Alte Hunde richtig füttern

Mit der richtigen Ernährung können Sie einen entscheidenden Teil zu Gesundheit und Wohlbefinden Ihres Seniors beitragen. Lesen Sie hier, mit welchem Futter Sie Ihren alten Hund bedarfsgerecht ernähren können.

Alte Hunde Aufmacher
Alte Hunde brauchen eine besondere Ernährung. © chalabala-stock.adobe.com

Wie beim Menschen nimmt auch bei Hunden mit steigendem Alter die  Wahrscheinlichkeit zu erkranken deutlich zu. Ältere Hunde ab sieben Jahren müssen jedoch nicht zwangsläufig erkranken. So mancher Vierbeiner bleibt bis ins hohe Alter gesund. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Ernährung. Sie können Alterserscheinungen durch eine optimale Fütterung zwar nicht aufhalten, aber zumindest verzögern oder positiv beeinflussen.

Futtersorten für alte Hunde

Für alte Hunde gelten andere Fütterungsgrundsätze als für junge Hunde. Deswegen lohnt es sich, spezielles Seniorenfutter zu wählen. Wir haben für Sie verschiedene Futtersorten zusammengestellt, die auf die Bedürfnisse von alten Hunden eingehen. Hier finden Sie

Trockenfutter für alte Hunde

Auf den veränderten Energiebedarf eines alten Hundes geht beispielsweise das Trockenfutter Belcando Super Premium Senoir Sensitive* ein. Es versorgt Ihren Hunde-Oldie mit 30 Prozent Muskelfleisch, gut verträglichem Reis und Kartoffeln.

Für Hunde-Senioren ab elf Kilogramm ist das Trockenfutter Happy Dog fit & vital Senior* geeignet. Es ist frei von Zuckersätzen und soll die Gelenke unterstützen. Der Hersteller verspricht eine weizenfreie Rezeptur.

Kalorienreduzierte Nahrung liefert beispielsweise das Trockenfutter Senior Dog von Orijen*. Dieses Trockenfutter ist getreidefrei und enthält laut Hersteller reichlich Proteine und Fette aus frischem Fleisch und Fisch. Orijen setzt auf einen geringen Kohlenhydrat-Anteil und auf eine niedrig glykämische Zusammensetzung.

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Alte Hunde brauchen weniger Energie.© stock.adobe.com/Дарья Шуйскова

Nassfutter für alte Hunde

Nassfutter, das speziell auf die Bedürfnisse des Hundes eingeht, ist zum Beispiel Vom Feinsten von Animonda*. Es ist für Hunde ab sieben Jahre geeignet und ist eine feinstückige Pastete. Laut Hersteller ist die Zusammensetzung speziell an den Bedarf eines Senior-Hundes abgestimmt.

Einen sehr hohen Fleischanteil (bis zu 95 Prozent) hat das Nassfutter Senior True Country von Real Nature Wilderness*. Es ist getreidefrei und liefert Ihrem Hund hochwertige Proteinquellen wie Fleisch, Herz und Leber. Obst, Gemüse und Kräuter sind ebenso enthalten.

Soll der Senior-Hund vegetarisches Futter bekommen, können Sie ihm beispielsweise das Senior-Nassfutter von Vegdog* anbieten. Es ist an den niedrigeren Energiebedarf eines alten Hundes ab sieben Jahren angepasst, hat aber den gleichen Nährstoffgehalt. Lupinen-, Linsen- und Erbsenproteine bieten eine alternative Proteinquelle.

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Auch das Nassfutter muss an den Senior-Hund angepasst sein.© stock.adobe.com/Przemyslaw Iciak

Leckerlis für alte Hunde

Auch alte Hunde dürfen hin und wieder naschen. Die Bitties Senior von Rinti* sind extra weich und lassen sich so auch von alten Hunden gut zerbeißen. Sie enthalten keinen Zucker und bestehen zu 34 Prozent aus Rohprotein.

Der FriGera Senior-Mix* bietet ausdauernden Knabberspaß für alte Hunde. Die soften Snacks lassen sich mühelos kauen und sind leicht verdaulich. Der Mix besteht zu fast 70 Prozent aus Rohprotein.

Für Senior-Hunde sind ebenfalls die Goody Snacks Truthahn und Kartoffel von Mera* geeignet. Sie sind gluten- und getreidefrei, hoch bekömmlich und ideale Kausnacks für sensible und allergische Hunde.

