Arthrose bei Katzen

Im Alter leiden Katzen sehr häufig an Arthrose, einer Abnutzung der Gelenke. Diese Erkrankung ist bei Katzen schwer zu erkennen. Auch wenn sie nicht heilbar ist, kann die Lebensqualität der betroffenen Katze durch eine Behandlung deutlich verbessert werden. Erfahren Sie hier alles über Symptome und Behandlung der Arthrose bei Katzen.

Wenn das Treppensteigen zur Qual wird: Arthrose ist eine Gelenkserkrankung.
Wenn das Treppensteigen zur Qual wird: Arthrose ist eine Gelenkserkrankung.© Kristina-stock.adobe.com

Studien haben gezeigt, dass rund 90 Prozent der Katzen im Alter von über zwölf Jahren veränderte Gelenke haben. Wenn die Gelenkveränderungen mit Entzündungen und Schmerzen einhergehen, spricht man von Arthrosen. Am häufigsten sind die Hüftgelenke von Arthrosen betroffen, doch in allen anderen Gelenken kann die schmerzhafte Krankheit entstehen.

Entstehung einer Arthrose bei Katzen

Eine Arthrose beginnt mit Schäden am Gelenkknorpel. Bei der jungen, gesunden Katze liegen die Gelenkknorpel wie prall elastische Kissen auf den Knochen im Gelenk und federn Stöße ab. Im Zwischenraum zwischen den Gelenkknorpeln der aufeinandertreffenden Knochen befindet sich eine zähe, klare Flüssigkeit, die Gelenkflüssigkeit oder Synovia. Die Synovia schützt und ernährt die Gelenkknorpel. Sie gewährleistet außerdem die reibungslose Beweglichkeit des Gelenks.

Die Synovia wird nur in ausreichendem Maße gebildet, wenn sich die Katze bewegt. Wenn der Knorpel durch eine Verletzung, Infektion oder Abnutzung beschädigt wird, entzündet sich das Gelenk. Im Zuge der Entzündungsreaktion werden schließlich Zellen und Substanzen freigesetzt, die die Zusammensetzung der Synovia verändern, sie wird dünnflüssig. Da sich die Katze aufgrund ihrer Schmerzen nicht mehr bewegen mag, wird außerdem kaum frische Gelenkschmiere gebildet.

Wenn sich zu wenig Synovia im Gelenkspalt befindet oder sie zu dünnflüssig ist, reiben die Knorpel ohne schützenden Schmierfilm aufeinander und werden weiter geschädigt. Darüber hinaus greifen die Entzündungszellen auch direkt das Gelenk an und beschleunigen seine Zerstörung. Kurz: Knorpelschäden, Entzündung und Schmerzen führen zu einem Teufelskreis, durch den der Gelenkschaden bei einer Arthrose immer größer wird. 

Symptome einer Arthrose bei Katzen

Katzen verbergen ihre Schmerzen aus Instinkt so gut es geht, um nicht die Aufmerksamkeit möglicher Raubtiere zu erregen. Das gilt auch für chronische Gelenkschmerzen, die bei Arthrosen auftreten. Katzen lahmen beispielsweise nur sehr selten auffällig. Daher muss man bei Katzen sehr genau hinsehen, um die Symptome einer Arthrose frühzeitig zu erkennen:

  • Die Katze ist weniger verspielt als zuvor.
  • Die Katzen bewegt sich weniger und vermeidet bestimmte Bewegungen, beispielsweise Sprünge, und sucht nicht mehr ihren Lieblingsplatz auf der Fensterbank oder auf dem Bücherregal auf.
  • Die Katze wird stubenunrein oder vernachlässigt ihre Körperpflege immer mehr.
  • Die Katze zieht sich zurück und verharrt oft stundenlang am gleichen Ort.
  • Manche Katzen werden durch die Schmerzen reizbar und aggressiv.

Diese Symptome können, müssen aber nicht alle auftreten. Das ist von Katze zu Katze unterschiedlich.

