Kosmetik ohne Tierversuche: Daran erkennen Sie die Produkte

Shampoos, Duschgele und Körperlotionen ganz ohne Tierversuche: Das bieten tatsächlich viele Hersteller an. Wir zeigen Ihnen, woran Sie diese Produkte erkennen.

Kosmetik ohne Tierversuche
Hier finden Sie Kosmetik-Produkte, die ohne Tierversuche hergestellt wurden.© stock.adobe.com/Pixel-Shot

Tierversuche sind immer mit Leid verbunden – auch in der Kosmetik. Substanzen, deren Wirkung noch unbekannt ist, werden in die Augen von Kaninchen getröpfelt oder auf die Haut von Meerschweinchen aufgetragen. Das Leid der Tiere spielt dabei keine große Rolle. Die Hauptsache ist, herauszufinden, wie verträglich das eigene Produkt ist.

Tierversuche für Kosmetika sind seit 2013 EU-weit verboten. Warum trotzdem noch immer Tierversuche in dieser Branche durchgeführt werden und welche hochwertigen Pflege-Produkte wirklich tierversuchsfrei sind, erfahren Sie hier.

Woran erkenne ich Kosmetik ohne Tierversuche?

Für Kosmetik ohne Tierversuche gibt es kein einheitliches Gütesiegel. Zwar tragen manche Produkte eines, doch Sie sollten immer überprüfen, unter welchen Kriterien dieses Siegel vergeben wird. Außerdem sollten Sie herausfinden, ob das Siegel auf die ganze Firma zutrifft: Sind nur einzelne Produkte damit versehen, kann das restliche Sortiment desselben Unternehmens trotzdem an Tieren getestet werden.

Eine glaubwürdige Zertifizierungsstelle (beispielsweise PETA) muss kontrollieren und bestätigen, dass die Inhaltsstoffe und das kosmetische Produkt selbst nicht an Tieren getestet wurde.

Achtung: Verwechseln Sie niemals „vegan“ mit „tierversuchsfrei“. Nur, weil auf einem Produkt „vegan“ steht, heißt das nicht, dass es frei von Tierversuchen ist. Vegane Kosmetik oder deren Inhaltsstoffe könnten an Tieren getestet worden sein – auch wenn keine tierischen Erzeugnisse beinhaltet sind.

Supermarkt
Es gibt kein einheitliches Gütesiegel für tierversuchsfreie Produkte.© stock.adobe.com/ _KUBE_

Kosmetik-Produkte ohne Tierversuche

Wir haben für Sie eine Liste mit über 20 beliebten Kosmetik-Produkten zusammengestellt, die von Herstellern stammen, die auf Tierversuche verzichten.

Handseifen ohne Tierversuche

Auch Handseifen werden unter Umständen an Tieren getestet. Wollen Sie sich für eine tierversuchsfreie Alternative entscheiden, bietet sich die Schaumseife von Better by Less* an. Füllen Sie das beigefügte Pulver in die Flasche und geben Sie etwas Leitungswasser dazu, um einen pflegenden Schaum zu erhalten. Better by Less setzt laut eigener Homepage auf tierversuchsfreie Produkte ohne Mikroplastik. Allerdings hat die Handseife einen stolzen Preis.

  • Amazon-Bewertung: 4,3 von 5 Sternen (10 Bewertungen)
  • Preis: ca. 18 € (8,95 € pro 100 ml)

Eine wesentlich günstigere Handseife ohne Tierversuche ist die Flüssigseife Rose von Greendoor*. Sie wird in der Naturkosmetik Manufaktur Greendoor in Oberbayern per Hand gefertigt. Sie ist biologisch abbaubar und enthält laut Hersteller weder Sulfate noch Palmöl. Die Tierschutzorganisation PETA bestätigt, dass Greendoor keine Tierversuche durchführt.

