Körper- und Lautsprache von Chinchillas

Für den richtigen Umgang mit Ihren Chinchillas ist es wichtig, dass Sie ihre Verhaltensweisen kennen und verstehen. Chinchillas sind zwar sehr intelligent, erziehen lassen sie sich jedoch nur mit Mühe. Erfahren Sie hier alles rund um die Körper- und Lautsprache von Chinchillas.

Chinchillas drücken sich durch ihre Körper- und Lautsprache aus.
Chinchillas drücken sich durch ihre Körper- und Lautsprache aus. © brszattila-stock.adobe.com

Chinchillas werden erstseit wenigen Jahrzehnten gezüchtet und offiziell immer noch als Wildtiere bezeichnet. Ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten unterscheiden sich kaum von den frei lebenden Artgenossen. So sind Chinchillas noch immer Tiere, die sich nur in einer Gruppe wohlfühlen und in der Dämmerung aktiv werden. Dann wollen Sie laufen, springen und gieren nach Abwechslung. Chinchillas können gut riechen und hören. Besonders hilfreich sind ihnen außerdem die langen Tasthaare, mit denen sie ihre Umgebung erkunden.

Sie als Chinchilla-Besitzer müssen lernen zu verstehen, wie die Verhaltensweisen Ihrer Tiere zu deuten sind. Denn nur dann können Sie sie verstehen und merken sofort, wenn einmal etwas nicht stimmt. Verändert sich das Verhalten plötzlich, kann dies oftmals ein erstes Anzeichen für eine Krankheit sein. Chinchillas drücken sich zum einen durch Körper-, zum anderen durch Lautsprache aus.

Die Körpersprache von Chinchillas

Anhand ihrer Körpersprache lässt sich erkennen, wie sich Chinchillas gerade fühlen oder was sie mitteilen wollen. Es ist deshalb wichtig folgende Verhaltensweisen zu erkennen:

  • Das Chinchilla quetscht sich in eine Ecke: Dieses Tier hat große Angst. Sprechen Sie ruhig mit Ihm und warten Sie bis es sich wieder beruhigt hat.
  • Das Chinchilla hüpft und springt durch die Wohnung: Dem Tier geht es bestens. Es fühlt sich wohl und ist ausgelassen.
  • Das Chinchilla richtet sich auf den Hinterbeinen auf: In dieser Haltung hat das Tier einen bessern Überblick. Es ist aufmerksam und konzentriert.
  • Das Chinchilla steht auf den Hinterbeinen und spritzt Urin: Wenn sich das Tier bedrängt fühlt, versucht es, potenzielle Feinde mit Urin abzuwehren.
  • Zwei Chinchillas beschnuppern sich: Fremde Artgenossen werden mit der Nase begrüßt. So stellen die Tiere fest, ob sie sich "gut riechen" können.
  • Das Chinchilla beißt: Alles, was Chinchillas vor die Nase kommt, wird auf Fressbarkeit geprüft. Auch Ihr Finger, wenn Sie ihn in den Käfig stecken. Dieser Probebiss ist ganz natürlich und heißt nicht, dass das Tier bissig ist.

Das Beschnuppern dient bei Chinchillas als Begrüßung.  © yevgeniy11-stock.adobe.com

Die Lautsprache von Chinchillas

Auch anhand ihrer Laute können Chinchillas kommunizieren. In erster Linie dient die Lautsprache der Kommunikation der Tiere untereinander, jedoch können so durchaus auch Menschen verstehen, wie sich ein Chinchilla gerade fühlt.

  • Fiepen: Besonders Jungtiere "unterhalten" sich viel mit leisen, fiependen Tönen. Auch bei älteren Tieren kann man diese Laute noch hören.
  • Quietschen: Mit Bissen testet das Chinchilla-Weibchen ob ihre Sprösslinge lebensfähig sind. Gesunde Babys beantworten die Bisse mit einem lauten Quietschen. Würden sie diesen Laut nicht von sich geben, würde die Mutter sie gleich töten.
  • Quäken: Ältere Jungtiere geben ihren erwachsenen Artgenossen mit einem quäkenden Protestschrei zu verstehen, dass sie sich bedrängt fühlen. Damit sagen sie "Tu mir bitte nichts".
  • Bellen: Durch einen hustenartigen Laut, der fast wie ein Bellen klingt, äußert das Chinchilla Unmut. