Hamster und Kinder

Nicht für jedes Kind ist ein Hamster das richtige Haustier. Lesen Sie hier, wann ein Hamster als Haustier für Kinder wirklich Sinn macht. 

Hamster und Kind
Hamster sind keine Kuscheltiere, lassen sich aber toll beobachten. © Shutterstock.com/IgorAleks

Wenn sich das Kind ein Haustier wünscht, fällt die Wahl oft auf den Hamster. Das niedliche Aussehen und die relativ geringen Kosten für Anschaffung eines Hamsters sind häufig die Argumente, warum sich Eltern darauf einlassen. Doch Hamster sind keine Kuscheltiere und haben hohe Ansprüche an ihren Halter.

Mit der Hilfe eines Erwachsenen können sich verständnisvolle Kinder durchaus um einen Hamster kümmern. Doch es müssen schon vor der Hamsteranschaffung folgende Dinge unbedingt geklärt sein.

Erfahren Sie hier alles über

Hamster für Kinder: Das sind die Nachteile

Ein Hamster als Haustier bringt viel Arbeit mit sich. Außerdem haben die kleinen Nager Bedürfnisse, denen man gar nicht so leicht gerecht werden kann. Eltern und Kind sollten sich bewusst sein, dass Hamster diese Angewohnheiten haben, die eventuell problematisch sein könnten.

1. Hamster sind nachtaktiv

Hamster möchten tagsüber ungestört schlafen können. Sie werden erst am Abend munter und toben sich dann oft die ganze Nacht in ihrem Käfig aus. Zu dieser Zeit gehören Kinder jedoch ins Bett. Das Kind wird den Hamster vielleicht nicht so oft zu sehen bekommen, wie es sich das wünscht.

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Hamster werden erst nachts aktiv.© stock.adobe.com/fantom_rd

2. Hamster werden nicht alt

Hamster haben mit 1 ½ bis maximal 3 Jahren auch bei korrekter Haltung eine sehr geringe Lebenserwartung. Kinder bauen in der Regel sehr schnell eine enge Bindung zu ihrem Haustier auf – beim Hamster kommt die Zeit des Abschieds jedoch schon früher als bei anderen Haustieren.

3. Hamster sind keine Kuscheltiere

Hamster können mit Geduld und liebevoller Zuwendung zwar zahm gemacht werden und lassen sich in die Hand nehmen, aber sie sind keine Kuschel- oder Streicheltiere. Gerade kleinen Kindern fällt es schwer, das richtige Streichelmaß bei Kleintieren zu entdecken. Fühlt der Hamster sich bedroht, kann er bissig werden.

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Das richtige Maß an Nähe zu finden, ist nicht leicht bei Hamstern.© stock.adobe.com/Becky Wright

4. Hamsterhaltung bedeutet Arbeit

Um einen Hamster artgerecht zu halten, muss sein Gehege regelmäßig gereinigt werden. Außerdem braucht der Hamster täglich Freilauf, muss gefüttert und versorgt werden. Kleine Kinder verlieren schnell die Lust an solchen Aufgaben.

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Hamster für Kinder: Das sind die Vorteile

Machen viel Arbeit, Nachtaktivität und die geringe Lebensdauer Kind und Eltern nichts aus, kann der Hamster ein gutes Haustier sein. Schließlich gibt es auch viele gute Gründe, sich einen Hamster für sein Kind anzuschaffen. Das sind die Vorteile, die ein Hamster mit sich bringt.

1. Hamster lassen sich gut beobachten

Wird der Hamster am Abend aktiv, macht es große Freude, ihn dabei zu beobachten, wie er Futter in seinen Backentaschen hamstert oder mit welcher Freude er das Laufrad und die restliche Käfigeinrichtung nutzt. Wenn Ihr Kind Tiere lieber beobachtet als streichelt, ist ein Hamster eine gute Wahl.

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Hamster kann man wunderbar beobachten.© stock.adobe.com/funfunphoto

2. Hamster können handzahm werden

Beschäftigt man sich regelmäßig mit viel Geduld und Ruhe mit seinem Hamster, gelingt es relativ rasch, einen Hamster handzahm zu machen. Wichtig ist dabei jedoch, dass der Hamster niemals aus dem Schlaf gerissen wird.