  • Amazon-Bewertung: 4,3 von 5 Sternen (18 Bewertungen)
  • Preis: ca. 6 € (2,36 € pro 100 ml)

Wer statt Flüssigseife lieber ein Seifenstück verwendet, kann sich für die Natürliche Orangen Handseife von Faith in Nature*  entscheiden. Sie enthält Orangenöl und ist vegan. Die Umwelt ist der Marke sehr wichtig: Die Seife wird komplett ohne Kunststoff verpackt. Dass Faith in Nature keine Tierversuche für die eigenen Produkte oder deren Inhaltsstoffe durchführt, gibt das Unternehmen auf seiner Homepage bekannt.

  • Amazon-Bewertung: 4,6 von 5 Sternen (1.238 Bewertungen)
  • Preis: ca. 3 € (2,99 € pro 100 g)

 

Hände waschen
Handpflege geht auch ohne Tierversuche.© stock.adobe.com/ManuPadilla
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Tierversuchsfreies Duschgel

Tatsächlich gibt es viele Hersteller, die Duschgele ohne Tierversuche anbieten. Besonders hochwertig ist das Body Care Set von Micaraa*. Die Marke setzt auf vegane Naturkosmetik ohne Tierversuche. Die Produkte im Set sind zudem frei von Alkohol, Parabenen, Silikonen, Sulfaten, synthetischen Konservierungsstoffen und Mineralölen. Bei Unzufriedenheit gibt es eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.

  • enthält Haaröl, Körperöl, feste Rasierseife und After Shave Balsam
  • Preis: 95 €

Mit einem blumigen Duft nach Lavendel und Geranie verwöhnt Sie das Duschgel von Faith In Nature*. Laut Hersteller wird dieses Produkt nur aus hochwertigen und natürlich gewonnenen Zutaten ohne Tierversuche hergestellt. So konnte dieses Duschgel schon zahlreiche Amazon-Kunden überzeugen.

Faith in Nature gibt auf der Homepage bekannt, keine Tierversuche für eigene Produkte oder deren Inhaltsstoffe durchzuführen.
  • Amazon-Bewertung: 4,5 von 5 Sterne (9.439 Bewertungen)
  • Preis: ca. 5 € (1,25 € pro 100 ml)

Die günstigste Alternative in unserem Vergleich ist das Duschgel von Sante Naturkosmetik*. Mit dem Duft Bio-Kokos und Vanille spendet es laut Hersteller intensive Feuchtigkeit und schenkt ein weiches Hautgefühl. Sante ist auf der PETA-Liste der tierversuchsfreien Unternehmen aufgeführt.

  • Amazon-Bewertung: 4,5 von 5 Sternen (1.220 Bewertungen)
  • Preis: ca. 12 € (1,26 € pro 100 ml)

 

Duschgel
Viele Hersteller setzen auf vegane Produkte ohne Tierversuche.© stock.adobe.com/Pixel-Shot

Tierversuchsfreie Shampoos

Auch für die Haarpflege gibt es viele Produkte, bei denen die Hersteller auf Tierversuche verzichten. So auch beim Repairing Hair Oil von Micaraa*: Es sorgt für Feuchtigkeit, Glanz und Geschmeidigkeit. Dabei enthält es keine Silikone, kein Wasser und ist zu 100 Prozent vegan. Das Haaröl soll Spliss, Frizz und Haarbruch entgegenwirken.

Micaraa setzt auf vegane Naturkosmetik ohne Tierversuche.
  • Preis: 29 € (29 € pro 100 ml)

Günstiger und genauso frei von Tierversuchen ist das Natürliche Drachenfrucht Shampoo von Faith in Nature*. Das exotisch duftende Shampoo ist laut Hersteller reich an Antioxidantien und für alle Haartypen geeignet.

Faith in Nature gibt auf der Homepage bekannt, keine Tierversuche für eigene Produkte oder deren Inhaltsstoffe durchzuführen.
  • Amazon-Bewertung: 4,3 von 5 Sternen (7.018 Bewertungen)
  • Preis: ca. 6,50 € (1,63 € pro 100 ml)

Wer nicht unbedingt Flüssig-Shampoo will, sondern einen Shampoo Bar bevorzugt, kann das Feste Shampoo von Jolu* ausprobieren. Es eignet sich laut Hersteller für alle Haartypen, ist plastikfrei und vom Kosmetik-Verband ICADA zertifiziert.

