Das Kommando "Hier"

Obwohl das Kommando „Hier“ sehr wichtig ist und zu den Basics in der Hunde-Erziehung gehört, hapert es gerade an dieser Aufforderung oft. Wie Sie Ihrem Hund „Hier“ beibringen oder es verbessern, erfahren Sie hier.

 

Kommando_Hier_Aufmacher.jpg
So klappt das Kommando „Hier“.© stock.adobe.com/Lukas Gojda

Gerade wenn Sie draußen mit Ihrem Hund unterwegs sind, kann das Kommando "Hier" nützlich sein – sofern es einwandfrei funktioniert. Vor Gefahren, wie fahrende Autos, können Sie Ihren Hund mit „Hier“ bewahren. Wie Sie Ihrem Hund dieses wichtige Kommando beibringen oder es noch vertiefen können, lesen Sie hier.

Machen Sie sich interessant

Damit Ihr Hund lernt, Ihnen zu folgen, müssen Sie ihm zeigen, dass Sie interessant für ihn sind. Trainieren Sie für das Kommando „Hier“ am besten auf einem Gelände, das für Ihren Hund noch unbekannt und möglichst wild- und autofrei ist. So vermeiden Sie Ablenkungen.

Um das Kommando „Hier“ nun zu üben, sollten Sie Spielzeuge und Leckerlis dabeihaben. Ihr Hund sollte noch angeleint sein, damit Sie eine Verbindung zu ihm haben. Suchen Sie den Blickkontakt zu Ihrem Hund, rufen Sie einmal seinen Namen und „Hier“ und laufen Sie dann zügig los.

Wechseln Sie die Richtung, das Tempo und bleiben Sie zwischendurch stehen, um scheinbar etwas auf dem Boden zu suchen. So zeigen Sie Ihrem Hund, dass bei Ihnen immer etwas los ist.

Kommando_Hier_Inline1.jpg
Machen Sie sich mit Spielzeug interessant.© stock.adobe.com/adamfichna

Ignorieren kann helfen

Sollte Ihr Hund Ihnen noch keine Aufmerksamkeit schenken, können Sie so tun, als ob Sie ihn ebenfalls ignorieren. Entfernen Sie sich einige Meter von ihm. Dann gehen oder rennen Sie plötzlich los, wobei Sie nur ein einziges Mal seinen Namen und „Hier“ rufen.

Laufen Sie unbedingt weiter, auch wenn der Hund Sie weiterhin ignoriert. Rufen Sie kein zweites Mal „Hier“! Er wird das Kommando sonst nicht mehr als solches ansehen und nicht mehr auf Sie achten. Schließlich geben Sie ihm ja durch das Rufen Bescheid, wo Sie sind.

Sollte Ihr Hund immer noch nicht in Ihre Richtung schauen, verstecken Sie sich hinter einem Baum und beobachten Sie Ihren Hund von dort aus. Vermutlich wird er irgendwann doch aufblicken und entsetzt feststellen, dass Sie verschwunden sind.

Lassen Sie ihn einen Augenblick auch in dem Glauben. Danach können Sie ihn noch einmal „Hier“ rufen. Er hat erkannt, dass es notwendig ist, darauf zu achten, wo Sie sind.

Loben ist wichtig

Klappt es und der Hund läuft zu Ihnen, schweigen Sie und loben ihn, wenn er bei Ihnen ist. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihren Hund im Training zu belohnen, wählen Sie das richtige Lob für Ihren Hund aus.

Die Grundregel beim „Hier“-Training lautet: Machen Sie die Spaziergänge und sich selbst so spannend, dass Ihrem Hund gar nichts anderes in den Sinn kommt als bei Ihnen zu bleiben. Spielen Sie mit ihm, verstecken Sie sich oder rennen Sie mit ihm herum. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Kommando_Hier_Inline2.jpg
Es gibt viele Wege, den Hund zu loben.© stock.adobe.com/Alena Ozerova

„Hier“ für Fortgeschrittene

Wenn das Kommando „Hier“ in einer unbekannten Gegend ohne Ablenkung gut klappt, können Sie sich zurück in eine bekannte Umgebung wagen. Auch hier sollten Sie den Hund anfangs angeleint lassen. Rufen Sie Ihr „Hier“ lieber zu früh als ihm nachzurufen, wenn er schon losgestürmt ist.

Ist er schon im Spiel mit anderen Hunden, lassen Sie ihn spielen. Rufen Sie erst „Hier“, wenn sie merken, dass er seinen Blick auf Sie richtet. Gehen Sie weiter in flotten Schritten. Sobald Ihr Hund wieder an Ihrer Seite ist, belohnen Sie ihn wieder.

Kommando_Hier_Inline3.jpg
Jetzt nach ihrem Hund zu rufen, wäre sinnlos.© stock.adobe.com/PhotoAventure Studio

Bleiben Sie konsequent

Das Kommando „Hier“ beherrschen Hunde am besten, die konsequent trainiert wurden. Denn sie verstehen, dass bei ihrem Menschen Spiel, Spaß und Leckereien warten.

Achten Sie auch auf Ihre Körperhaltung, wenn Sie das Kommando „Hier“ trainieren. Beugen Sie sich nicht nach vorne, nehmen Sie keine bedrohliche Haltung ein. Sonst wird Ihr Hund sich scheuen, zu Ihnen zu kommen. Bei Welpen hilft es, in die Hocke zu gehen und die Arme zu bewegen. Stehen Sie aber aufrecht, wenn Sie mit Ihrem Hund Gassi gehen und die Hörlaute trainieren.

Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, Ihrem Hund das Kommando „Hier“ beizubringen, oder es zu verfeinern. Sollte allerdings das Training noch immer nicht erfolgreich sein, sollten Sie sich Rat bei einem professionellen Hundetrainer holen. Er kann Ihnen zeigen, wie das Kommando „Hier“ auch bei Ihnen und Ihrem Hund klappt.

"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
632110.jpg