Wenn die Katze Asthma hat

Felines Asthma

Felines Asthma ist eine chronische, nicht heilbare Lungenerkrankung von Katzen. Wie Sie erkennen, dass Ihre Katze Asthma hat, was die Auslöser dafür sind und wie Ihre Katze trotzdem ein gutes Leben führen kann, lesen Sie hier.

Katze atmet schwer
Asthmaanfälle bei Katzen werden von Husten und Atemnot begleitet.© Evgenia Terekhova-stock.adobe.com

Man schätzt, dass ein bis fünf Prozent der Katzen an felinem Asthma, einer chronischen Lungenerkrankung, leiden. Felines Asthma ist nicht heilbar, die Symptome und Beschwerden durch die Krankheit kann man durch verschiedene Maßnahmen aber meist gut in den Griff bekommen.

Symptome von Asthma bei Katzen

Asthma beginnt meist mit Hustenanfällen und kurzen Phasen der Atemnot, die ohne Behandlung immer häufiger auftreten und tendenziell schwerer werden:

  1. Anfangs haben die Katzen kurze Anfälle trockenen Hustens, der mit fortschreitender Erkrankung ebenso wie die allgemeinen Atemschwierigkeiten chronisch werden kann.
  2. In weit fortgeschrittenen Fällen können die ständige Atemnot und der Husten, der die Tiere nicht zur Ruhe kommen lässt, den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen. Die schwer kranken Tiere wirken insgesamt schwach und teilnahmslos.

Bei einem Asthmaanfall haben Katzen Probleme, Luft zu bekommen. Um genügend Sauerstoff aufzunehmen, atmen sie schneller und manchmal auch mit geöffnetem Fang. Das Ausatmen fällt den Tieren in der Regel noch schwerer als das Einatmen. Mitunter hört man keuchende, pfeifende Atemgeräusche. Auffällig sind Hustenanfälle, die so aussehen, als wolle die Katze einen Haarballen hoch würgen.

Diese Symptome können sich zum lebensgefährlichen Status asthmaticus steigern. Es kommt zu schwerer Atemnot: Dabei nehmen die Tiere oft eine hockend-kauernde Stellung mit tiefem Oberkörper und hochgezogenen Schultern ein und recken den Hals vor. Starker Husten kann einen Würgereiz hervorrufen und Erbrechen auslösen. Die Schleimhäute der Katze verfärben sich blau, sie atmet durch das Maul.

Im Falle eines Asthmaanfalls ist schnelles Handeln wichtig. Setzen Sie die vom Tierarzt verordneten Medikamente ein und nehmen Sie sofort Kontakt zu ihm oder dem tierärztlichen Notdienst auf, wenn Sie sich unsicher sind.

Auslöser von felinem Asthma

Was genau Asthma verursacht, ist noch nicht geklärt, aber es spricht viel dafür, dass es sich dabei um eine allergische Reaktion auf Stoffe handelt, die die Katze inhaliert. Diese finden sich in fast jedem Haushalt.

Wenn die Katze einen allergieauslösenden Stoff, ein sogenanntes Allergen, einatmet, wird ihr Immunsystem alarmiert. Es reagiert dann so, als ob das Allergen ein gefährlicher Stoff oder gar ein Krankheitserreger wäre, und setzt Abwehrmaßnahmen in Gang. Zu diesen Abwehrmaßnahmen gehören Entzündungen in den Atemwegen. Die unnötige Entzündungsreaktion führt zu Veränderungen der Bronchialschleimhaut und des Lungengewebes, die die Atmung behindern – die Katze muss sich immer mehr anstrengen, um ausreichend Luft zu bekommen und die verbrauchte Luft wieder auszuatmen.

Folgende Allergene werden häufig mit der Entstehung von Asthma bei Katzen in Verbindung gebracht:

  • Rauch (Tabak, Kamin oder Kerzen)
  • Sprays aller Art
  • Haushaltsreinigungsmittel
  • Katzenstreustaub
  • Pflanzenpollen
  • Hausstaubmilben
  • Schimmel
  • Mehltau

Darüber hinaus können auch die folgenden Faktoren einen Asthmaanfall auslösen:

  • Parasitenbefall (Lungenwürmer)
  • Stress
  • Herzkrankheiten
  • Lungenentzündungen
  • starkes Übergewicht (Adipositas)

Im Grunde kann jede Katze Asthma entwickeln. Es gibt Hinweise dafür, dass Siamkatzen etwas häufiger an Asthma erkranken als Hauskatzen oder andere Rassekatzen.

Katze mit offenem Mund
Allergene wie Pollen, Hausstaub, Rauch und Duftsprays können Asthma bei Katzen auslösen.© B. Plank/ imBILDE.at-stock.adobe.com

Diagnose von felinem Atshma

Je eher Asthma erkannt und behandelt wird, desto besser bekommt man die Beschwerden in den Griff. Gesunde Katzen atmen in der Regel völlig geräuschlos und ausschließlich durch die Nase. Tiere, die anders atmen, sollten umgehend tierärztlich untersucht werden. Eine Untersuchung beim Tierarzt ist auch angebracht, wenn die Katze ohne ersichtlichen Grund wiederholt hustet, würgt oder schnell außer Atem kommt.

Es gibt keine Untersuchung, die eine Asthma-Erkrankung eindeutig beweist. Für die Diagnose muss der Tierarzt alle anderen möglichen Ursachen ausschließen. Hierzu sind neben der allgemeinen Untersuchung in der Regel diverse Blutuntersuchungen, Kotuntersuchungen (Lungenwürmer) und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs erforderlich. Die Röntgenaufnahmen sollen zeigen, ob sich das Lungengewebe bereits verändert hat.