  • Amazon-Bewertung: 4,4 von 5 Sternen (243 Bewertungen)
  • Preis: ca. 10 € (19,80 € pro 100 g)

 

Shampoo
Mit diesen Produkten pflegen Sie Ihr Haar, ohne Tierversuche zu unterstützen.© stock.adobe.com/JAYANNPO
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Badesalze und -zusätze ohne Tierversuche

Auch bei Badezusätzen kann auf Tierversuche verzichtet werden. Die Badeschokolade von Greendoor*bietet beispielsweise ein natürliches Cremebad, das nicht zuvor an Tieren getestet wurde. Die Badeschokolade enthält Bio-Kakaobutter, Milch und Färberdistel-Öl. Sie wird in einer bayerischen Naturkosmetik Manufaktur per Hand gefertigt. Diese Exklusivität hat aber auch ihren Preis.

Die Tierschutzorganisation PETA bestätigt, dass Greendoor keine Tierversuche durchführt.
  • Amazon-Bewertung: 4,9 von 5 Sternen (14 Bewertungen)
  • Preis: 12,50 € (12,50 € pro 100 Gramm)

Genauso vegan und sehr günstig ist das Feuchtigkeitsbad Avocado von CD*. Der Hersteller verspricht eine intensive Feuchtigkeitspflege, die sanft zu jedem Hauttyp ist. CD engagiert sich laut eigenen Aussagen schon seit Jahren gegen Tierversuche und setzt sich für alternative Testmethoden ein. Weder für einzelne Rohstoffe noch für die Endprodukte setzt CD auf Tierversuche.

  • Amazon-Bewertung: 4,8 von 5 Sternen (52 Bewertungen)
  • Preis: ca. 18 € (0,50 pro 100 ml)

 

Badewanne
Diese Badezusätze wurden ohne Tierversuche entwickelt.© stock.adobe.com/Tatyana Gladskih

Gesichtscreme ohne Tierversuche

Gerade im Gesicht ist die Haut empfindlich, weshalb Tierversuche häufig bestätigen sollen oder sollten, dass das Produkt verträglich ist. Die Balancing Face Cream mit Bio-Aloe Vera von Micaraa*durchlief keine Testung mit Tieren. Laut Hersteller verwöhnt sie Anwender mit ihrem Anti-Aging-Effekt und ist für normale Haut bis Mischhaut geeignet. Enthalten sind keine Silikone, Parabene, Mineralöle, synthetische Konservierungsstoffe oder Sulfate.

Micaraa setzt auf vegane Naturkosmetik ohne Tierversuche.
  • Preis: 35 € (70 € pro 100 ml)

Wesentlich günstiger ist die Bio-Hyaluron Creme von Soena*. Sie konnte schon viele Amazon-Kunden von sich überzeugen: Laut Hersteller ist die Creme frei von Farbstoffen, Hormone, Parabene, Silikone und Mikroplastik. Laut eigener Aussage habe es sich das Unternehmen Soena zur Herzensangelegenheit gemacht, tierversuchsfreie Produkte zu kreieren.  

  • Amazon-Bewertung: 4,4 von 5 Sternen (1.051 Bewertungen)
  • Preis: ca. 25 € (25 € pro 100 ml)

Speziell für Männer gibt es die Tagescreme von Greendoor*. Laut Hersteller ist sie auf Männerhaut abgestimmt und pflegt diese mit pflanzlichen Ölen, Bio-Jambu und Algenextrakt. Die Creme soll zwar dermatologisch getestet sein, aber keinesfalls an Tieren. Das bestätigt die Tierschutzorganisation PETA: Sie führt den Hersteller auf ihrer Liste der tierversuchsfreien Unternehmen.

