Warum Bienen so wichtig sind: Fakten, Bedrohung, Hilfe

Bienen sind beeindruckende, nützliche und für den Menschen sehr wichtige Tiere. Interessante Fakten zu Honig- und Wildbienen, wie stark sie bedroht sind und wie wichtig sie zugleich für den Menschen sind, lesen Sie hier.

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Die Biene leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Gesundheit eines Ökosystems.© Dave Massey-stock.adobe.com

Wenn die Floskel „klein aber oho“ auf jemanden zutrifft, dann auf die Biene. Denn in dem kleinen Insekt steckt so einiges: Sie leistet einen grundlegenden Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt und ihre Existenz ist auch für den Menschen essenziell.

Fakten über Wild- und Honigbienen

Bienen sind beeindruckende und interessante Tiere, über die es sehr viel zu wissen gibt. Hier zehn grundlegende Fakten über Wild- und Honigbienen:

  1. Weltweit gibt es schätzungsweise 20.250 Bienenarten, 700 davon sind in Europa heimisch. In Deutschland gibt es etwa 550 verschiedene Wildbienenarten.
  2. Von den mehr als 20.000 verschiedene Bienenarten produzieren nur neun Arten Honig.
  3. Auch Hummeln zählen zu den Wildbienen (250 Arten weltweit, 40 in Deutschland).
  4. Bienen können besonders gut riechen, sogar noch besser als Hunde! Sie riechen mit ihren Fühlern, die aus tausenden Sinneszellen bestehen.
  5. Für ein Glas Honig müsste eine einzige Honigbiene drei Mal um die Erde fliegen.
  6. Bienen fliegen bevorzugt blaue und gelbe Blüten an. Die Farbe Rot können sie nicht erkennen, dafür aber ultraviolettes Licht.
  7. Eine Arbeits-Honigbiene lebt etwa vier bis fünf Wochen. In dieser Zeit produziert sie etwa zwei Teelöffel Honig.
  8. Im Gegensatz zur Honigbiene, die in Bienenvölkern lebt, sind die meisten Wildbienen Einzelgänger.
  9. Die Sand-Steppenbiene ist die kleinste Wildbiene in Deutschland, sie ist nur etwa vier Millimeter groß. Die größte heimische Wildbienenart ist die Blaue Holzbiene, sie hat eine Körperlänge von 23 bis 28 Millimetern.
  10. Wildbienen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen einer bestimmten Pflanzenfamilie oder -gattung angewiesen. Einige benötigen sogar den Pollen einer ganz bestimmten Pflanzenart.
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Bienen sind beeindruckende Tiere.© Leszek Kobusinski-stock.adobe.com

So bedroht sind Bienen

Viele Wildbienenarten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Von den 557 in Deutschland beheimateten Wildbienenarten gelten laut Roter Liste 228 als „bestandsgefährdet“. Das entspricht fast 41 Prozent.

Für das Bienensterben gibt es mehrere Gründe:

  • Monokulturen
  • Pestizide in der Landwirtschaft
  • Klimawandel
  • Parasiten, Pilze & Bakterien (Varroamilbe)

Hauptverantwortlich für die Bedrohung der Bienen ist der Mensch. Durch die intensive Landwirtschaft, Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden kommt es zum Lebensraum- und Nahrungsverlust bei den Bienen. Sie brauchen vielfältige, bunte Wildblumenwiesen zum Leben. Außerdem haben sich Wildbienen teilweise auf Pollen bestimmter Pflanzen spezialisiert, was sie stark abhängig macht. Verschwinden die Pflanzen, verschwinden auch die Bienen. Auch das Nistplatzangebot für die Bienen schrumpft.

Auch andere Insekten wie zum Beispiel Schmetterlinge sind von diesen Entwicklungen betroffen und deshalb stark gefährdet!

Sind Honigbienen auch bedroht?

Die Honigbiene ist von diesen Entwicklungen nicht ganz so stark betroffen wie die Wildbienen. Seit 2012 steigt die Zahl der Honigbienenvölker in Deutschland wieder kontinuierlich an, nachdem sie zuvor seit 1991 stark zurückging. Das geht aus Zahlen des Deutschen Imkerbunds hervor. Doch die Honigbienen sind selbstverständlich auch von den Entwicklungen betroffen, wie Petra Friedrich von Deutschen Imkerbund erklärt:

„Bei der Honigbiene spielt in erster Linie der Befall mit dem Parasiten Varroamilbe eine Rolle. Kommen Nahrungsmangel, chemischer Pflanzenschutz oder Einflüsse des Klimawandels hinzu, brechen Bienenvölker zusammen. Der Vorteil, den Honigbienen gegenüber Wildbienen haben, ist, dass sie vom Imker betreut werden und dieser einschreiten kann, wenn es ihnen schlecht geht. Aber selbst erfahrene Imker können bei einer Gefahrenpotenzierung Völker verlieren. Zum Beispiel hatten wir im Winter 2020/2021 bundesweit 14 % Völkerverluste."

Warum sind Bienen für den Menschen so wichtig?

Bienen bestäuben sowohl Nutz- als auch Wildpflanzen. Dem WWF zufolge werden rund 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen von der Honigbiene bestäubt, 20 Prozent gehen auf Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Insekten zurück.

Außerdem steigert die Bestäubung der Pflanzen durch Bienen bei Obstsorten nicht nur den Ertrag, sondern auch „Qualitätsmerkmale“ wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt und Lagerfähigkeit des Obstes, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung berichtet.

Aus diesem Grund sind Bienen für den Menschen so wichtig. Hier einige Beispiele für Dinge, die es ohne Bienen nicht oder in deutlich geringeren Mengen geben würde:

  • Obst, Säfte
  • Gemüse
  • Kosmetikartikel (die pflanzliche Komponenten und Düfte beinhalten)
  • Kleidung aus Baumwolle
  • Rapsöl, Sonnenblumenöl
  • Saucen, Dips, Brotaufstriche
  • Wurst/Fleisch

Wie das Nachrichtenportal Welt berichtet, würde das Aussterben der Bienen einer Studie zufolge zu jährlich 1,4 Millionen zusätzlichen Todesfällen führen, weil weniger Obst, Gemüse und Getreide geerntet werden könnte. Daraus würden Mängel an Vitamin A und B sowie eine Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten resultieren.

Bienen und andere Tiere

Nicht nur für den Menschen sind Bienen (und andere Insekten) wichtig, sondern auch für andere Tiere. Neben der Pflanzenbestäubung ist auch die Nahrungskette ein wichtiger Punkt: Insekten stehen als kleine Tiere weit unten in der Nahrungskette. Sterben sie aus, bzw. geht ihr Bestand zurück, so hat das Folgen für alle Tiere, die über ihnen in der Nahrungskette stehen. Kleinere Vögel finden dann zum Beispiel weniger Nahrung. Diese wiederum sind die Beute größerer Raubtiere. Somit hat die Bedrohung der Insekten Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem.

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Raps kann sich zwar zum Teil auch von allein bestäuben, doch durch Bienen wird der Ertrag um mehr als 25 Prozent gesteigert.© Julia Kainz

Wie kann man Bienen helfen?

Um dem Rückgang der Bienen entgegenzuwirken, kann jeder etwas tun. Das wichtigste für die Tiere ist ihr Lebensraum, ein vielfältiges Nahrungsangebot und geeignete Nistplätze. Das können Sie daher für die Bienen tun:

  • einen naturnahen, bienenfreundlichen und abwechslungsreichen Garten oder Balkon mit heimischen Wildblumen anlegen (spezielle Saatgutmischungen gibt es fertig zu kaufen)
  • ein Insektenhotel aufstellen
  • nachhaltige Landwirtschaft unterstützen (Bio kaufen)
  • an Organisationen spenden, die sich für Bienen einsetzen

Mit diesen Maßnahmen unterstützen Sie nicht nur Bienen, sondern auch viele andere Insekten und tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei!

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Beispiele für bienenfreundliche Pflanzen, mit denen Sie Ihren Garten gestalten können.© Ein Herz für Tiere Media

Aktion zum Weltbienentag: Vierbeiner lassen Stadt erblühen

Um den Bienen und anderen Insekten zu helfen, hat sich das Franziskus Tierheim in Hamburg-Stellingen anlässlich des Weltbienentags am 20.05.2021 etwas ganz Besonderes überlegt: Für Gassi-Geher gibt es von dem Tierheim sogenannte "Blumenwiesen-Bomben", also kleine Samenkugeln, die beim Spaziergang einfach in die Natur geworfen werden können.

„Wir Hundebesitzer*innen sind gern und viel draußen in der Natur unterwegs. Bei einem meiner langen Spaziergänge mit den Hunden hatte ich die Idee, dass ich doch für den kahlen, ungenutzten Boden ein paar Samen für Blumen für die Bienen mitnehmen könnte“, erzählt Frank Weber, Leiter des bmt-Franziskus-Tierheims in Hamburg. Deshalb können Hamburger Hundehalter nun getreu dem Motto "Vier Beine für Bienen - die bunten Brummer" ihre Stadt und Gassi-Wege zum Blühen bringen.

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Vier Beine für Bienen: Mit der Aktion zum Weltbienentag können Gassi-Geher in Hamburg Blumensamen in ihrer Stadt verteilen.© bmt
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