So wird der Hamster zahm

Von Natur aus sind Hamster Eigenbrötler, die auch in freier Wildbahn auf die Anwesenheit von Artgenossen verzichten können. Wenn Sie sich aber geduldig mit dem Nager beschäftigen, wird er sogar handzahm. Wir erklären Ihnen die notwendigen Schritte!

Mit Ruhe und Geduld machen Sie Ihren Hamster handzahm.
Mit Ruhe und Geduld machen Sie Ihren Hamster handzahm.© Valerii Honcharuk – stock.adobe.com

Hamster gehören in ihrer natürlichen Umgebung zu den Fluchttieren, die ständig auf der Hut vor Fressfeinden wie Greifvögeln, Schlangen und anderen Raubtieren sein müssen. Daher ziehen sie sich blitzartig in ihre Höhle zurück, sobald ihnen etwas nicht geheuer vorkommt. Diese Eigenschaft sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie sich mit Ihrem Hamster beschäftigen möchten.

Langsame Eingewöhnung des Hamsters

Zwei weitere stark ausgeprägte Eigenschaften des Hamsters sind die Bewegungsfreude und die Verfressenheit. Letzteres können Sie sich zunutze machen, damit sich der Hamster an Sie gewöhnt und erkennt, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht.

Geben Sie Ihrem Neuankömmling dennoch zunächst mindestens eine Woche lang Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. In den ersten Tagen sollten Sie sich lediglich mit dem Beobachten des Hamsters begnügen. Der kleine Nager braucht Zeit, um sich mit dem neuen Zuhause, den fremden Gerüchen und Geräuschen vertraut zu machen.

Es gibt vier allgemeine Einflussfaktoren, die bestimmen, ob ein Hamster zahm wird oder nicht:

  1. Charaktereigenschaften
  2. natürliche Verhaltensweisen, z.B. Schutzinstinkt, Angstreaktionen
  3. bisherige Erfahrungen im Umgang mit Menschen oder anderen Haustieren
  4. Gesundheitszustand, z.B. akute Schmerzen

Vertrautheit zum Hamster schaffen

Nähern Sie sich dem Käfig ruhig und leise und vermeiden Sie dabei ruckartige Bewegungen. Sprechen Sie den Hamster gerne mit leiser Stimme an, um ihn auf Sie aufmerksam zu machen. Sie sollten sich angewöhnen, ihn immer anzusprechen, wenn Sie das Futter austauschen oder aus sonst einem Grund in das Hamster-Refugium eindringen. So erschrickt der Hamster nicht, da er am Geräusch bereits erkennt, dass Sie es sind.

Stressen Sie den Hamster nicht, wenn Sie in den Käfig greifen. Schnelle oder zuckende Handbewegungen verursachen unnötigen Stress und können leicht vermieden werden. Wenn Sie die Näpfe auffüllen oder säubern wollen, versuchen Sie nicht gleichzeitig, Ihren Hamster zu streicheln.

Schritt 1: Füttern aus der Hand

Nach etwa einer Woche können Sie damit anfangen, dem Hamster Futter aus der Hand anzubieten. Geben Sie dem kleinen Nager zuerst etwas Futter durch die Gitterstäbe. Das trennende Gitter gibt ihm am Anfang etwas mehr Sicherheit.

Achten Sie darauf, dass Ihre Hände dabei nicht nach Seife, Parfüm oder Essen riechen, sonst kann der Hamster Ihren Eigengeruch nur schwer kennenlernen. Daher sollten die Hände vor der Kontaktaufnahme immer erst mal mit klarem Wasser gewaschen werden. Sie können auch ein unparfümiertes Papiertaschentuch, welches Sie für einige Stunden am Körper getragen haben, als Nistmaterial für den Hamster in die Behausung geben und ihn so mit dem eigenen Geruch vertraut machen.

Schritt 2: Hamster auf die Hand laufen lassen

Kennt der Hamster den Duft Ihrer Hand bereits und kommt freudig an das Käfiggitter, wenn Sie ihn rufen und Leckereien anbieten, können Sie einen Schritt weiter gehen. Öffnen Sie vorsichtig eine Käfigtür und legen Sie Ihre geöffneteHand, auf der sich leckere Knabbereien befinden, auf den Käfigboden.

Warten Sie geduldig und versuchen Sie sich möglichst nicht zu bewegen. Dann kommt irgendwann der Hamster von allein und holt sich das Futter aus Ihrer Hand. Wenn Ihr Nager sich auf Ihre Hand begibt, greifen Sie auf keinen Fall zu. Lassen Sie ihn in Ruhe schnüffeln, bedrängen Sie ihn aber nicht.

Lassen Sie Ihrem Hamster genug Zeit, Vertrauen aufzubauen. © Tatiana – stock.adobe.com

Schritt 3: Hamster vorsichtig streicheln

Sobald der Hamster zu Ihrer Hand Vertrauen aufgebaut hat, können Sie im letzten Schritt  versuchen, den Hamster mit Ihren Fingern vorsichtig zu streicheln, wenn er wieder auf Ihrer Hand sitzt. Es kann sein, dass er sich das erste Mal etwas erschreckt und davonläuft. Mit der Zeit wird er sich aber auch daran gewöhnen und das Streicheln nicht mehr als bedrohend empfinden. Wenn der Hamster einmal zubeißt, zucken Sie keinesfalls zurück. Sonst gewöhnt er sich durch das Erfolgserlebnis daran, die Hand zu attackieren.

Richtiges Hochheben und Tragen eines Hamsters

Kennt der Hamster Ihre Hand schon so gut, dass er auch gerne von sich aus auf die Handfläche krabbelt, ohne dass Futter darauf liegt? Und schreckt er auch nicht mehr zurück, wenn Sie Ihre Finger bewegen? Dann können Sie versuchen, den Hamster aus dem Käfig herauszuheben.

Umgreifen Sie den kleinen Nager mit beiden Händen von hinten und bilden eine Art schützende Höhle um ihn. So fühlt er sich sicher und geborgen und kann nicht einfach von den Handflächen herunterspringen. Nehmen Sie den Hamster bei den ersten Malen nicht hoch. Er könnte panisch flüchten und aus einer großen Höhe zu Boden fallen. Bleiben Sie mit Ihrer Hand bei den ersten Versuchen daher unbedingt in Bodennähe.

Schon der Sturz aus einer Höhe von nur einem Meter kann dem Tier tödliche Verletzungen zufügen.

Anfangs sollten Sie den Hamster nach kurzer Zeit wieder zurück in den Käfig setzen. So weiß er, dass er nach einem kleinen Spaziergang mit Ihnen wieder in seine vertraute Umgebung zurückkommt.

Achtung:

Sie sollten Ihren Hamster nie von oben packen. Auch aus der Schlafhöhle sollten Sie den Kleinen nie herausgreifen. Locken Sie ihn vorher aus seinem Nest und heben Sie ihn dann heraus. Das Schlafnest soll ihm ein Zufluchtsort sein, an dem er sich sicher fühlt. Versuchen Sie niemals, den Nager festzuhalten, wenn er von Ihrer Hand entkommen will. Setzen Sie ihn dann besser wieder zurück in seinen Käfig.

 

Halten Sie den Hamster mit beiden Händen. © Naty Strawberry – stock.adobe.com

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