Ernährung

Katzen richtig füttern: Nass- oder Trockenfutter?

Sollte Katzen Trockenfutter gefüttert werden? Oder ist es besser, ihnen Nassfutter zu geben? Ein brisantes Thema, zu dem jeder Katzenhalter eine Meinung hat. Lesen Sie hier, welche Vor- und Nachteile Trocken- und Nassfutter haben.

Was ist besser für die Katze: Nass- oder Trockenfutter?© FurryFritz-stock.adobe.com

Früher haben Katzen ihr Futter noch selbst gejagt und sich durch die Jagd auf Mäuse mit viel hochwertigem Eiweiß, Fett und wenig Kohlenhydraten versorgt. Auch einen großen Teil der täglich benötigten Flüssigkeit haben sie durch ihre Beute aufgenommen. Heute sind die meisten Katzen auf das Fertigfutter der Menschen angewiesen. Das besteht zu einem weitaus höheren Teil aus Kohlenhydraten und aus weniger Eiweiß als die üblichen Beutetiere.

Übergewicht durch Trockenfutter

Da Katzen das Fertigfutter heute meist bequem im Napf serviert wird, folgt daraus oft Übergewicht und als Folgeerscheinung davon Diabetes mellitus. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Übergewicht aufgrund von einem zu hohen Fett- oder Kohlenhydrate-Gehalt entstanden ist. Für die Ernährung von Katzen, die an Diabetes leiden, ist Trockenfutter nicht geeignet.

Der Grund für Übergewicht bei Katzen ist häufig das Trockenfutter: Das Risiko, dass eine Katze Übergewicht entwickelt, ist mit energiedichtem Trockenfutter, das frei zur Verfügung steht, deutlich erhöht. Eine Katze, die durchschnittlich zehn Kroketten pro Tag mehr frisst, als ihrem Bedarf entspricht, nimmt in einem Jahr zwölf Prozent an Gewicht zu. Nassfutter hat im Gegensatz dazu einen geringeren Kohlenhydrathegehalt.

Flüssigkeit über das Katzenfutter

Der Flüssigkeitsgehalt von Nassfutter entspricht dem der natürlichen Beute von Katzen. Somit wird Nassfutter in diesem Aspekt den Grundbedürfnissen von Katzen gerecht. Bei Trockenfutter sieht das anderes aus: Bei der Fütterung von Trockenfutter müssen Katzen mehr trinken, um die Differenz im Flüssigkeitsgehalt von Trockenfutter zum Wasserbedarf ganz auszugleichen.

Damit steigt für manche Katze auch das Risiko von Kristall- und Steinbildung in den Harnwegen, weil der Harn konzentrierter wird. Mit einem attraktiven und vielfältigen Wasserangebot, zum Beispiel durch Trinkbrunnen, kann das Risiko hierfür jedoch reduziert werden.

Nassfutter enthält viel Flüssigkeit. © yuriygolub-stock.adobe.com

Haltbarkeit von Trocken- und Nassfutter

Neben den Inhaltsstoffen der verschiedenen Futterarten gibt es noch andere wichtige Aspekte zu beachten. Katzen sind nicht wie Hunde für wenige große Mahlzeiten pro Tag ausgerüstet, sondern sie brauchen mehrere kleine Portionen. Feuchtfutter in 25-Gramm Mahlzeiten alle zwei Stunden frisch anzubieten ist jedoch nur in wenigen Haushalten realistisch.

Lässt man es stehen, verdirbt es innerhalb kurzer Zeit und ist für die Katze nicht mehr ansprechend. Trockenfutter hingegen bleibt auch nach Stunden noch attraktiv und bietet der Katze die Möglichkeit, viele kleine Mahlzeiten aufzunehmen.

Achtung: Trockenfutter richtig füttern

Nur weil sich Trockenfutter gut hält, heißt das nicht, dass es für die Katze immer verfügbar sein darf! Denn wenn der Trockenfutter-Napf den ganzen Tag über gefüllt ist und die Katze sich bedienen kann, wann sie will, folgt daraus schnell das gefährliche Übergewicht. Es ist deshalb wichtig, dass nie mehr Trockenfutter gefüttert wird, als der tägliche Kalorienbedarf der Katze erlaubt.

Werden zusätzlich Nassfutter oder Leckerlis gefüttert, muss die Trockenfuttermenge unbedingt dementsprechend reduziert werden! Das heißt auch: Wenn die Katze ihre tägliche Trockenfutter-Ration schon nach kurzer Zeit aufgefressen hat, bleibt der Napf leer!

Am besten ist es jedoch, wenn die Katze Trockenfutter ausschließlich als „Arbeitsessen“ bekommt und es nicht im Napf zur Verfügung steht. Das heißt, sie hat zwar immer die Möglichkeit zu fressen, aber sie muss Zeit und Arbeit investieren, um an das Futter zu kommen, zum Beispiel wenn es in einem Schnüffelkissen, Futterbällen oder Intelligenzspielzeugen versteckt ist. So lassen sich Trocken- und Nassfutter gut miteinander kombinieren.

Eine gute Möglichkeit: Trockenfutter als Arbeitsfutter. © mariellame-stock.adobe.com

Nass- und Trockenfutter: Pro und Contra

Zusammengefasst ergeben sich für die verschiedenen Futtersorten folgende Vor- und Nachteile:

Trockenfutter für Katzen:

  • + verdirbt nicht
  • + kann einfach als Arbeitsessen in Fummelbrettern und Food Puzzles angeboten werden
  • + minimiert den Zahnbelag
  • - Energiedichte erhöht Risiko für Übergewicht
  • - höherer Kohlenhydratgehalt
  • - geringere Wasseraufnahme durch das Futter

Nassfutter für Katzen:

  • + entspricht im Flüssigkeitsgehalt natürlicher Beute
  • + Kohlenhydratgehalt geringer als im Trockenfutter, aber immer noch höher als in natürlicher Beute
  • - Verderb beginnt ab dem Zeitpunkt des Öffnens einer Packung
  • - mehr Plaquebildung an den Zähnen

Fazit: Nass- und Trockenfutter haben beide Vor- und Nachteile. Es bietet sich daher an, die Futterarten so zu kombinieren, damit von beiden Sorten die Vorteile genutzt werden. Das funktioniert, indem Trockenfutter nicht im Napf, sondern in erster Linie als „Arbeitsfutter“ verwendet wird und der täglich benötigte Kalorienbedarf nicht überschritten wird.

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