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Auch alte Hunde dürfen naschen.© stock.adobe.com/Chalabala

Fütterungsgrundsätze für alte Hunde

Ältere Hunde ab sieben Jahren haben spezielle Bedürfnisse, die bei der Fütterung berücksichtigt werden sollten:

1. Energiebedarf alter Hunde

Da die körperliche Aktivität beim Hundesenior in der Regel deutlich reduziert ist und die Schlafperioden länger werden, hat er im Gegensatz zum erwachsenen jüngeren Hund einen deutlich niedrigeren Energiebedarf. Bekommt er eine zu große Futtermenge oder ein zu energiereiches Futter und damit zu viele Kalorien, steigt die Gefahr der Verfettung und als Folge die Neigung zu Krankheiten.

Zur Vorbeugung von Übergewicht sollten Sie bei älteren Hunden die Energiezufuhr daher um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Überprüfen Sie regelmäßig das Körpergewicht Ihres Seniors, um die Futtermenge anpassen zu können.

2. Nährstoffe für Senior-Hunde

Trotz geringerem Energiebedarf braucht der Senior genauso viele Nährstoffe wie der erwachsene Hund, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Bei bestimmten Nährstoffen, wie zum Beispiel Vitamin E, ist der Bedarf sogar noch höher.

Die Proteinzufuhr sollte nie unter dem Bedarf liegen, aber auch nicht überhöht sein. Eine zu geringe Proteinzufuhr kann den altersbedingten Muskelabbau noch verstärken, eine sehr hohe Eiweißzufuhr hingegen belastet die eventuell ohnehin altersbedingt beeinträchtigten Nieren und die Leber übermäßig.

Da Fett im Vergleich zu Kohlenhydraten und Protein eine erheblich höhere Energiezufuhr bewirkt, sollte der Fettanteil im Seniorenfutter gering sein. Allerdings sind ungesättigte Fettsäuren für den Organismus essenziell. Das heißt, sie können im Körper nicht hergestellt werden und müssen daher über die Nahrung zugeführt werden. Diese ungesättigten Fettsäuren sind in Lachsöl und Pflanzenöl (wie z. B. Leinöl) enthalten.

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Nährstoffe im Futter für alte Hunde sind besonders wichtig.© chendongshan-stock.adobe.com

3. Zink im Futter für alte Hunde

Zink spielt unter anderem eine große Rolle bei der Immunabwehr und sollte im Seniorenfutter deutlich über dem Bedarf enthalten sein. Auch Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Karotinoide spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung von alten Hunden, da diese der Alterung von Zellstrukturen entgegenwirken. Antioxidantien in den meisten Sorten des im Handel verfügbaren Seniorfutters in relativ hoher Menge enthalten.

4. Futterzusätze für Hunde-Senioren

Einige Substanzen können bei bestimmten Alterserscheinungen oder Erkrankungen positive Wirkung haben. Im Folgenden eine kleine Auswahl dieser Substanzen, die Sie über den Tierarzt oder in der Apotheke bekommen.

  • Phosphatidylserin: Diese mit dem Lecithin verwandte Substanz kommt natürlicherweise in relativ hohen Mengen im Gehirn vor und kann die kognitiven Fähigkeiten des Seniors verbessern.
  • Taurin: Diese Aminosulfonsäure kommt natürlicherweise im Fleisch von Kleinsäugern und Meeresfrüchten vor, jedoch kaum im Rind- oder Lammfleisch. Taurin fungiert als Antioxidans, kann entzündungshemmend wirken und unterstützt die Herzfunktion. Daher sollte es bei Herzproblemen zugefüttert werden.
  • Chondroitinsulfat, Glucosamine und Grünmuschelextrakt: Die positive Wirkung dieser Substanzen auf die Gelenksgesundheit ist zwar umstritten, in vielen Fällen tritt jedoch nach Verfütterung dieser Wirkstoffe eine deutliche Verbesserung bei Lahmheiten oder Skelettproblemen auf.
  • Propentofyllin: Diese Substanz bewirkt eine bessere Durchblutung des Herzmuskels, der Skelettmuskulatur, des Gehirns und anderer Gewebe. Die verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns wirkt so möglicherweise dem altersbedingten Nachlassen der Gehirnfunktion entgegen. Einige Untersuchungen zeigten unter der Gabe von Propentofyllin einen besseren Appetit, verminderte Steifheit der Gelenke, größere Ausdauer sowie mehr Bewegungsfreude.
  • Lachsöl: Es enthält in relativ hoher Konzentration Omega-3-Fettsäuren, denen zahlreiche positive Effekte zugeschrieben werden. Neben entzündungshemmenden Eigenschaften haben diese Fettsäuren auch positive Wirkung bei Herz- und Nierenerkrankungen. Bei manchen Arten von Tumoren sollen sie vorbeugend wirken und eine bessere Gedächtnisleistung zur Folge haben. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Präparate für Hunde wie „Lachsöl“ von AniForte (250 ml um 11 Euro).

