Felines Herpesvirus

Schon im Jahre 1950 wurde der verantwortliche Virus von den Forschern Crandell und Maurer isoliert. Doch erst Jahre später hat man festgestellt, dass der Erreger zur Familie der Herpesviren gehört.

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Man unterscheidet eine primäre Form der FHV-1-Infektion und eine chronische bzw. latente Krankheitsform.© Thomas Brodmann / animals-digital.de

Der Virus, auch FHV-1 genannt, besteht aus einer H¸lle und einem so genannten Kapsid. Darunter versteht man eine komplexe regelmäßige Proteinstruktur, die das Virusgenom umschließt. Das Virus ist nur mäßig stabil. Das heißt, bei Temperaturen über 15 °C verliert es bereits nach 24 Stunden seine Infektiösität. Ist es jedoch sehr kalt (4°C), so kann das Herpesvirus über Monate hinweg noch infektiös bleiben. Die Hülle des FHV-1 ist notwendig für eine Infektion. Mit einem Desinfektions- oder Lösungsmittel kann man diese Schutzhülle zerstören und somit auch den Erreger inaktivieren.

Krankheitsentstehung und -Entwicklung

Man unterscheidet eine primäre Form der FHV-1-Infektion und eine chronische bzw. latente Krankheitsform. Zunächst befallen die Viren die Nasenschleimhäute, von dort aus breitet sich dann die Infektion über den Rachenraum, die Lidbindehäute bis hin zu den oberen Luftwegen aus. Bereits nach zwei Tagen lassen sich schon die ersten Symptome beobachten, die bis zu zwei Wochen anhalten können. Nach dieser primären Phase erholt sich das Tier von den Symptomen. Viele Katzen bleiben aber noch weiterhin infiziert (latente Form). Das bedeutet, dass die Tiere zwar keine Symptome mehr zeigen, aber andere Katzen immer noch anstecken können. Besonders empfänglich für das Feline Herpesvirus sind junge Kätzchen bis zu drei Monaten und alte Katzen in Stresssituationen.

Klinisches Bild - Symptome

Zuerst zeigen infizierte Katzen einen Schnupfen. Sie niesen, haben Nasenausfluss und eine entzündete Bindehaut. Mit der Zeit wird der Nasenausfluss schleimiger und eitriger und das Atmen dadurch schwerer. Meist klingen die Symptome nach etwa zwei Wochen von selbst wieder ab. Manchmal breitet sich die Infektion aber auch auf Mundhöhle, Rachenraum und Lunge aus. Dies wird dann von hohem Fieber, Fressunlust und Apathie begleitet. Bei solch einem Krankheitsverlauf kann die Infektion sogar zum Tod führen.

Prognose

Leider gibt es gegen das Feline Herpesviren noch keine wirksamen antiviralen Medikamente. Es lassen sich lediglich die Symptome behandeln. Liebevolle Pflege und viel Zuwendung tragen aber auch viel zur schnellen Genesung der Katze bei.

Prophylaxe

Es gibt einen Impfstoff gegen das Feline Herpesvirus. Heutzutage sind die Vakzine fast ausnahmslos mit anderen Virusantigenen kombiniert und werden entweder unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Es gibt aber auch Vakzine, die in die Nase geträufelt werden. Schon als Jungkatze sollte das Tier bei der Grundimmunisierung gegen die FHV-1-Viren geimpft werden.

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