Wildtiere im Garten

Igel durch Mähroboter bedroht: Gefahren für Igel im Garten und wie Sie sie vermeiden können

Mähroboter und Motorsensen werden zur zunehmenden Bedrohung für Igel. Erfahren Sie, welche Gefahren für Igel in Ihrem Garten lauern und wie Sie sie vermeiden können.
 
Garten im Sommer für Igel gestalten © shutterstock.com / Coatesy
Machen Sie Ihren Garten Igelsicher
Immer häufiger werden auch in privaten Gärten Motorsensen und Mähroboter zur Pflege von Grasflächen verwendet. Wenn Hobbygärtner, Hausmeister & Co. vor dem Einsatz dieser motorisierten Gartengeräte nicht kontrollieren, ob sich unter überhängenden Zweigen, in Büschen und Laubhaufen Wildtiere verstecken, kann das für diese einen qualvollen Tod bedeuten. Besonders oft trifft es Igel.

„Jedes Jahr sterben hunderte von Igel deutschlandweit durch Verletzungen, verursacht durch motorisierte Gartenwerkzeuge." (Martina Gehret, Igelexpertin beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.)

Anders als andere Tiere, die flüchten, wenn Gefahr droht, rollt sich der Igel ein und stellt sich tot, um sich zu schützen. Schwere Verletzungen und grauenhafte Verstümmelungen bis hin zum Tod sind dann die Folge, wenn er von den scharfen Messern der Motorsense oder des Mähroboters erfasst wird. Handelt es sich dann noch um ein Igelweibchen, das gerade junge Igel aufzieht, bedeutet das für ihren Nachwuchs den Hungertod.


Schützen Sie Igel vor Mährobotern

Um Igel und auch andere Wildtiere wie Amphibien, Reptilien und Jungvögel zu schützen, sollten Sie unbedingt auf motorisierte Gartengeräte verzichten! Zumindest aber sollten Sie sich die Zeit nehmen und vorher überprüfen, ob Igel und Co. sich an den Orten, wo das Gartengerät eingesetzt werden soll, befinden und die Tiere aus dem Gefahrenbereich entfernen oder diesen Bereich bei der Gartenarbeit großräumig auslassen.
 
Damit engagieren Sie sich für den Artenschutz! Denn Igel stehen in vielen Bundesländern mittlerweile auf der Vorwarnliste der gefährdeten Tierarten.


Gefahren für Igel im Garten: So können Sie sie vermeiden

  • Baugruben, Kellerschächte u. ä. werden Igeln oft zum Verhängnis. Man sollte das mit engmaschigem Draht oder Brettern umzäunen, abdecken oder auch mit Ausstiegshilfen versehen (z.B. schräg gestellten Brettern mit Querleisten). Empfehlenswert ist eine regelmäßige Kontrolle solcher „Igelfallen“.
  • Igel können zwar schwimmen, doch wenn sie keine Möglichkeit haben, aus einem Swimmingpool oder Gartenteich herauszuklettern, ertrinken sie dennoch. Deshalb sollte man auch hier umzäunen und/oder Ausstiegshilfen anbieten.
  • Auf das Verbrennen von Gartenabfällen etc . sollte man möglichst verzichten. Wenn es unbedingt nötig ist, dann den Haufen zuvor vorsichtig umsetzen und so nach eventuell schlafenden Igeln oder Igelnestern durchsuchen.
  • Vorsicht beim Umsetzen von Komposthaufen und beim Mähen unter Hecken oder im hohen Gras: Igel könnten verletzt werden!
  • Vogelnetze über Beerensträuchern müssen straff gespannt sein, damit sich keine Igel oder auch Vögel darin verfangen.
  • Gifte und Fallen sollte man möglichst nicht verwenden und wenn, dann für Igel unerreichbar auslegen.


Den Garten für den Igel gestalten

Mähroboter und Motorsense sind aber bei weitem nicht die einzigen Gefahren, die in Ihrem Garten auf Igel lauern. In unserer Liste zeigen wir Ihnen die häufigsten Gefahrenquellen für Igel auf und erklären, wie Sie sie vermeiden können.
  • Da Igel auf Nahrungssuche große Gebiete durchqueren, sollte man ihnen den Durchgang zu angrenzenden Gärten ermöglichen.
  • Vermeiden: Pflanzenschutzmittel, Unkrautvernichter oder Kunstdünger.
  • Igel freuen sich auch besonders, wenn ein Teil des Gartens ungemäht bleibt. Vor allem an Hecken und Büschen sollten Igelfreunde das Gras gar nicht oder nur ab und zu schneiden.
  • Die Lebensgrundlage vieler Insektenarten sind die einheimischen Stauden und Gewächse. Diese Insekten wiederum sind die Nahrung der Igel. Deshalb wird empfohlen, möglichst wenig exotische Gewächse zu pflanzen.
  • Igel lieben dichte Hecken, Gebüsche, Laub- und Reisighaufen, aber auch Schuppen, Treppen und Steinhaufen. Diese benutzen sie als Unterschlupf oder Nest. So sollte also im igelgerechten Garten ein Laubhaufen in einem Winkel liegenbleiben dürfen oder auch mal ein wenig Gras unter der Hecke wuchern. Wem das jedoch zu „unordentlich“ ist, der kann einem Igel auch mit einem dekorativeren selbstgebauten oder gekauften „Igelhaus“ (im Fachhandel erhältlich) weiterhelfen.
  • Auch Wasserstellen, sei es in Form eines Gartenteiches mit seichtem Uferbereich oder einer stand - festen Wasserschüssel, nehmen Igel – gerade in trockenen, heißen Sommern – gerne an.
  • Zufüttern (z.B. hochwertiges Nassfutter für Katzen) im Frühjahr und Herbst beugt Untergewichtigkeit vor.
 

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