Fellwechsel von Haustieren: Hygienetipps für Mensch und Tier

Während des Fellwechsels verlieren Hunde und Katzen verstärkt Haare. Hier erfahren Sie, worauf Sie zu dieser Zeit bei der Pflege Ihres Haustiers besonders achten sollten und wie Sie Tierhaare effektiv entfernen.

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Pflegetipps für Haustierhalter während des Fellwechsels.© maryviolet-stock.adobe.com

Ob Haustiere ausschließlich während des saisonal bedingten Fellwechsels über mehrere Wochen verstärkt haaren oder über das gesamte Jahr hinweg, ist von vielen Faktoren abhängig. Besonders die Rasse und die damit einhergehende Haarstruktur spielt eine Rolle. Der Haarverlust ist oft bei Hunde- oder Katzenrassen enorm, die über sehr dichtes Fell mit üppiger Unterwolle verfügen.

Der Fellwechsel im Frühling ist oft besonders intensiv, weil sich zu diesem Zeitpunkt das Winterfell verabschiedet und dies von zunehmendem Sonnenlicht und steigenden Temperaturen gefördert wird. Erkennbar wird die Fellveränderung spätestens dann, wenn Fußböden und sämtliche Oberflächen von einer Vielzahl an Haaren geprägt sind.

Tierhaare effektiv entfernen

Da viele Haustiere während des Fellwechsels verstärkt haaren, sind in dieser Zeit effektive Tierhaar-Entferner besonders von Vorteil. Eine Fusselrolle ist keine geeignete Option, denn sie ist durch den vielen Müll nicht nur umweltschädlich, sondern auf Dauer auch teuer und wenig effektiv. Besser sind nachhaltigere Optionen wie die "Wunderbürste" mit gebogenen Borsten oder eine spezielle Gummibürste. Außerdem gibt es extra sogenannte "Tierhaarentferner" im Handel. Diese Optionen sind nicht teuer und können lange verwendet werden.

Außerdem bietet es sich an, bei der Tierhaltung in der Wohnung einen leistungsstarken Staubsauger zu besorgen (mit guter Energieeffizienzklasse). Es gibt auch Staubsauger, die extra auf die Entfernung von Tierhaaren spezialisiert sind.

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Während des Fellwechsels verlieren Hund und Katze oft besonders viele Haare.© Sandra-stock.adobe.com

Regelmäßige Fellpflege im Fellwechsel

Damit sich die losen Haare gar nicht erst in der Wohnung verteilen, ist regelmäßige Fellpflege zur Vorbeugung während des Fellwechsels besonders wichtig. So können Sie die Tierhaare schon "auffangen", bevor sie auf dem Sofa oder auf der Kleidung hängen bleiben. Das ist auch für die Gesundheit der Tiere wichtig: Die losen und abgestorbenen Haare regelmäßig aus dem Fell zu entfernen gewährleistet, dass die darunterliegende Haut ausreichend belüftet wird. Ein Mangel an Fellpflege kann zu massiven Hautproblemen führen.

Darauf sollten Sie bei der Fellpflege von Hund, Katze und Co achten:

  • Bürsten Sie Ihr Tier während des Fellwechsels häufiger als sonst, mehrmals pro Woche. Das erleichtert den Tieren das Entledigen von losen Haaren beim Fellwechsel.
  • Es ist wichtig, dass das verwendete Zubehör zu Tier und Fell passt. Kommen falsche Produkte zum Einsatz, kann das den Tieren sogar schaden. Für Welpen und Kätzchen gibt es beispielsweise besonders weiche Zupfbürsten und Kämme, um die noch zarte Haut der Tiere zu schonen. Bei ausgewachsenen Tieren sollte die Pflegeausrüstung abhängig davon ausgewählt werden, ob es sich um langes, kurzes, lockiges, seidiges, drahtiges oder besonders dichtes Fell handelt.
  • Während klassische Bürsten und Kämme für Haustiere optimal für die Fellpflege geeignet sind, braucht es für die gründliche Entfernung von Unterwolle und loser Haare effektive und spezielle Werkzeuge.

Auch die Ernährung hat Einfluss auf gesundes Fell. Unter anderem unterstützen ungesättigte Fettsäuren, Zink, Vitamin A und B das Haarwachstum, die einwandfreie Funktion von Talgdrüsen und gesunde Haut. Katzen sollte frisches Katzengras bereitgestellt werden, am besten täglich. Durch das Fressen von Gras können sich Katzen das Auswürgen von Fellballen erleichtern, was während des Fellwechsels häufiger vorkommt. Ein Teelöffel Lein- oder Distelöl pro Tag trägt zu einem glänzenden und starken Fell bei.

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Das individuelle, richtige Pflegezubehör ist besonders wichtig.© Olya-stock.adobe.com

Tiere an Pflegezubehör gewöhnen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sowohl Katzen als auch Hunde schon von klein auf sorgsam an Bürsten und Kämme gewöhnt werden. Manche Haustiere haben gar kein Problem mit Bürste & Co., andere hingegen können sehr sensibel reagieren und die Pflegewerkzeuge gänzlich ablehnen oder sogar Ängste entwickeln.

Um das zu verhindern, müssen Tierhalter den Kontakt zum Pflegezubehör vor dem ersten Bürsten ermöglichen. Hunde und Katzen sollten Gelegenheit haben, die Dinge in Ruhe zu beschnuppern und anzuschauen. Außerdem kann es hilfreich sein, die Bürsten mit der typischen Bewegung über die Hand oder den Arm gleiten zu lassen und die Haustiere dabei zusehen zu lassen. Mit Leckerlis kann eine positive Verknüpfung zwischen Bürsten und dessen Verwendung geschaffen werden.

Viele Vierbeiner empfinden das Bürsten nach der Eingewöhnung als wohltuend und beruhigend. Vorausgesetzt die Prozedur erfolgt mit der nötigen Geduld. Hektik ist keine gute Grundlage. Stattdessen sollte vorsichtig und in gleichmäßigen Bewegungen in einem angenehmen Tempo gearbeitet werden. Ein für beide Seiten positiv empfundenes Pflegeritual fördert die Bindung zwischen Mensch und Tier.

Lehnt ein Hund oder eine Katze Kamm und Bürste vollständig ab, können Sie es auch mit Alternativen versuchen. Es gibt z.B. sogenannte "Fellpflegehandschuhe". So können Tierhalter ihr Tier unauffälliger während einer Streicheleinheit kämmen. 

Tipp: Das Fell immer in Wuchsrichtung kämmen. Das fühlt sich für Hund und Katze deutlich angenehmer an als die Gegenrichtung.
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Ein Fellpflege-Handschuh kann das Bürsten von Hund und Katze vereinfachen.© maryviolet-stock.adobe.com
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