  • Amazon-Bewertung: 4,3 von 5 Sternen (52 Bewertungen)
  • Preis: ca. 20 € (39 € pro 100 ml)

 

Gesichtspflege
Gesichtspflege geht auch ohne Tierversuche.© stock.adobe.com/Maryna

Tierversuchsfreie Augenkosmetik

Man muss nicht auf Mascara verzichten, wenn man sich Augenkosmetik ohne Tierversuche wünscht. Für den Mascara von Gaya Cosmetics* musste laut der eigenen Aussage des Herstellers kein Tier leiden: Die vegane Wimperntusche ist zudem für empfindliche Augen geeignet und schafft ein kräftiges Volumen.

  • Amazon-Bewertung: 4,1 von 5 Sternen (4.696 Bewertungen)
  • Preis: ca. 15 €

Ohne Parfüm und Alkohol kommt der vegane Mascara Glam & Doll Sensitive von Catrice* aus. Auch er soll für empfindliche Augen geeignet sein. Laut Hersteller kreiert er einen ausdrucksstarken Look dank der ultra-schwarzen Textur. Catrice stellt auf der eigenen Homepage klar, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben – weder für Endprodukte noch für die Inhaltsstoffe.

  • Amazon-Bewertung: 4,5 von 5 Sternen (2 Bewertungen)
  • Preis: ca. 10 €

Wesentlich mehr Amazon-Käufer konnte bisher der Lash Princess Mascara von Essence*überzeugen. Die Marke ist laut eigener Aussage strikt gegen Tierversuche und ist bei PETA Deutschland und PETA international gelistet. Der Mascara kommt im praktischen Dreier-Pack.

  • Amazon-Bewertung: 4,5 von 5 Sternen (16.334 Bewertungen)
  • Preis: ca. 9 €

 

Mascara
Auch Mascaras gibt es ohne Tierversuche.© stock.adobe.com/gpointstudio

Tierversuchsfreie Bodylotion

Eine wirkungsvolle Bodylotion, die ohne Tierversuche entwickelt wurde, ist nicht schwer zu finden. Das Toning Body Oil von Micaraa* pflegt beispielsweise sensible und trockene Haut. Das vegane Körperöl ist besonders für die Schwangerschaft geeignet: Laut Hersteller strafft es die Haut und verringert die Bildung von Schwangerschaftsstreifen.

Micaraa setzt auf vegane Naturkosmetik ohne Tierversuche.
  • Preis: 27 € (27 € pro 100 ml)

Mit Bio-Aloe Vera versorgt Sie die Körperlotion von Alkmene*. Die Aloe Vera stammt aus biologischem Anbau und spendet Feuchtigkeit. Laut Hersteller unterstützt die Lotion die Feuchtigkeitsbalance der Haut und verleiht ein weiches Hautgefühl. Auf ihrer Homepage spricht sich die Marke klar gegen Tierversuche aus.

  • Amazon-Bewertung: 3,9 von 5 Sternen (9 Bewertungen)
  • Preis: ca. 9 € (3,87 € pro 100 ml)

Die günstigste tierversuchsfreie Alternative in unserem Produktvergleich ist die Bodylotion von Sante Naturkosmetik*. Sie beruhigt mit Bio-Sheabutter trockene Hautpartien und erhöht laut Hersteller den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Das Produkt ist Natrue-zertifiziert und vegan, glutenfrei und wurde natürlich ohne Tierversuche entwickelt. Das Natrue-Siegel ist das internationale Naturkosmetik-Siegel: Es verspricht, dass nur biologisch natürliche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Sante ist auf der PETA-Liste der tierversuchsfreien Unternehmen aufgeführt.
  • Amazon-Bewertung: 4,4 von 5 Sternen (578 Bewertungen)
  • Preis: ca. 8 € (1,60 € pro 100 ml)

 

Bodylotion
Diese Körperlotionen wurden ohne Tierversuche entwickelt. © stock.adobe.com/paulynn

Sonnencreme ohne Tierversuche

Auch Sonnencremes müssen auf die Verträglichkeit hin getestet werden. Ohne Tierversuche kommt beispielsweise die Sonnencreme von New Layer* aus. Sie ist auch für empfindliche Haut geeignet und frei von Mikroplastik, Flüssigplastik, Mineralöle, Silikone, Allergene und Parabene. Der Hersteller garantiert, dass keine Tierversuche für dieses Produkt gemacht wurden und die Flasche besteht aus recyceltem Material.

