Axolotl

Axolotl sind außergewöhnliche Tiere und werden auch als Haustiere immer beliebter. Hier erfahren Sie alles über Aussehen, Lebensweise, Fortpflanzung, Ernährung und Haltung des Axolotl.

Axolotl im Aquarium
Axolotl werden als Haustiere immer beliebter© cherokee4-stock.adobe.com

Axolotl werden als Heimtiere immer beliebter, in den vergangen Jahren entwickelte sich ein regelrechter Trend. Doch anders als oft vermutet wird, gehören diese Tiere nicht zu den Fischen, sondern zu den Amphibien.

Steckbrief

Körperlänge: 18 - 28 cm, bei guter Pflege bis 30cm
Lebenserwartung:12 – 20, bei guter Pflege bis 28 Jahre
Verbreitung: endemisch, mexikanische Hochebene
Lebensraum: stehende Gewässer, Seen und Tümpel
Lebensweise: nachtaktiver Lauerjäger, Männchen oft unverträglich
pH-Wert: um 7

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderartige (Salamandroidae)
Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
Gattung: Eigentliche Querzahnmolche / Breitkopfsalamander (Ambystoma)
Art: Axolotl (Ambystoma mexicanum)

Aussehen und typische Merkmale

Axolotl sehen ziemlich ungewöhnlich aus. Grund dafür ist die sogenannte Neotonie: Aufgrund eines angeborenen Hormondefektes verbleiben die Tiere im Larvenstadium. Sie kommen nie zur Metamorphose, weshalb sie die ungewöhnliche Larven-Gestalt beibehalten. Axolotl können aber trotzdem geschlechtsreif werden und sich fortpflanzen.

Die behäbig wirkenden Axolotl haben einen runden Körper mit vergleichsweise kleinen Gliedmaßen. Der Kopf ist groß und rund, die Augen stehen weit auseinander. Direkt dahinter wachsen typisch für die Larven von Schwanzlurchen seitlich je drei Kiemenäste, die mithilfe von Muskeln bewegt werden können. Da die Axolotl im Larvenstadium bleiben, behalten sie die Kiemenäste, die ein bisschen aussehen wie kleine Bäume, bei. Der seitlich flache Ruderschwanz ist mit Flossensäumen versehen und macht etwa die Hälfte der Gesamtkörperlänge aus.

Übrigens: Auf künstlichem Wege können die Tiere zur Metamorphose gebracht werden, dies entspricht allerdings nicht ihrer natürlichen Lebensweise und ist somit von einer hohen Mortalitätsrate begleitetet.

Farben bei Axolotl

Die Grundfarbe des wilden Axolotl ist Grau bis Braun, zur Bauchseite heller werdend. Der Rückenbereich ist mit dunklen Punkten und/oder Flecken versehen. Mittlerweile ist auch eine albinotische Zuchtformen im Handel erhältlich. Diese "Albino-Axolotl" sind hell bis weiß, die Kiemenäste leuchten rosa bis rot.

dunkler Axolotl
Die ursprünglichen Farben des Axolotls sind grau und braun.© lapis2380-stock.adobe.com

Nachwuchs und Aufzucht

Der Ruderschwanz der männlichen Axolotl ist etwas länger als der der Weibchen. Sicherstes Unterscheidungsmerkmal ist die sogenannte Kloakalregion. Beim Männchen ist sie auch außerhalb der Fortpflanzungsaktivitäten geschwollen, bei den Weibchen nie.

Axolotl werden mit acht bis 15 Monaten geschlechtsreif. Mit einem Balzritual aus hoch aufgerichtetem und schlängelndem Schwanz sowie Verbeugungen versucht das Männchen, Weibchen auf sich aufmerksam zu machen und mit Kopf-Stubsen die typische Paarung für Schwanzlurche einzuleiten.

Nach erfolgreicher Befruchtung im Körperinnern legt das Weibchen zwischen 80 und 600 Eier auf Blättern ab. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die voll ausgebildeten Jungen nach neun bis 15 Tagen und ernähren sich weitere zwei Tage von ihrem Dottervorrat. Die jungen Axolotl sind sofort selbstständig und haben nach fünf Wochen eine Gesamtkörperlänge von etwa 5 cm erreicht. Nach vier Monaten sind sie je nach Temperatur zwischen 11 und 14 cm groß.

