Geld für Hundehäufchen: Wer Hundekot einsammelt soll Geld bekommen
15 Tonnen Hundehäufchen verschmutzen allein schon Berlins Straßen. Eine Politikerin der Tierschutzpartei will dem ein Ende machen und Bürgerinnen und Bürger Geld für das Einsammeln von Hundekot bieten.
Sie sind allgegenwärtig und stören viele: 15 Tonnen Hundehäufchen verschmutzen Berlins Straßen. Katja Michel, Politikerin der Tierschutzpartei aus dem Bezirk Lichtenberg, hat nun einen Plan, um diesem Problem zu begegnen. Ihre Idee: Geld fürs Kot-Aufheben!
Katja Michel (43), eine Politikerin der Tierschutzpartei, ist sowohl Hundeliebhaberin als auch eine Verfechterin sauberer Gehwege und Parks. Aus diesem Grund brachte sie einen Antrag ein, der den Bürgern eine Belohnung für das Aufsammeln von Hundekot bietet.
„Für beseitigte Haufen des eigenen Hundes soll es 10 Cent geben, für fremde Haufen 50 Cent“, sagt sie auf bild.de.
Um die Beseitigung nachzuweisen, müssen Bürger drei Fotos machen:
- Das erste Foto soll eine Großaufnahme des Hundehaufens zeigen.
- Das zweite Foto soll eine Aufnahme der bereinigten Fläche sein.
- Und das dritte Foto soll den befüllte Beutel in der Nähe eines Mülleimers ablichten.
KI soll verhindern, dass jemand betrügt
Laut Michels Plan sollen diese Fotos auf der App des Ordnungsamtes hochgeladen werden. „Wenn man sich vorher mit Daten und Kontonummer registriert, überweist die Behörde dann den Betrag“, erklärt sie.
Um Missbrauch zu vermeiden, denkt Michel darüber nach, Künstliche Intelligenz einzusetzen, um sicherzustellen, dass es sich nicht immer um denselben Hundehaufen handelt.
Katja Michels persönliche Erfahrungen mit Hundekot
Katja Michel ist als Mutter von zwei Kindern (11, 12) und Hundehalterin (Chihuahua und Yorkshire) gut mit dem Problem vertraut: „Bei uns im Kiez liegt alle fünf bis zehn Meter ein Haufen. Ich kann meine Kinder nicht auf der Wiese Fußball spielen lassen. Muss immer aufpassen, dass sie sich keine Tretmine einfangen, und achtgeben, dass die Hunde sich nicht die Pfoten schmutzig machen.“
Die eindrücklichsten Erfahrungen stammen jedoch aus ihrem Alltag als Grundschullehrerin. „Es passierte öfter, dass ich mit dem Unterricht begann und es anfing, zu stinken. Das betreffende Kind hatte den Kot dann meist schon in der ganzen Schule verteilt …“
Weitere Motivierung durch finanzielle Anreize
Michel selbst hebt jede Hinterlassenschaft ihrer Hunde auf – wie es auch vorgeschrieben ist. „Und wenn ich gute Laune habe, dann auch noch zehn Haufen anderer Hunde“, so Katja Michel.
Mit ihrem finanziellen Anreiz will sie weitere Bürger ermutigen, sich an der Säuberung zu beteiligen. „Man gewöhnt sich daran“, sagt sie.
Der Ältestenrat lehnte jedoch ihren Vorschlag ab und verwies ihn ohne weitere Diskussion aus dem Bezirksparlament. Jetzt plant Michel, ihren Antrag erneut im Berliner Umweltausschuss einzubringen.
Warum Hundekot für schädlich für Umwelt und Gesundheit ist
Liegengebliebene Hundehaufen bergen auch ernsthafte Gesundheitsrisiken. Hundehaufen können Krankheitserreger enthalten, die sowohl Menschen als auch andere Hunde gefährden.
Neben den gesundheitlichen Gefahren für den Menschen und andere Tiere hat der Hundekot auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Im Gegensatz zu den Hinterlassenschaften von Pflanzenfressern wie Pferden oder Kühen, die der Natur zugutekommen, stellt Hundekot eine Belastung dar.
Mit der Zeit gelangen die Bestandteile des Hundekots in den Boden und verursachen dort eine Überdüngung. Hundekot enthält hohe Mengen an Stickstoff und Phosphor, die den Boden und das Wasser belasten können. Zudem besteht das Risiko, dass landwirtschaftliche Flächen oder Gewässer durch Hundekot verunreinigt werden, was auch die Qualität von Futter und Lebensmitteln gefährdet.
Wer Hundehaufen liegenlässt muss mit hohen Bußgeldern rechnen
Das Liegenlassen von Hundekot an öffentlichen Orten ist grundsätzlich untersagt. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entfernt, muss mit Bußgeldstrafen rechnen.
In Berlin können die Strafen besonders hoch ausfallen. Der Senat der Stadt hat Ende 2019 einen neuen Bußgeldkatalog für den Umweltschutz veröffentlicht, der auch Regelungen für Hundekot enthält. Laut diesem Katalog kann das Liegenlassen von Hundehaufen mit einem Verwarnungsgeld von 55 Euro, bzw. mit einem Bußgeld zwischen 80 und 300 Euro geahndet werden. Wenn Grünanlagen betroffen sind, können sogar Strafen bis zu 1.500 Euro verhängt werden.
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