Das artgerechte Mäusegehege

Bevor die Mäuse einziehen können, muss das Gehege entsprechend vorbereitet und eingerichtet werden. Erfahren Sie hier, was Sie dabei beachten sollten.

Für Mäusegehege gibt es verschiedene Optionen. Größe und Standort sind aber immer wichtig.
Für Mäusegehege gibt es verschiedene Optionen. Größe und Standort sind aber immer wichtig.© Krill Kurashov-stock.adobe.com

Für die Auswahl des Mäusegeheges ist es wichtig, neben der Größe und dem Standort des Käfigs auch auf die Beschaffenheit des Käfigs an sich zu achten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Der Gitterkäfig als Mäusegehege

Normale Nagerkäfige sind für Mäuse meist ungeeignet,da diese sich aufgrund ihrer Größe auch durch engste Gitter durchzwängen können. Außerdem ist die Gefahr, dass die Tiere Zugluft abbekommen, in einem normalen Käfig zu groß. Dennoch bietet der Zoofachhandel eine Vielzahl an Varianten dieses Käfigtyps an. Dabei gibt es neben einer enormen Farbvielfalt auch verschiedene Formen und Größen. Bei der Auswahl eines Gitterkäfigs sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

  • Der Abstand der Gitterstäbe darf nicht zu groß sein, damit die Mäuse nicht durch das Gitter entkommen können oder sich beim Versuch, den Kpf durchzustecken, selbst strangulieren.
  • Für Zwergmäuse ist dieser Käfigtyp generell ungeeignet.
  • Der Großteil der Gitterstäbe sollte waagerecht angebracht sein, damit Mäuse daran klettern können.
  • An den Gitterstäben dürfen sich nirgends scharfe Kanten oder Grate befinden, da diese ein enormes Verletzungsrisiko für Mäuse darstellen.
Vollkommen ungeeignet sind Gitterkäfige, deren Gitter mit Kunststoff beschichtet worden ist, da diese Beschichtung den Zähnen der Mäuse kaum Stand hält und somit die Gefahr von Vergiftungen gegeben ist.

Die Vorteile des Gitterkäfigs als Mäusegehege:

  • Mäuse können daran klettern
  • geringes Gewicht durch einfache Beschaffung,
  • annehmbarer Preis

Die Nachteile des Gitterkäfigs als Mäusegehege sind:

  • Bodenschalen haben eine zu geringe Höhe: So kann kaum eine ausreichend dicke Schicht an Bodeneinstreu eingebracht werden, die zum Beispiel Rennmäusen ein ausgiebiges Graben ermöglicht. Für weniger stark grabende Arten wie Farbmäuse oder Stachelmäuse ist dies hingegen kein Nachteil.
  • mangelnde Stabilität der meisten Bodenschalen, die nicht zuletzt den Nagezähnen wenig entgegenzusetzen haben.
Mauesegehege_1200x800.jpg
Mäuse brauchen die Möglichkeit, in einer Schicht aus Einstreu zu graben.© Jearu-stock.adobe.com

Das Terrarium als Mäusegehege

Die meisten Mäusearten lassen sich in Terrarien halten. Diese bieten folgende Vorteile:

  • Es können ohne Probleme größere Mengen Einstreu eingefüllt werden. Das ist wichtig, weil Mäuse unbedingt Möglichkeiten zum Graben und Scharren brauchen.
  • Die Mäuse können die Einstreu nicht hinausbefördern, wodurch die Umgebung des Geheges sauber bleibt.
  • Durch die Glasscheiben lassen sich die Mäuse gut beobachten, stark grabende Arten wie die Mongolischen Rennmäuse können sogar in ihren unterirdischen Gängen beobachtet werden.

Leider weisen die üblichen Terrarien auch Nachteile auf:

  • Die in den meisten Terrarien in Bodennähe angebrachte Lüftungsschiene wird leicht von Einstreu bedeckt, sodass sie ihre Funktion nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr erfüllen kann. Darauf müssen Sie dringend achten!
  • Die Laufschienen der vorderen Schiebescheiben können leicht durch darin hineingescharrte Streu blockiert werden, bzw., kann das hinter den Scheiben aufgetürmte Einstreu beim Öffnen der Scheibe hinausfallen.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man die üblichen Terrarien aber mäusegerecht umbauen. So kann man hinter den vorderen Schiebescheiben eine etwa 15 cm hohe Glasscheibe anbringen, die auch eine höhere Schicht Einstreu zurückhält, sodass sie nicht in die Laufschienen geraten kann.

Noch besser sind jedoch Kleinsäugerterrarien, da sie bereits auf die Bedingungen der Mäusehaltung bestens abgestimmt sind.

