Giftköder: So schützen Sie Ihren Hund

Wie Sie Ihren Hund vor Giftködern schützen und wie Sie im Notfall richtig handeln, lesen Sie hier.

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Giftköder können sehr gefährlich werden.© shutterstock.com/Nehris

Gefährlich oder sogar tödlich: Giftköder sind der Albtraum eines jeden Hundehalters. Doch woran erkennen Sie Giftköder und wie können Sie feststellen, dass Ihr Hund einen aufgenommen hat? Und was können Sie im Ernstfall tun? Antworten auf diese Fragen und hilfreiche Tipps um Giftköder zu umgehen, erhalten Sie hier.

Die häufigsten Giftköder

Giftköder bestehen aus einem Leckerbissen, wie einer Wurst oder einem Fleischbällchen, und einem gefährlichen Zusatz. Häufig verwenden die Täter Gift, wie Schneckenkorn oder Rattengift. Der süße Geschmack von Schneckenkorn verleitet Hunde schnell dazu, den Giftköder zu schlucken.

Spitze Gegenstände, wie Rasierklingen, Nägel, Reißzwecken oder Scherben werden ebenfalls häufig in Leckereien versteckt, um Hunden Schaden zuzufügen.

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Giftköder werden oft mit spitzen Gegenständen versehen.© shutterstock.com/Lightspruch

Symptome des Hundes

Je nachdem welchen Giftköder der Hund geschluckt hat, zeigen sich unterschiedliche Symptome. An diesen Anzeichen erkennen Sie, um welchen Giftköder es sich handelt.

 Art des Giftköders Symptome Gefahr für den Hund
 Nägel, Rasierklingen, Reißzwecken, Scherben blutige Verletzungen im Maul, eventuell sogar in Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt leichte bis tödliche Verletzungen
 Schneckenkorn Unruhe, Muskelzittern, stark erhöhter Puls in hoher Konzentration innerhalb von 30 bis 60 Minuten tödlich
 Rattengift erste Symptome treten möglicherweise erst Stunden oder Tagen später auf: Erbrechen, Würgen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Blut im Erbrochenen, im Kot oder im Urin ohne rechtzeitige Behandlung tödlich

Seien Sie wachsam: Auch Symptome wie starkes Speicheln, Kreislaufprobleme, Schwäche, Zittern, Apathie oder Aufregung können laut der Bundestierärztekammer e.V. Anzeichen dafür sein, dass der Hund einen Giftköder verschluckt hat.

Sofort richtig handeln

Spätestens, wenn Sie die ersten Symptome bemerken, sollten Sie schleunigst zum Tierarzt. Am besten fahren Sie direkt nachdem Ihr Hund einen Giftköder aufgenommen hat in die Tierarztpraxis.

Wichtig: Bleiben Sie ruhig und zeigen Sie Ihrem Hund, dass Sie für ihn da sind. Hat der Hund das Bewusstsein verloren, legen Sie ihn flach auf die Seite und drehen seinen Kopf so, dass Speichel und Erbrochenes aus dem Maul fließen können.

Bringen Sie Ihren Hund niemals wegen eines Giftköders zum Erbrechen! Das könnte zusätzlichen Schaden verursachen. Geben Sie Ihrem Hund auch nichts zu trinken. Wenn möglich, nehmen Sie die giftige Substanz mit zum Tierarzt. So weiß er gleich, um welchen Giftköder es sich handelt und kann dem Hund schneller helfen.

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Der Hund muss sofort zum Tierarzt.© shutterstock.com/Josep Suria

Polizei einschalten?

Ein betroffener Hundebesitzer sollte unbedingt bei der Polizei Anzeige (gegen Unbekannt) erstatten. Wer Giftköder auslegt, macht sich nach dem Tierschutzgesetz strafbar. Täter können mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro verurteilt werden.

Informieren Sie idealerweise auch das zuständige Veterinäramt sowie das örtliche Tierheim. Es kann auch helfen, über soziale Medien andere Hundehalter vor Giftködern in der Umgebung zu warnen.

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Warnen Sie auch andere Hundehalter vor der Gefahr.© shutterstock.com/ImYanis

Schlucken von Giftködern verhindern

Damit der Hund erst gar keinen Giftköder aufnimmt, ist ein professionelles Anti-Giftköder-Training mit einem Hundetrainer sinnvoll. Hundetrainerin Sonja Meiburg erklärt in unserem Podcast, wie das Anti-Giftköder-Training funktioniert.

Auch diese einfachen Regeln und Tricks helfen Ihnen dabei, Ihren Hund von Giftködern fernzuhalten.

