Ernährung

Spezialfutter für gesunde Haut und schönes Fell bei Hunden

Zwischen schönem, glänzenden Fell bei Hunden und ihrer Ernährung besteht ein Zusammenhang. Denn durch das richtige Futter bleiben Haut und Haar von Hunden nicht nur schön, sondern auch gesund. Lesen Sie hier, mit welchem Futter das Fell Ihres Hundes zu glänzen beginnt.

Glänzendes Fell bei Hunden ist nicht nur schön, sondern ist auch ein Indikator für Gesundheit. © Grigorita Ko-stock.adobe.com

Der Zustand von Fell und Haut von Hunden ist ein wichtiger Indikator für deren Gesundheit. Denn sprödes Fell und Veränderungen der Haut können oft auf Erkrankungen des Hundes oder auch auf Nährstoffmängel hinweisen. Deshalb hängen Gesundheit und Aussehen von Haut und Fell bei Hunden auch direkt mit deren Ernährung zusammen.

Hochwertige Proteine für Haut und Haar

Haut und Fell benötigen viel hochwertiges Protein für ihren ständigen Erneuerungsprozess: Etwa ein Drittel des Tagesbedarfs eines Hundes an Protein entfällt allein auf die Gesunderhaltung der Haut und des Haarkleids. Wichtiger als die Menge an zugeführtem Eiweiß ist jedoch seine Qualität. Neben einer hohen Verdaulichkeit, die sicherstellt, dass der Hund das Protein gut verwerten kann, ist hierbei vor allem das Aminosäuremuster interessant.

Von den 20 verschiedenen natürlichen Bausteinen des Proteins (den Aminosäuren) sind zehn für den Hund essenziell. Das heißt, er kann sie nicht selbst bilden, sondern ist auf eine Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Klappt hier der Nachschub nicht, wirkt sich das innerhalb weniger Wochen auf die Fellqualität aus: Das Haarkleid wird stumpf, verliert an Farbintensität und die Haare brechen leicht ab, sodass das Fell ausgedünnt wirken kann.

Ungesättigte Fettsäuren für die Haut

Juckreiz ist ein typisches Begleitsymptom von Hauterkrankungen, unabhängig von deren Ursache. Auch trockene Haut juckt häufig und kann die Folge eines Fettsäuren-Mangels sein. Als besonders wertvolle Helfer gelten hier die ungesättigten Fette. Hier ist vor allem die Linolsäure zu nennen, eine Omega-6-Fettsäure aus pflanzlichen Ölen. Sie ist für den Hund essenziell. Aber auch Omega-3-Fettsäuren (z. B. EPA und DHA) können der Haut helfen, indem sie Entzündungen begrenzen und somit den Juckreiz vermindern. Sie kommen vor allem in Fischöl und Fischerzeugnissen vor.

Grundsätzlich gilt: Wer seinem Hund zusätzlich ein Ergänzungsmittel für Haut und Fell geben möchte, sollte vorab mit einem Tierarzt Rücksprache halten!
Juckreiz kann auf einen Fettsäuren-Mangel hindeuten.© klaus-stock.adobe.com

Zink für gesunde Haut des Hundes

Das Spurenelement Zink ist wichtig für die Erneuerung der Haut und die Wundheilung. Zusammen mit Vitamin C sorgt es für die Festigkeit des Bindegewebes. Dies funktioniert sowohl über die Fütterung als auch über die lokale Anwendung. Daher enthalten viele Wundsalben eine Kombination aus Zink und Vitamin A, das als „Epithelschutzvitamin“ gilt.

Glanz und Farbe des Hundefells

Damit das Fell schön glänzt und seine Farbe besonders zur Geltung kommt, sind für den Hund folgende Stoffe wichtig:

  • Zink und Linolsäure sind ein unschlagbares Team: Die für Hund und Katze essenzielle Omega-6-Fettsäure ist für den Glanz des Haarkleids verantwortlich, Zink trägt zu einer verringerten Schuppenbildung bei. Mit der Kombination beider Nährstoffe lässt sich der Effekt jeweils deutlich steigern.
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren gelten als besonders wertvolle Fette, da sie Bestandteil des Talgdrüsensekrets (Sebum) sind und dessen Qualität und Konsistenz maßgeblich beeinflussen, indem sie es geschmeidiger, bzw. leicht flüssiger machen. Das Sebum verteilt sich auf der Hautoberfläche, schützt die Haut und sorgt für den Glanz des Fells.
  • Die Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin sowie Kupfer sind für die Bildung des Haarpigments Melanin wichtig. Eine reichliche Zufuhr unterstützt eine „satte“ Pigmentierung und bringt die natürliche Fellfarbe optimal zur Geltung. Ein Mangel kann zu einer rötlichen Verfärbung der Haare bei Tieren mit dunklem Fell führen.
Bestimmte Stoffe lassen das Hundefell glänzen.© drwweber-stock.adobe.com

