Auslöser für plötzliche Attacken von Katzen

Welcher Katzenbesitzer kennt diese Situationen nicht: In dem einen Moment noch ruhig und entspannt, attackiert die Katze den Menschen im nächsten Moment mit ihren Krallen oder stürzt sich wie aus dem Nichts auf die Füße oder Hände. Lesen Sie hier, was die Auslöser für diese plötzlichen Angriffe sein können.

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Plötzliche Angriffe von Katzen haben verschiedene Auslöser. © Garmon-stock.adobe.com

Die Ursachen für plötzliche Krallen- und Beißattacken bei Katzen sind vielfältig. Häufig wollen sie einfach nur spielen, doch die Angriffslust kann auch andere Auslöser haben.

1. Natürlicher Jagdtrieb trifft Langeweile

Wenn Katzen auf die Füße und Hände ihrer Besitzer losgehen, vielleicht während ihrer wilden fünf Minuten, hat das oft mit dem natürlichen Verhalten der Katzen zu tun. Denn Katzen haben von Natur aus einen Jagdtrieb. Hauskatzen können diesen aber nicht mehr so ausleben wie ihre wilden Vorfahren. Als Alternative für die herkömmliche Beute rücken da schnell Füße und Hände des Besitzers ins Visier.

Vor allem wenn Hauskatzen zu wenig beschäftigt sind, kann es zu solchen Attacken kommen. Daher empfiehlt es sich, mehrere Spielrunden täglich einzuplanen. Beim Spiel mit Schnur, Bällen oder Angeln powern sich die Katzen aus und ihr Jagdinstinkt wird befriedigt.

Achtung! Der Auslöser für das Spielen mit Händen und Füßen ist oft der Mensch selbst. Denn wenn verspielte Babykatzen wackelnde Zehen oder Finger „jagen“, finden das die meisten Besitzer noch süß: Sie lassen es zu und wackeln vielleicht sogar absichtlich mit ihren Zehen. So lernt die Katze, dass sie das darf – und nimmt das Verhalten auch ins Erwachsenenalter mit.

Viele Katzen greifen gerne Zehen an, die unter der Bettdecke hervorschauen. Auch das entspricht der Natur der Katze. Denn es erinnert an ein Beutetier, das gerade aus seiner Höhle herausschaut und weckt so den Jagdtrieb der Katze.
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Das Spielen mit Füßen „lernen“ Katzen schon als Babys. © Evdoha-stock.adobe.com

2. Angst als Auslöser für Katzenangriffe

Ein Auslöser für Krallenangriffe bei Katzen kann auch Angst sein. Fühlt sich die Katze bedrängt oder wiegt sich in Gefahr, so sind Krallenangriffe oft eine Reaktion auf dieses Gefühl. Vor allem Tiere, die in der Vergangenheit Erfahrungen mit Gewalt gemacht haben, sind dafür anfällig.

Diese Angst kann zum Beispiel auch entstehen, wenn Fremde das Zuhause der Katze betreten. Damit es gar nicht erst zu Angriffen kommt, empfiehlt sich in solch einer Situation, die Gäste zu beten, die Katze nicht zu beachten. Außerdem sollten Sie der Katze dann Rückzugsmöglichkeiten bieten.

3. Missverständnisse zwischen Mensch und Katze

Wahrscheinlich ist es jedem Katzenhalter schon einmal passiert: Zuerst liegt die Katze entspannt auf dem Schoß und genießt Streicheleinheiten. Doch wie aus dem Nichts entscheidet sie sich um und kratzt oder beißt in die Hand. Diese Situation wird vom Menschen häufig als Stimmungsschwankung der Katze verstanden. Doch tatsächlich handelt es sich dabei oft um Missverständnisse zwischen Katze und Mensch.

Wenn Katzen ihre Besitzer kratzen oder beißen, signalisiert das, dass sie gerade etwas stört. Oft wollen sie dann einfach nicht mehr gestreichelt werden oder sie wurden an der falschen Stelle berührt. Gerade der Bauch ist eine sehr sensible Stelle bei Katzen.

Bevor die Katze tatsächlich zuschlägt, signalisiert sie ihre Missstimmung in der Regel jedoch schon anders. Sie legt zum Beispiel ihre Ohren zurück, zuckt mit ihrem Schwanz oder betrachtet die Hand des Menschen argwöhnisch. Das soll heißen: „Ich will das nicht mehr“. Menschen übersehen diese Anzeichen jedoch oft. Der Krallenangriff oder der Biss in den Unterarm erscheint dem Menschen dann plötzlich, für die Katze hingegen war er angekündigt.

Achten Sie deshalb genau auf die Mimik und die Körpersprache Ihrer Katze und respektieren Sie diese auch.
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Mit einer abwehrenden Haltung und zurückgelegten Ohren warnen Katzen vor einem Angriff. © chendongshan-stock.adobe.com

4. Schmerzen als Auslöser für Angriffe

Ein gefährlicher Grund für plötzliche Krallen-Attacken von Katzen sind Schmerzen. Katzen sind sehr gut darin, ihre Schmerzen zu ignorieren und sie vor ihren Besitzern zu verstecken. Werden die Beschwerden aber zu stark, so können sie sich auch in Form von Aggressionen zeigen. Vor allem, wenn Sie den betroffenen Körperteil aus Versehen berühren, kann die Katze darauf mit plötzlichen Krallenangriffen reagieren.

Meist merkt man als Katzenbesitzer schnell, ob es sich bei den Angriffen seiner Katze um eine spielerische oder eine aggressive Tat handelt. Kommen Ihnen die Attacken Ihrer Katze ungewöhnlich und tatsächlich aggressiv vor, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, damit die Katze auf mögliche Krankheiten untersucht werden kann.

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Ein Auslöser für Katzenangriffe können Schmerzen sein. © Pavlo-stock.adobe.com

Richtig umgehen mit Katzen-Attacken

Wenn Ihre Katze Sie spielerisch angreift und Ihnen das nicht gefällt, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Keine Gewalt anwenden! Das ist keine Lösung und stört die Beziehung zu Ihrer Katze. Ein bestimmendes „Nein“ verstehen Katzen oft besser, als man denkt.
  • Lassen Sie sich nicht provozieren und ignorieren Sie die Katze im Zweifelsfall, bis sie sich wieder beruhigt hat.
  • Vermeiden Sie laute Worte, Strafen und aufgeregtes Anschreien.
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