3. Hamster eignen sich zur Einzelhaltung

Hamster sind absolute Einzelgänger. Daher eignet sich der Hamster als Haustier, wenn Sie nur ein Tier bei sich aufnehmen wollen. Kaninchen und Meerschweinchen benötigen Artgenossen für ein artgerechtes Leben.

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Hamster sind Einzelgänger.© stock.adobe.com/raquelvizcaino

4. Hamster müssen nicht dauerhaft bespaßt werden

Hamster sind eigenständige Haustiere, die eine Zeit lang auch ohne Aufmerksamkeit klarkommen. Sie nehmen es einem nicht übel, wenn sie ein paar Tage nicht beachtet werden. Natürlich muss immer frisches Wasser und Futter zur Verfügung stehen. Aber bespaßen oder erziehen muss man einen Hamster nicht.

Das muss vor der Anschaffung eines Hamsters für Kinder bedacht sein

Weder für das Tier noch für Sie und Ihr Kind ist es schön, wenn Sie Ihren Hamster wieder ins Tierheim geben müssen, weil es doch die falsche Entscheidung war. Um genau das zu vermeiden, sollten Sie folgende Fragen ehrlich beantworten.

Habe ich als Elternteil Interesse an dem Hamster?

Es kommt immer wieder vor, dass Kinder irgendwann das Interesse an dem neuen Haustier verlieren – auch bei einem niedlichen Hamster. Eltern sollten sich deshalb bewusst sein: Interessiert sich das Kind nicht mehr für das Tier, sind sie dafür verantwortlich und müssen sich um den Hamster kümmern. Können und wollen Sie diese Verantwortung tragen?

Tipp: Eltern sind die Vorbilder der Kinder, und das Interesse bzw. Desinteresse für etwas kann sich auf die Kinder übertragen. Gehen Sie darauf ein, wenn Ihr Kind von seinem Hamster erzählt. Wenn es Beachtung bekommen hat, als es ganz begeistert von seinem pausbackigen Haustier berichtet hat, wird es motiviert sich auch darum zu kümmern.

Kann ich für die Sicherheit des Hamsters sorgen?

Kinder gehen oft etwas grob mit Haustieren um, weil sie nicht verstehen, dass sie Schmerzen spüren. Bei kleinen Nagern wie Hamstern kann das gefährlich werden. Sie als Elternteil haben die Verantwortung: Sie müssen Ihr Kind darauf aufmerksam machen, dass ein Hamster kein Stofftier ist.

Kann ich meinem Kind viel Geduld abverlangen?

Hamster sind kein Spielzeug, dass man einfach in die Ecke stellen kann, wenn man gerade keine Lust darauf hat. Sie als Elternteil stehen in der Pflicht, das Ihrem Kind beizubringen. Oft sind Kinder auch ungeduldig, weil der Hamster einfach nicht handzahm werden will. Können und wollen Sie Ihrem Kind mit Geduld beibringen, wie ein Hamster zahm wird?

Tipp: Eltern sollten ihrem Kind helfen, die Pflege des kleinen Nagers besser in seinen Tagesplan einzubauen. Wenn das alles nichts hilft, dann sollte das Kind nicht dazu gezwungen werden, den Hamster zu behalten. In solch einem Fall muss ein neuer Besitzer für den Hamster gefunden werden.

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Eltern und Kind müssen an dem Hamster interessiert sein.© stock.adobe.com/LIGHTFIELD STUDIOS

Fazit: Hamster für Kinder – Ja oder Nein?

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Hamster sind kein geeignetes Haustier für kleine Kinder, die ihr Haustier streicheln und knuddeln möchten und sich hauptsächlich tagsüber mit ihrem Tierfreund beschäftigen müssen.
  • Für ältere, verantwortungsvolle Kinder, die die Eigenheiten des Hamsters akzeptieren können, und sich gerne abends noch mit ihrem Hamster beschäftigen wollen, kann ein Hamster ein geeignetes Haustier sein.

Bitte bedenken Sie immer, dass der Hamster ein Lebewesen ist, für den Ortswechsel und Umzüge mit großem Stress verbunden sind. Die Entscheidung, einen Hamster als Haustier aufzunehmen, muss also wohlüberlegt sein!

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