Hautbarriere von Hunden unterstützen

Eine intakte Hautbarriere ist ein wirksamer Schutz gegen das Eindringen von Krankheitserregern und Schadstoffen von außen. Gleichzeitig begrenzt sie den Wasserverlust und schützt die Haut vor Austrocknung. Anzeichen für eine gestörte Hautbarriere sind:

  • raues Haarkleid
  • trockene Haut
  • Juckreiz
  • Haarausfall

In solch einem Fall können Nährstoffe helfen, die Barriere „abzudichten“: Essenzielle Fettsäuren verbessern die Qualität der Hautfette. Eine Kombination aus B-Vitaminen mit der Aminosäure Histidin konnte sowohl in Untersuchungen an Zellkulturen als auch an Hunden die Bildung der Hautfette anregen. Bis dieser Effekt am Fell des Hundes sichtbar wird, ist eine etwa achtwöchige Fütterung nötig.

Nährstoffmangel bei Hunden

Dank des großen Angebots an hochwertiger, ausgewogener Fertignahrung treten Nährstoffmängel als Ursache für Hautprobleme immer weiter in den Hintergrund. Bei Fütterung eines ausgewogenen Alleinfuttermittels sind grundsätzlich keine zusätzlichen Nahrungsergänzungen notwendig.

Bei schlecht bilanzierten (selbst gemachten) Rationen oder Fertignahrungen, die die Anforderungen an ein Alleinfutter nicht erfüllen, kann jedoch eine Mangelversorgung bei einzelnen Nährstoffen auftreten und zu einer schlechten Haut- und Fellqualität führen. Dies gilt insbesondere für Zink, Kupfer, Vitamin A, essenzielle Fettsäuren und hochwertige Proteine.

Eine Untersuchung konnte zeigen, dass selbst zusammengestellte Diäten zur Abklärung einer Futtermittelallergie schon nach vier Wochen (also der Hälfte der empfohlenen Dauer eine Ausschlussdiät) Mangelerscheinungen an Haut und Fell hervorrufen konnten, wenn sie nicht für alle Nährstoffe bedarfsdeckend konzipiert sind.

Nerstoffmängel beim Hund lassen sich oft am Zustand des Fells erkennen.© Elvira-stock.adobe.com

Übergewicht und Hautgesundheit

Auch Übergewicht bei Hunden hängt mit der Hautgesundheit zusammen. Übergewichtige Tiere haben eine besonders dicke Schicht Unterhautfettgewebe und bilden bedingt dadurch zusätzliche Hautfalten. In diesen Falten herrscht ein ungesundes Mikroklima, das Hautentzündungen begünstigt.

Unterhautfett ist zudem schlecht durchblutet, was die Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen behindert. Da die Haut einen besonders intensiven Stoffwechsel hat, verträgt sie eine solche ungünstige Versorgungslage nur schlecht und reagiert mit Trockenheit, übermäßiger Talgbildung, glanzlosem Fell oder Schuppenbildung.

Fazit: Gesundes Futter für Haut und Haar

Die Haut ist ein großes Organ mit einem intensiven Stoffwechsel. Die wichtigsten Stoffe für sie sind:

  • hochwertiges Protein
  • Spurenelemente wie Zink und Kupfer
  • essenzielle Fettsäuren
  • Vitamine (besonders das Hautschutz Vitamin A und die B-Vitamine), um gesund zu bleiben.

Zusätzlich können bestimmte Nährstoffe über den Bedarf hinaus auch einen positiven, kosmetischen Effekt haben: Für besonderen Fellglanz sorgt die Kombination aus Linolsäure und Zink. Die Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin bringen die natürliche Fellfarbe besonders schön zur Geltung. Eine hochwertige Ernährung „für die Haut“ ist aber nicht nur unter dem Aspekt der Schönheit sinnvoll und wichtig: Eine starke Hautbarriere macht den Hund widerstandsfähiger gegen schädliche Umwelteinfüsse und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Allgemeingesundheit und dem Wohlbefinden des Hundes.

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