Ernährung

Die richtige Ernährung von Welpen und Junghunden

Wer schon beim Welpen und Junghund auf eine bedarfsgerechte Kost achtet, legt den Grundstein für eine optimale Entwicklung und ein gesundes Leben. Mit diesen Tipps finden Sie Ihren persönlichen Weg für die richtige Ernährung Ihres Welpen.

Welpen haben bei der Ernährung spezielle Bedürfnisse. © demanescale-stock.adobe.com

Hunde benötigen in jeder Lebensphase eine spezielle Ernährung. Die richtige Ernährung von Welpen und Junghunden im Wachstum legt den Grundstein für eine gesunde Zukunft.

Die Ernährung von Welpen beim Einzug

Bevor ein Welpe bei Ihnen einzieht, wurde er bereits an feste Nahrung gewöhnt. Fragen Sie den Züchter oder Tierheim-Mitarbeiter, was und wie oft er gefüttert hat. Vielleicht gibt er Ihnen sogar eine kleine Ration für die ersten Tage mit. Es ist wichtig, dass Sie zu Beginn bei diesem Futter bleiben. Kommt nämlich zum Umzug auch noch eine Futterumstellung hinzu, bedeutet das für den Kleinen zusätzlichen Stress und schlägt schnell auf Magen und Darm.

Geben Sie dem Welpen die ersten zwei bis drei Tage etwas weniger, um den Verdauungstrakt zu entlasten. Bekommt er dennoch Durchfall oder muss erbrechen, gehen Sie sofort zum Tierarzt. Der Flüssigkeitsverlust kann schnell lebensgefährlich werden. Möchten Sie auf ein anderes Futter umsteigen, mischen Sie frühestens nach einer Woche ein paar Tage lang immer etwas mehr vom neuen ins gewohnte Futter und reduzieren dieses um die gleiche Menge. So kann sich der Organismus allmählich darauf einstellen.

Die richtige Futtermenge für Welpen

Welpen und Junghunde brauchen Futter, das speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Weil der Kleine „groß und stark“ werden soll, neigen viele Besitzer dazu, die Portionen etwas üppiger zu gestalten – und schaden ihm damit ungewollt. Besonders bei großen Rassen kann Futter mit zu hohem Energiegehalt zu gesundheitlichen Problemen führen. Das Muskelwachstum wird dann zu schnell angekurbelt, die noch weichen Knochen verformen sich und schwere Skelettschäden können die Folge sein. Je größer ein Hund wird, desto langsamer sollte er wachsen. Natürlich dürfen Sie nicht ins andere Extrem verfallen und den Welpen „großhungern“ wollen. Das richtige Maß ist also gefragt.

Optimalgewicht für Welpen und Junghunde

Da junge Hunde alle Energie ins Wachstum stecken, kann man es ihnen optisch nicht ansehen, wenn sie zu viel fressen. Sie legen keine Fettreserven an wie erwachsene Vierbeiner, sondern wachsen stattdessen schnell weiter. Lassen Sie sich deshalb vor allem bei großen Rassen nicht täuschen, wenn das Hundebaby zu dünn aussieht. Es kann trotzdem zu schwer für sein Alter sein. Daher sollten Sie das Gewicht Ihres Welpen regelmäßig überprüfen:

  • Bei Rassehunden können Sie sich gut am Idealgewicht orientieren, das laut Standard für sie festgelegt ist.
  • Bei einem noch im Wachsen begriffenen Mischling lässt sich das Gewicht des gleichgeschlechtlichen Elternteils als Maßstab für das zu erwartende Endgewicht nehmen. Bei einem Rüden zählt also die Rasse des Vaters, bei einer Hündin die der Mutter.

Vergleichen Sie möglichst wöchentlich das aktuelle Gewicht Ihres Hundes mit dem Sollwert. Liegt das Gewicht darüber, muss die Fütterung angepasst werden. Ihr Tierarzt wird Ihnen hier sicher gern weiterhelfen.

Welpen sollten regelmäßig gewogen werden.© Agnes-stock.adobe.com

Barfen für Welpen?

Gegen selbst gekochte Mahlzeiten  oder Barf-Rationen spricht bei Welpen und Junghunden nichts, allerdings müssen Sie hier sehr viele Details beachten. Denn in der selbst zubereiteten Mahlzeit müssen Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine im richtigen Verhältnis enthalten sein, damit Ihr Hund alle Nährstoffe erhält, die er braucht. Hier lassen Sie sich am besten von einem Ernährungsexperten beraten.

Dieser kann anhand von Daten wie Körpergewicht, Alter, Rasse, Bemuskelung oder Fellart mithilfe von Nährwerttabellen die einzelnen Zutaten zusammenstellen, damit Ihr Hund täglich eine speziell auf ihn abgestimmte Ration bekommt.