Behandlung von Asthma bei Katzen

Asthma ist nicht heilbar, aber mit Medikamenten und begleitenden Maßnahmen kann die Katze trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen. Als Medikamente werden vor allem entzündungshemmende Präparate auf Kortisonbasis und Mittel, die die Bronchien erweitern – sogenannte Bronchodilatatoren – eingesetzt. Wenn die Katze mitmacht, kann man einige Medikamente auch per Inhalation verabreichen. Das hat den Vorteil, dass das Medikament direkt an den Lungen wirkt.

Durch eine konsequente Entfernung der Allergene aus der Umgebung der Katze kann man mitunter auch die Dosierung der Medikamente verringern und so das Risiko von Nebenwirkungen reduzieren. Darüber hinaus kann man die Asthmatherapie durch begleitende Maßnahmen unterstützen:

  • Übergewichtige Katzen sollten unter tierärztlicher Aufsicht abnehmen, denn Übergewicht erschwert die Atmung zusätzlich: Schlank atmet es sich leichter.
  • Da auch Angst und Stress eine Atemnot verstärken können, ist es sinnvoll, Stressauslöser zu erkennen und sie auszuschalten oder abzumildern.
  • Nahrungsergänzungsmittel, wie Omega-3-Fettsäuren zur Entzündungshemmung oder Kräuterprodukte, sollte man grundsätzlich nur in Absprache mit dem Tierarzt anwenden, denn auch naturnahe Substanzen können bei Allergikern schwere Nebenwirkungen verursachen.
  • Schüßler-Salze können Katzen bei Asthma helfen. Fragen Sie hierzu zuvor aber Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker.

Verschiedene Schweregrade

Man unterteilt Asthma bei Katzen in vier Schweregrade:

  1. Bei Erkrankung mit dem Grad I leiden die Katzen nur hin und wieder unter einem relativ leichten Asthmaanfall. Diese Tiere können ein weitgehend normales Leben führen, behandelt werden sie nur bei Bedarf mit Bronchodilatatoren.
  2. Grad-II-Patienten zeigen täglich leichte Symptome, verhalten sich aber zwischen den Anfällen normal. Diese Patienten benötigen bei einem Anfall zusätzlich entzündungshemmende Medikamente.
  3. Bei Grad-III-Patienten ist die Lebensqualität bereits eingeschränkt. Sie werden rasch müde und haben einen gestörten Schlaf/Wachrhythmus. Sie müssen dauerhaft mit Bronchodilatatoren versorgt werden.
  4. Katzen, die unter einem Grad-IV-Asthma leiden, haben auch in Ruhe große Schwierigkeiten mit der Atmung, sie vermeiden Aktivitäten und machen häufig schwere Anfälle von Atemnot durch. Diese Tiere brauchen sowohl Bronchodilatatoren als auch entzündungshemmende Medikamente in Dauertherapie.
Katze mit Inhalator beim Tierarzt
So sieht ein Inhalator für Katzen aus. © Ирина Швейн-stock.adobe.com

Risiko-Minimierung und Vorbeugung

Um Asthma-Attacken vorzubeugen, sollte man alles vermeiden, was die Atemwege der Katze reizt:

  • Rauchen sollte man nur draußen, auch wenn die Katze kein Asthma hat. Zigarettenrauch gehört zu den größten Krebsrisikofaktoren bei Katzen!
  • Von intensiv riechenden Raumparfüms, Duftkerzen oder parfümierten Reinigungsmitteln nimmt man am besten Abschied. (Auch Katzen ohne Asthma können diese Gerüche oft nicht ausstehen!)
  • Sprays (Deodorants, Haarsprays, Putzmittel zum Sprühen) sollten möglichst nur dann verwendet werden, wenn sich die Katze nicht im gleichen Raum aufhält.
  • Häufiges Staubwischen und Lüften entfernt feine Partikel aus der Luft, die die Atemwege belasten können.
  • Bei Katzen mit Pollenallergie verhindern Pollenschutzgitter oder -netze vor den Fenstern, dass Allergene in die Wohnung gelangen. Zum Beispiel ist ein Pollenschutznetz bei tesa* erhältlich. Es lässt sich mit einem selbstklebenden, enthaltenen Klettverschluss anbringen, ist zuschneidbar und transparent.
  • Man sollte darauf achten, staubarme Katzenstreu zu verwenden und nur eine Toilette ohne Dach einzusetzen, denn unter dem Dach reichern sich Gase und Dämpfe an. Ein Beispiel für ein staubarmes Katzenstreu ist das Bio-Katzenstreu von CosyCat*. Das Klumpstreu ist zu 100 Prozent natürlich, geruchsbindend und mehrfach entstaubt.
  • Sie können Ihren Tierarzt fragen, ob es möglich ist, einen Allergietest durchzuführen. Wenn Sie genau wissen, welche Allergene für die Anfälle Ihrer Katze verantwortlich sind, können Sie sie noch besser schützen.

Völlig verhindern kann man Asthmaanfälle jedoch nicht. Daher ist es zusätzlich zu den vorbeugenden Maßnahmen wichtig, die Symptome eines Asthmaanfalls zu kennen und schnell zu reagieren. Mit den richtigen Medikamenten können Katzen auch mit Asthma meist ein gutes und langes Leben führen.

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