Mäusegehege selber bauen

Können Sie sich für keine der bisher genannten Gehegevarianten erwärmen oder wollen Sie den Käfig den örtlichen Gegebenheiten optimal anpassen, können Sie natürlich auch ein Mäusegehege im Eigenbau erstellen. Vorteil dieser Variante ist die optimale Anpassung an die Bedürfnisse der Mäuse sowie die Kostenersparnis im Vergleich zu im Handel erworbenen Käfigen.

Eine einfache und schnelle Möglichkeiten, einen Käfig in Eigenbau herzustellen, sind Terrarienbausätze, bei denen in ein Gerüst aus Aluschienen Glasscheiben eingesetzt werden. Die Aluschienen werden auf Wunsch auf die gewünschten Maße zurechtgeschnitten. Auch die entsprechenden Glasscheiben kann man bereits passend zugeschnitten beziehen.

Eine andere Möglichkeit, einen Käfig zu bauen, bieten beschichtete Spannplatten. Aus ihnen lässt sich ein Kistenkäfig bauen, der nur an der Vorderseite Glasscheiben aufweist. Der Vorteil eines solchen Geheges ist das Sicherheitsgefühl, welches den in ihm untergebrachten Mäusen durch die dreiseitig geschlossene Konstruktion geboten wird. Um die Nager von der Zerstörung ihrer Unterkunft abzuhalten, müssen alle von den Mäusen erreichbaren Kanten durch Aluminiumprofile geschützt werden.

Achtung: Aquarien sind der "Tierärtzlichen Vereinigung für Tierschutz e.V" zufolge nicht als Mäusegehege geeignet, weil sie eine ausreichende Belüftung meist nicht gewährleisten!
Mauesegehege_Einrichtung_1200x800.jpg
Selbstgebaute Mäusegehege ermöglichen individuelle Designs.© Pixaby/Shutterbug75

Die richtige Größe des Mäusegeheges

Bei der Größe des Mäuseheims gilt der alte Leitsatz: Zu groß gibt es nicht. Das Gehege stellt den Lebensraum der Mäuse dar und muss deshalb alle ihre Bedürfnisse befriedigen. Eine Mindestgröße von 80 x 50 x 80 cm (Länge x Tiefe x Höhe) darf deshalb niemals unterschritten werden, besser sind aber Gehege mit einer Länge von 100 cm. Eventuell kann der zur Verfügung stehende Raum auch über Etagen vergrößert werden.

Die Einrichtung des Mäusegeheges

Die Größe des Käfigs allein ist nicht ausschlaggebend für die Lebensqualität Ihrer Mäuse, denn auch die Einrichtung spielt eine wesentliche Rolle. Nur in gut strukturierten Gehegen mit artgerechter Einrichtung können Ihre Mäuse ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben, was das Auftreten von Verhaltensstörungen verhindert. Zur artgerechten Einrichtung gehören unter anderem:

  • Schlafhäuschen
  • Unterschlupfmöglichkeiten mit Verbindungsgängen
  • Kletterstangen
  • Leitern
  • Futternapf und Trinkautomaten
  • Seile, Schaukeln

Der richtige Standort des Mäusegeheges

Der richtige Standort für das Gehege ist abhängig von der Mäuseart. Allgemein sollten Sie folgendes beachten:

  • Das Gehege sollte an einem möglichst ruhigen Standort mit wenig "Durchgangsverkehr" untergebacht sein, vor allem scheue Mäuse brauchen viel Ruhe. Ein Flur, auch wenn er noch so hell ist, ist als Gehegestandort ungeeignet.
  • Das Mäusegehege sollte auf Augenhöhe des Halters stehen. Das erleichtert nicht nur das Beobachten der Mäuse, sondern trägt auch wesentlich zu deren Wohlbefinden bei, da Mäuse es als bedrohlich empfinden, wenn man von oben auf sie herunterschaut.
  • Ein vor Zugluft geschützter Standort ist für das Mäusegehege sehr wichtig. Zugluft stellt einen der Hauptgründe für die Erkrankung der ansonsten eher robusten Tiere dar.
  • Das Mäusegehege sollte nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da es sonst durch die Erwärmung (dies gilt besonders für Terrarien und Aquarien) zu Hitzschlag oder -erschöpfung kommen kann, was für Mäuse aufgrund ihrer geringen Körpermasse schnell zum Tod führt.
"Ein Herz für Tiere" – Die neue Ausgabe jetzt am Kiosk
Aktuelle Meldungen aus der Tierwelt
Großer Haustierratgeber
Mensch & Tier
Wildes Tierleben
Spannende Unterhaltung
EHfT11_001_U1.jpg