Kalzium und Phosphor im Welpen-Futter

Sehr wichtig für einen gesunden Knochenaufbau ist die richtige Versorgung mit Kalzium und Phosphor. Aber auch hier bedeutet mehr nicht automatisch besser. Zu viel Phosphor, zum Beispiel durch zu viel Fleisch, macht die Knochen weich und brüchig, zu viel Kalzium hemmt die Aufnahme von Phosphor, Zink und Kupfer. So kommt es zum Mineralstoffmangel, obwohl ursprünglich genug davon in der Nahrung war.

Daher sollten  Sie über das Fertigfutter noch zusätzlich Futterkalk geben. Die meisten Fertigfuttermittel für Welpen und Junghunde enthalten bereits alle wichtigen Vitamine, Nähr- und Mineralstoffe, die ein Hundebaby braucht. Die einzelnen Futtermittel können sich jedoch im Energiegehalt unterscheiden. Grundsätzlich gilt: Sehr fettreiches Fertigfutter enthält mehr Energie und beschleunigt das Wachstum.

Futter-Portionen für Welpen pro Tag

Je nach Alter des Welpen unterscheiden sich Größe und Anzahl der Portionen, auf die die Futter-Tagesration aufgeteilt wird:

  • bis zum Alter von etwa sechs Monaten: drei bis vier Portionen täglich
  • anschließend bis zum Wachstumsende: zwei Portionen täglich (bei kleineren Rassen also bis zu einem knappen Jahr, bei Riesenrassen können das auch 18 Monate und mehr sein)

Füttern Sie möglichst immer zu denselben Zeiten und lassen Sie den Welpen in Ruhe fressen. Nehmen Sie den Napf aber nach 20 bis 30 Minuten weg. So lernt er, zügig zu fressen, und Reste werden, vor allem im Sommer, nicht schlecht. Sehr wichtig ist außerdem: Nach dem Fressen braucht der Hund unbedingt eine Verdauungspause.

Weil bei Welpen die Nierenfunktion noch eingeschränkt ist und ihr Körpergewebe zu etwa 80 Prozent aus Flüssigkeit besteht, müssen sie prozentual gesehen mehr trinken als ausgewachsene Hunde, deren Gewebe nur 43 bis 67 Prozent Wasser enthält. Achten Sie also darauf, dass immer frisches Wasser bereitsteht.
Lerckerlis sollten Welpen mit Bedacht gefüttert werden. © manushot-stock.adobe.com

Kalorienbomben im Welpen-Futter

Natürlich darf ein Welpe auch mal ein Leckerli bekommen. Allerdings sollten Sie unbedingt auf dessen Fettgehalt achten. Schweineohren, Wiener Würstchen oder Fleischwurst sind beispielsweise wahre Kalorienbomben. Daher gilt:

  • Gehen Sie sparsam mit Leckerlis um und ziehen Sie den Nährstoffgehalt von der Tagesration ab.
  • Kauknochen aus Rinderhaut sind energiemäßig nicht zu unterschätzen. Hunde, die schon im Welpenalter hin und wieder an einem Knochen knabbern dürfen, lernen jedoch besser, auch wirklich daran zu nagen. Das kommt der Zahnpflege zugute.
  • Wenn Sie Ihren Welpen schon früh an Leckerlis wie ein Stück Gurke, Karotte oder Apfel gewöhnen, hilft das später auch dem erwachsenen Hund, sein Gewicht zu halten. Durch den hohen Wassergehalt haben solche Häppchen kaum Kalorien, aber Vitamine und Ballaststoffe.

Gewöhnung an verschiedene Futtermittel

Wie Untersuchungen zeigen, gibt es ähnlich wie bei der Sozialisationsphase, in der Welpen lernen, sich auf ihre Umwelt einzustellen, auch bei der Ernährung ein Zeitfenster. In diesem Fenster entscheidet sich meist, ob der Hund beim Thema Futter später wählerisch wird und nur frisst, was er kennt, oder aber, ob er flexibel wird.

Diese Zeit beginnt mit dem Absetzen der Muttermilch und dauert einige Monate. Wenn Sie Ihrem Welpen in dieser Zeit immer mal wieder verschiedene Feucht- und Trockenfutter-Sorten unterschiedlicher Hersteller anbieten, gibt es später keine Probleme, falls Sie aus irgendwelchen Gründen auf anderes Futter ausweichen oder die Ernährung umstellen müssen. Kombinieren (nicht mischen!) Sie einfach abwechselnd zweierlei Futterarten, also zum Beispiel Frischfleisch mit Trockenfutter, Selbstgekochtes mit Dosennahrung oder Trocken- mit Nassfutter. Natürlich sollten Sie kein wildes Durcheinander füttern, sondern in vernünftigen Maßen kombinieren.

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