Lebensweise und Verhalten

Während der Metamorphose entwickeln sich Amphibien von der mit Kiemen atmenden, im Wasser lebenden Larve zu lungenatmenden Tieren, die das Wasser verlassen können. Da Axolotl sich nicht über das Larvenstadium hinaus entwickeln und die Metamorphose nicht erreichen, bleiben sie ihr Leben lang bei der Kiemenatmung und verlassen das Wasser nicht.

Axolotl mögen keine Strömung und leben daher in stehenden Gewässern und kleinen Tümpeln der mexikanischen Hochebene rund um Mexiko City, sowie endemisch im Xochimilco-See und im Chalco-See. Sie führen ein geruhsames Leben nahe des Gewässergrundes. Den Tag über verbergen sie sich gern zwischen Steinen, Wurzeln und Pflanzen. Erst am späten Nachmittag oder in der Nacht kommen sie langsam hervor. Die genügsamen Amphibien sind zwar recht anpassungsfähig, bevorzugen jedoch kühle und sauerstoffreiche Gewässer.

Axolotl im Aquarium
Axolotl sollten nicht mit anderen Tieren zusammen gehalten werden.© haseg77-stock.adobe.com

Ernährung des Axolotl

Als Lurche bevorzugen Axolotl Lebendfutter, sie sind streng carnivor, also fleischfressend. In ihrem natürlichen Lebensraum erbeuten sie als Lauerjäger alles, was ins Maul passt:

  • Insektenlarven
  • Schnecken
  • Krebse
  • Garnelen
  • kleine Frösche

Gelegentlich fressen Axolotl auch kleinere Artgenossen.

Fütterung von Axolotl in der Heimtierhaltung

Aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise sollte auch in menschlicher Obhut das Futter erst gegen Abend gereicht werden. Dies kann spezielles Axolotl-Futter sein, das jedoch als Alleinfuttermittel nicht ausreicht. Die Tiere benötigen Abwechslung, sowie regelmäßige Vitamingaben. Der Speisezettel ist vielfältig:

  • Regenwürmer
  • alle möglichen Insekten
  • Mehlwürmer
  • gefrostete Mückenlarven
  • Bachflohkrebse
  • Zwerggarnelen
  • kleine, lebende Fische

Auf jeden Fall muss sichergestellt werden, dass Axolotl ihrer Natur gemäß auch selbst Beute erlegen dürfen und nicht nur "Aas" bekommen. Meerestiere und -fische sollten wegen ihres Jodgehaltes vermieden werden.

Haltung von Axolotl

Axolotl sollten nur mit etwa gleichgroßen Artgenossen gehalten werden, da die räuberischen Schwanzlurche andere Tiere jagen und fressen.

Mit Grundkenntnissen in der Aquaristik ist die Pflege von Axolotl nicht schwer. So groß sollte ein Aquarium mindestens sein:

  • ein Axolotl: 80x40x40cm (mindestens ein 100-Liter-Aquarium)
  • zwei oder drei Axolotl: 100x50x40cm (mindestens 200-Liter-Aquarium)

Auf einem sandigen Untergrund bieten Wurzeln, Steine und Pflanzen viele Versteckmöglichkeiten. Die nachtaktiven Tiere mögen kein helles Licht, dies ist nur im Zusammenhang mit Pflanzen notwendig. Eine Schwimmpflanzendecke oder ins Wasser gepflanzte Zimmerpflanzen, die über den Wasserspiegel hinauswachsen und das Aquarium abdunkeln sind ideal (z.B. die sog. Efeutute).

Wohlfühltemperaturen für Axolotl liegen zwischen 18 und 20 Grad, 24°C dürfen keinesfalls überschritten werden. Die strömungsempfindlichen Tiere kommen am besten mit einem biologischen Langsamfilter zurecht, ideal ist hier der sog. Hamburger Mattenfilter.

Hätten Sie's gewusst?

Axolotl können wie viele andere Amphibien Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns nach Verletzungen wieder vollständig regenerieren. Diese ungewöhnliche Fähigkeit macht die Tiere im Rahmen der Humanmedizin sehr interessant. Allerdings auch zu begehrten Forschungsobjekten.

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