Bevor Sie Ihrem Hund einen dieser Futterzusätze geben, sollten Sie eine kurze Rücksprache mit Ihrem Tierarzt halten und überprüfen, ob diese Stoffe zum Teil nicht ohnehin schon im Fertigfutter enthalten sind, damit Sie Ihrem Hund nicht zu viel davon verabreichen.

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Alte Hunde haben einen geringeren Energiebedarf.© methaphum-stock.adobe.com

Unser Podcast zum Thema Friss Dich fit! – jetzt reinhören!

In unserem Podcast sprechen wir mit Dr. Julia Fritz, Tierärtzin und Ernährungsexpertin, zum Thema Ernährung bei Hunden. Hören Sie gleich mal rein!

Tipps zur richtigen Fütterung alter Hunde

Neben den Futterbestandteilen gibt es noch weitere Aspekte bei der Ernährung alter Hunde zu beachten:

  • Da die Verdauung bei älteren Hunden etwas träger wird, sollten Sie die Mahlzeiten auf zwei bis drei kleinere Portionen verteilen. So wird der Körper weniger belastet, und der Blutzuckerspiegel bleibt besser in der Balance.
  • Füttern Sie möglichst immer zu denselben Zeiten, da Senioren geistig nicht mehr so flexibel sind.
  • Da ältere Hunde ähnlich wie ältere Menschen dazu neigen, zu wenig zu trinken, sollten Sie auch darauf achten. Trinkt Ihr Hund zu wenig, mischen Sie dem Feuchtfutter etwas lauwarmes Wasser bei, Trockenfutter können Sie regelrecht einweichen. Bei Hunden mit Zahnproblemen haben Sie so den doppelten Vorteil – das Futter wird etwas breiig und lässt sich so leichter fressen.

Barfen für alte Hunde?

Viele Hundehalter bevorzugen selbst gekochte oder BARF-Rationen für ihre Hunde. Die Rationen sollten von einem auf Tierernährung spezialisierten Tierarzt berechnet, beziehungsweise überprüft werden, damit es nicht zu einem Nährstoffmangel kommt.

Übliche BARF-Rationen eignen sich aufgrund des hohen Protein- und Bindegewebsanteils infolge der Innereien nicht für Hunde, die Nieren-, Herz- oder Leberprobleme haben. Rationen auf Basis von bindegewebsarmem, magerem Muskelfleisch und Milchprodukten, also Proteinen, die leicht verdaulich und sehr hochwertig sind, wie helles Fleisch (z.B. Pute oder Huhn) oder Fisch, sind bei alten bzw. kranken Hunden zu bevorzugen.

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Auch beim Barfen gibt es für alte Hunde Besonderheiten. © Lilli-stock.adobe.com

Ernährung kranker Hunde

Wenn ein Hunde-Senior bereits erkrankt ist, so muss dies natürlich auch bei der Fütterung berücksichtigt werden, indem die genannten Grundsätze an die individuellen Umstände angepasst werden. Leidet der Hund beispielsweise an einer Nierenerkrankung, braucht er eine eiweiß- und phosphorreduzierte Nahrung, um ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

In einem solchen Fall sollten Sie unbedingt eine Spezialdiät geben, da dies die Lebensqualität und die Lebensdauer maßgeblich verlängern kann. Dafür sollten Sie jedoch auf jeden Fall einen Tierarzt zurate ziehen, da dies von Hund zu Hund und auch von Krankheit zu Krankheit unterschiedlich ist.

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