  • Lichtschutz-Faktor: 50+
  • Amazon-Bewertung: 4,7 von 5 Sternen (385 Bewertungen)
  • Preis: ca. 26 €

Etwas weniger Lichtschutz, aber genauso umweltfreundlich ist das Sonnenspray ey! Von Eco Cosmetics*. Diese Sonnencreme beinhaltet weder tierische Erzeugnisse noch wurde sie an Tieren getestet. Sie ist unter anderem frei von Parabenen, Emulgatoren und Konservierungsstoffen. Großes Plus: Die Sonnencreme enthält laut Hersteller keine Nanopartikel und ist korallenfreundlich. Eco Cosmetics gibt auf der eigenen Homepage bekannt, generell keine Tierversuche durchzuführen.

  • Lichtschutz-Faktor: 30+
  • Amazon-Bewertung: 3,9 von 5 Sternen (38 Bewertungen)
  • Preis: ca. 17 €

Für Kinder empfiehlt der Hersteller Eco Cosmetics seine Sonnencreme Baby & Kids*. Sie ist wasserfest, korallenfreundlich und frei von genmanipulierten Organismen. Sie soll sensible Haut schützen und ist mit Sanddornextrakt und Nachtkerzenöl (aus biologischem Anbau) versetzt.

  • Lichtschutz-Faktor: 45
  • Amazon-Bewertung: 4,5 von 5 Sternen (27 Bewertungen)
  • Preis: ca. 10 €

 

Sonnencreme
Diese tierversuchsfreien Sonnencremes sind schonend zur Umwelt.© stock.adobe.com/howtogoto
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Warum werden Tierversuche in der Kosmetik gemacht?

Kosmetische Produkte, die nicht getestet werden, könnten Allergien und Krankheiten auslösen oder unverträglich sein. Da die Haut und die Augen sehr empfindlich sind, ist die Gefahr von negativen körperlichen Reaktionen (wie zum Beispiel Ausschlag) groß. Kosmetika müssen also unbedingt getestet werden, bevor sie auf den Markt kommen.

Tierversuche in der Kosmetik-Industrie sind in der EU schon seit 2013 per Gesetz verboten. Das heißt:

  • Für kosmetische Produkte oder deren Inhaltsstoffe dürfen keine Tierversuche in der EU durchgeführt werden.
  • Der Verkauf von kosmetischen Produkten, die in Drittländern an Tieren getestet wurden, ist in der EU verboten.

Das gilt aber nur für neue Produkte und Inhaltsstoffe. Die bereits bestehenden dürfen laut dem Deutschen Tierschutzbund weiterhin EU-weit verkauft werden. Und es gibt ein weiteres Problem: Inhaltsstoffe, die nicht nur für die Kosmetik, sondern auch für Medikamente oder Reinigungsmittel verwendet werden, fallen unter das Arzneimittelgesetz oder das Chemikaliengesetz. Tierversuche sind hierfür sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Das trifft auf etwa 90 Prozent der Inhaltsstoffe für Kosmetika zu. Tierversuche in der Kosmetik-Industrie gibt es also erst dann nicht mehr, wenn tierversuchsfreie Alternativen sich für die Prüfung von Produkten bewährt haben.

Kaninchen Tierversuche
Tierversuche für Kosmetika sind offiziell verboten. © stock.adobe.com/Elnur

Wie viele Tiere leiden für die Kosmetik?

Bei kosmetischen Produkten ist es wichtig, dass sie in erster Linie von den Augen und der Haut gut vertragen werden. Bei Tierversuchen werden die Inhaltsstoffe entweder als Flüssigkeit ins Auge des Tieres getropft oder ihm unter die Haut gespritzt. Auch als Pulver wird es den Versuchstieren (meist Meerschweinchen oder Kaninchen) in die Augen gerieben oder auf die Haut aufgetragen. Manchmal wird der Stoff auch als Gas in die Augen gesprüht.