Katzen mit Arthrose vermeiden Sprünge häufig. ©isumi-stock.adobe.com

Therapie bei einer Arthrose der Katze

Da die Schäden am Gelenk leider nicht repariert werden können, geht es bei der Therapie der Arthrose darum, die Schmerzen der Katze zu lindern und ihre Beweglichkeit zu erhalten. Darüber hinaus soll die Behandlung einer Verschlechterung der Arthrose vorbeugen.

Um diese Ziele zu erreichen, behandelt man Arthrosen heutzutage multimodal. Eine multimodale Therapie besteht aus verschiedenen Therapie-Bausteinen (Modulen), die individuell an die Bedürfnisse der Katze angepasst werden. Zu den Modulen gehören:

  • medikamentöse Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • spezielle Ernährung
  • Bewegung
  • physiotherapeutische Anwendungen
  • Unterstützung bei der Körperpflege
  • Anpassung des Zubehörs, zum Beispiel des Katzenklos, oder Aufstiegshilfen zu erhöhten Liegeplätzen

Die Schmerzlinderung der Arthrose durch Medikamente

Priorität bei der Behandlung hat die Schmerzlinderung. Die Schmerzmedikamente, die der Tierarzt bei Arthrosen verordnet, wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend. Die meisten Katzen vertragen die Schmerzmedikamente sehr gut. In Einzelfällen können jedoch Nebenwirkungen wie Erbrechen oder Durchfall auftreten.

In jedem Fall dürfen nur Schmerzmittel verwendet werden, die der Tierarzt oder die Tierärztin verschreibt! Schmerzmittel für Menschen können für Katzen tödlich sein!

Allein die Gewichtsreduktion kann bei übergewichtigen Katzen bereits zu einer deutlichen Besserung der Symptome führen. In vielen Fällen kann man nach einer Gewichtsabnahme sogar die Dosis des Schmerzmedikaments senken. Entscheidend ist, dass die Gewichtsabnahme unter tierärztlicher Aufsicht erfolgt, weil es sonst zu einem Mangel an Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen kommen kann.

Behandlung der Arthrose durch richtige Ernährung

Verschiedenen Inhaltsstoffen in der Nahrung wird eine gelenkschützende Wirkung zugeschrieben. Sie können den Knorpel schützen und dem Abbau des Gewebes entgegenwirken. Hierzu gehört zum Beispiel:

  • Eikosapentaensäure, eine Omega3-Fettsäure
  • Glukosaminoglykane
  • Chondroitinsulfat
  • Extrakte der Grünlippmuschel

Wenn die Katze es will, helfen Massagen gegen Arthrose. ©Lilli-stock.adobe.com

Therapie durch Bewegung und Physiotherapie

Katzen, die lange Bewegungen vermeiden, motiviert man, indem man ihr Futter in winzigen Portionen in der Wohnung verteilt. Wenn die Tiere durch die Medikamente weitgehend schmerzfrei sind und ihre "eingerosteten" Gelenke wieder eingelaufen haben, finden sie auch wieder Freude an der Bewegung. So manche scheinbar faule Katze überrascht dann nach ein paar Wochen Therapie nicht selten durch ihre neu erwachte Spielfreude und Aktivität.

Nicht jede Katze lässt sich physiotherapeutische Anwendungen gefallen. Wenn es jedoch geht, können Massagen, Kälte- oder Wärmeanwendungen sowie eine Elektro- oder Ultraschalltherapie gut zur Lösung von Verspannung, Schmerzlinderung und zum gezielten Muskelaufbau eingesetzt werden.

Damit die Katze trotz ihrer eingeschränkten Beweglichkeit durch Arthrosen ihr gewohntes Leben führen kann, sind manchmal ein paar kleine Veränderungen nötig. Einige Katzen benötigen beispielsweise einen tieferen Einstieg in ihr Katzenklo oder eine Aufstiegshilfe zum Aussichtsplatz auf dem Fensterbrett. Manche Katzen können nicht mehr alle Körperstellen erreichen, um sie zu putzen. Liebevoll ausgedehnte Bürstenmassagen dienen dann neben der Körperpflege auch der guten Mensch-Katze-Beziehung.

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