1. Keine Leckerlis ausstreuen

Leckerlis auf der Wiese zu verstecken oder beim Gassigehen ins Gebüsch zu werfen, machen viele Hundehalter gerne, um ihren Hund unterwegs zu beschäftigen. Doch der Hund lernt so, dass es erlaubt ist, Futter vom Boden aufzunehmen.

Tipp: Wenn Sie und Ihr Hund Suchspiele in der Natur lieben, stecken Sie die Leckerlis in einen verschlossenen Futterbeutel, den Ihr Hund suchen und bringen muss. Dann öffnen Sie ihn und er darf daraus fressen. Leckerlis gibt es ansonsten nur noch direkt aus Ihrer Hand.

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Nur aus dem Futterbeutel darf der Hund fressen.© shutterstock.com/Christian Mueller

2. Maulkörbe schützen

Hunde können lernen, beim Spaziergang Futter auf dem Boden anzuzeigen. Beherrscht Ihr Hund das noch nicht, sollten Sie ihn entweder nur an der Leine oder mit einem Maulkorb spazieren führen. Ein Maulkorb schützt den Hund davor, Giftköder aufzunehmen.

Tipp: Der Maulkorb muss perfekt sitzen: Er muss weit genug sein, um den Hund hecheln zu lassen. Gleichzeitig muss er so engmaschig sein, dass der Hund nichts aufnehmen kann. Gewöhnen Sie Ihren Hund schon zu Hause an den Maulkorb.

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Der Maulkorb schützt den Hund.© shutterstock.com/krushelss

3. Leckerli-Pfiff

Halten Sie Ihren Hund künftig mit einem Leckerli-Pfiff von Giftködern fern. Üben Sie zu Hause: Immer, wenn Sie einen bestimmten Pfiff, am besten eine Melodie, von sich geben, wird Ihr Hund mit besonderen Leckereien belohnt. Angebratene Hühnerherzen, Putenwiener oder Käsewürfel – Sie wissen, was Ihr Hund am liebsten mag.

Diese Leckerei bekommt der Hund künftig konsequent nur noch, wenn Sie diesen Pfiff von sich geben. Hat Ihr Hund dieses Signal verinnerlicht, können Sie ihn zurückpfeifen, sobald Sie Verdacht schöpfen, dass ein Giftköder in der Nähe liegt.

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Mit dieser Technik kommt ihr Hund schnell zurück.© shutterstock.com/Darren William Hall

4. Das Ja-Nein-Spiel

Auf diese Weise soll der Hund lernen, dass er erst Ihre Erlaubnis braucht, um etwas zu fressen.

  1. Zeigen Sie ihm Ihre offene Handfläche, auf der Sie ein Leckerli platziert haben.
  2. Bevor der Hund mit seiner Schnauze das Leckerli erreicht, klappen Sie die Hand zu und sagen dazu „Nein“ oder „Pfui“. Achtung: „Aus“ bedeutet, dass der Hund etwas hergeben soll. Deswegen ist dieses Wort hier unpassend.
  3. Wiederholen Sie es mehrere Male: Bieten Sie Ihrem Hund auf Ihrer Handfläche das Leckerli an, schließen Sie Ihre Hand und sagen „Nein“.
  4. Der Hund wird irgendwann das Leckerli zwar noch anschauen, aber nicht mehr nehmen wollen.
  5. Jetzt folgt Ihr aufmunterndes „Jaaaa“ und der Hund darf das Leckerli nehmen.
Achtung: Halten Sie sich nicht an einen festen Rhythmus (zweimal Nein, einmal Ja). Das durschaut Ihr Hund sonst sofort.

5. Klappt das „Nein“?

Legen Sie kleine Leckerbissen auf dem Weg aus, um zu überprüfen, ob Ihr „Nein“ immer und überall bei Ihrem Hund wirkt. So können Sie ihn vor Giftködern schützen. Später gehen Sie mit Ihrem Hund an der Leine diesen Weg nach.

Sobald Ihr Hund heftiger atmet oder zum ausgelegten Leckerli hinläuft, kommt sofort Ihr „Nein“. Wenn es funktioniert hat, bekommt Ihr Hund eine besondere Belohnung und überschwängliches Lob.

Klappt es noch nicht, können Sie an der Leine weiter üben. Je nach Hund erfordert das „Nein“-Training viel Geduld und Zeit.

Giftköder sind sehr gefährlich für Hunde. Umso wichtiger, dass Sie Ihren Hund zuverlässig davor schützen können. Sollte es doch dazu kommen, dass Ihr Hund einen Giftköder verschluckt, wissen Sie jetzt ganz genau, wie Sie richtig handeln können.

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