Heftige körperliche Reaktionen und Schmerzen werden bei Tierversuchen hingenommen. Das bedeutet großes Leid für die Versuchstiere.

Genaue Zahlen darüber, wie viele Versuchstiere jährlich für Kosmetika „verwendet“ werden, gibt es nicht. Offiziell sind Tierversuche in dieser Branche zwar seit 2013 in der EU verboten. Die Testungen für die Kosmetik-Industrie laufen aber unter einer anderen Bezeichnung weiter.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurden 2020 etwa 19 Prozent aller Versuchstiere in Deutschland für die Qualitätskontrolle medizinischer Produkte und sogenannte toxikologische Sicherheitsprüfungen eingesetzt. Darunter fällt auch die Prüfung von Inhaltsstoffen, die für Kosmetika verwendet werden.

Der Deutsche Tierschutzbund veröffentlichte, wie viele Tiere für Tierversuche im Jahr 2020 allein in Deutschland „verwendet“ wurden.

  • Mäuse: über 1,8 Millionen
  • Fische: über 280.000
  • Ratten: über 190.000
  • Kaninchen: über 70.000
  • Hunde: 2.562
  • Affen: 2.111
  • Katzen: 644

Hinzu kommen noch weitere Tierarten, die vom Deutschen Tierschutzbund nicht weiter aufgelistet werden.

Meerschweinchen Tierversuche
Für die Testungen müssen meist Meerschweinchen und Kaninchen herhalten.© stock.adobe.com/New Africa

Alternativen für Tierversuche

Viele Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund räumen ein, dass es viele (teils sogar zuverlässigere) Alternativen für Tierversuche gibt. Diese werden allerdings häufig weniger staatlich gefördert und sie müssen sich einer sehr kostspieligen Überprüfung unterziehen, ehe sie zugelassen werden. Einige dieser Alternativen sind dagegen schlichtweg nicht bekannt genug.

Beispielsweise gibt es diese Alternativen für Tierversuche.

Es ist möglich, menschliches Gewebe künstlich nachzuzüchten. So könnte man beispielsweise künstlich geschaffene Menschenhaut dafür verwenden, um zu testen, wie giftig ein Stoff ist. Tiere müssten dann nicht mehr als Testobjekt herhalten.

In der Medizin könnte diese Methode besonders nützlich sein. Anstatt Krankheiten bei Versuchstieren künstlich hervorzurufen, werden diese beim Menschen mit speziellen Geräten genauestens beobachtet und analysiert. Das ist laut dem Deutschen Tierschutzbund sogar aussagekräftiger als der Tierversuch.

Computermodelle sollen berechnen, wie giftig oder wirksam bestimmte Substanzen für den Menschen sind. Dabei sind sie laut dem Deutschen Tierschutzbund wesentlich zielführender als Tierversuche.

Worauf kann ich beim Kauf von Kosmetika achten?

Mit Ihrer Kaufentscheidung können Sie dabei helfen, das Tierleid in der Kosmetik-Industrie zu vermindern. Diese Tipps können Sie dafür befolgen:

  • Unterstützen Sie nur Hersteller, die bei keinen ihrer Produkte Tierversuche durchführen.
  • Entscheiden Sie sich für vegane Kosmetik ohne Tierversuche. Achten Sie dabei auf die Kennzeichnung!
  • Wählen Sie keine Kosmetik mit Mikroplastik. Das erkennen Sie an Inhaltsstoffen, wie Polyethylen, Polypropylen, Polyamid, Polyquaternium, Polyethylenterephtalat, Nylon-12, Acrylates Copolymer und Acrylates Crosspolymer.

Indem Sie sich für solche Kosmetika entscheiden, haben Sie schon viel getan, um den Versuchstieren zu helfen. Erst, wenn die Alternativen für Tierversuche weiter verbreitet sind, ist ein Ende der Tierversuchs-Labore in Sicht.

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