Zwergbartagame

Zwergbartagamen sind beliebte Terrarienbewohner. Erfahren Sie im Steckbrief alles zu Systematik, Nachwuchs, Aufzucht, Sinnesleistungen, Ernährung und Haltung der Zwergbartagame.

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Alles Wissenswerte über die Zwergbartagame. © Stock.adobe.com/felix_brönnimann
Typische Merkmale

Körperlänge: bis 13 cm
Lebenserwartung: bis maximal 15 Jahre
Verbreitung: NO-Australien
Lebensraum: Halbwüste, buschige, baumbestandene Steppen
Lebensweise: Lauerjäger, wärmeliebend
Artbestand: nicht gefährdet

Systematik

Klasse: Reptilien (Kriechtiere)
Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
Familie: Agamidae (Agamen)
Gattung: Pogona (Bartagamen)
Art: Pogona henrylawsoni (Zwergbartagame)

Aussehen der Zwergbartagamen

Zwergbartagamen sehen aus wie die Große Bartagame (P. vitticeps), nur dass die Rücken- und Flankenzeichnung heller ausfällt. Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf, dass der Bart fehlt und der Kopf, statt dreieckig zu wirken, eher rundlich ausfällt.

Die Stacheln der Zwergbartagamen sind in der Kopfregion weniger stark ausgeprägt, dafür an den Seiten in mehreren Reihen angeordnet. Die Mundschleimhäute (wenn ein Tier mit offenem Maul droht) erscheinen deutlich orangefarben. Die Farbzucht ist bei der Zwergbartagame noch nicht so weit gediehen wie bei ihrer größeren Verwandten.

Zwergbartagamen: Nachwuchs und Aufzucht

Die Zwergbartagamen unterscheiden sich auch hier deutlich von ihren größeren Vettern, da die Paarungsbereitschaft des Männchens, ob im Paar oder in der Gruppe mit mehreren Weibchen, nur einige Wochen nach der Winterruhe anhält. Wichtig ist, dass man nur Zwergbartagamen-Weibchen nach dem vollendeten zweiten Lebensjahr zur Vermehrung einsetzt, da ansonsten Mangelerscheinungen bis hin zum Versterben drohen.

Nach erfolgreicher Befruchtung und Eiablage (zehn bis 15 Stück) erfolgt die Inkubation bei annähernd 100 Prozent Luftfeuchte und Temperaturen zwischen 27 und 33° C. Unabdingbar scheint eine gute Belüftung der Gelege zu sein. Nach dem Schlupf, meist nach 50 bis 60 Tagen, werden die Kleinen separat aufgezogen. In den ersten Tagen scheinen die jungen Zwergbartagamen kaum zu viel UVB-Strahlung bekommen zu können.

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Zwergbartagame sind Ansitzjäger. © Stock.adobe.com/Daniel

Zwergbartagame: Verhalten und Lebensweise

Zwergbartagamen werden in Menschenobhut oft bei Weitem nicht so zahm wie Pogona vitticeps. Sie sind Ansitzjäger, d.h. sie jagen weniger aktiv, sondern lauern darauf, dass die Beutetiere sich in ihre Reichweite begeben.

Um ihre recht hohe Aktivitätstemperatur zu erreichen, sonnen sich Zwergbartagamen so lange, bis sie nur noch auf Zehenspitzen stehend sozusagen auf Betriebstemperatur sind, um dann ihr Revier nach Essbarem abzusuchen. Verstecke für den Notfall müssen natürlich, wie bei allen kleineren Echsen, vorhanden sein.

Zwergbartagame: Kommunikation und Sinnesleistungen

Zwergbartagamen haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn. Sowohl Futter als auch potenzielle Bedrohungen werden schon von Weitem erkannt. Neue Einrichtungsgegenstände im Terrarium werden, wie wir es von Schlangen kennen, durch Bezüngeln "berochen".

Das Gehör von Zwergbartagamen soll nicht so weitläufig ausgebildet sein wie bei anderen Echsen. Interessanterweise fehlt die bei den großen Bartagamen blauschwarze Kehle im Erregungszustand völlig, und die Paarungen verlaufen bei Zwergbartagamen heftiger als bei der großen Art, sodass die Weibchen schon einmal blutende Stellen im Nackenbereich aufweisen können.

Sollte die Tagestemperatur zu hoch für die Tiere sein, kann es vorkommen, dass Zwergbartagame ihr Verhaltensrepertoire in die Nacht hinein fortsetzen. Allgemein kann gesagt werden, dass das Verhalten der Zwergbartagamen im Freiland so gut wie überhaupt nicht erforscht ist.

Ernährung von Zwergbartagamen

In das Beuteschema von Zwergbartagamen passen alle Insekten, die überwältigt werden können. Allerdings haben Zwergbartagamen auch bemerkenswerte individuelle Vorlieben oder Abneigungen. Schlüpflingen muss man den Verzehr von Vegetabilien regelrecht beibringen.

Zwergbartagamen, die ausschließlich mit Insekten ernährt werden, leiden oft an Mangelkrankheiten und bringen weniger gesunde Junge zur Welt. Doch vermutlich weil sie kleiner und wendiger sind, ist der Fleischanteil größer als bei den anderen Bartagamen.

Haltung von Zwergbartagamen

Für ein Zwergbartagamen-Paar oder 1,3 Tiere (ein Männchen, drei Weibchen) ist eine Grundfläche von 120 x 70 cm angemessen, die Höhe kann etwas vernachlässigt werden. Versteck- und Sonnenflächen sind bei der Haltung von Zwergbartagemen genauso wichtig wie eine gute UVB-Versorgung. Die Sonnenflächen sollten eine Temperatur von 45° C nicht überschreiten.

Was die Bedingungen ihrer Herkunft betrifft, spielen interessanterweise Wasser und Luftfeuchtigkeit eine große Rolle bei der Haltung von Zwergbartagamen. So sollte der Behälter jeden Tag einmal übersprüht werden, und ein angemessen großes Badebecken, das aber wegen der Ertrinkungsgefahr nicht zu tief sein darf, muss vorhanden sein. Viele Tiere setzen ihren Kot ausschließlich im Wasser ab.

Hätten Sie's gewusst?

Die Zwergbartagame wird erst in den letzten zehn Jahren einigermaßen regelmäßig in unseren Terrarien vermehrt. Wegen der australischen Naturschutzgesetze ist mit Nachschub durch Wildfänge nicht zu rechnen. Die Geschlechterbestimmung ist bei nicht voll erwachsenen Tieren nahezu unmöglich, bei ausgewachsenen Männchen sieht man die Hemipenistaschen an der Unterseite des Schwanzes.

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