogelfutter selbst anmischen – Heuschnupfenrisiko senken

Auch wenn das Angebot an fertigem Vogelfutter im Winter riesig ist, empfiehlt es sich, das Vogelfutter selbst zusammenzustellen – oder zumindest einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe des Fertigfutters zu werfen. Viele Fertigfuttermischungen enthalten Ambrosia-Samen. Entwickeln sich diese Samen im Frühjahr zu einer Pflanze, können sie beim Menschen starke Allergien auslösen wie Heuschnupfen bis in den Herbst hinein und Asthma.  

Körnermischung zum Selbermachen:

  • ungeschälte Sonnenblumenkerne (Anteil 2/3)
  • Hanfsaat (Anteil 1/4)
  • Rest: Haferflocken, gehackte Nüsse, kleinere Sämereien wie Hanf, Mohn und Nijer

Weichfutter-Fett-Snack Selbermachen:

  • Ungesalzenen Rinder- oder Hammeltalg (erhältlich bei manchen Metzgern oder online) leicht erhitzen
  • gleichen Anteil an Weizenkleie, Beeren, Haferflocken hinzugeben
  • zu Knödeln formen oder in flache Blumentöpfe drücken
  • an schattiger Stelle aufstellen, um den Snack vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen

Brot, ungekochter Reis und Speisereste sind kein geeignetes Vogelfutter! Sie können im schlimmsten Fall zum qualvollen Tod des Vogels führen.

Weitere Informationen zum Thema Gartenvögel finden Sie hier:

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Vogelfutter selber machen

Gesundes Vogelfutter lässt sich leicht selber herstellen.     ©shutterstock.com/Heike Rau

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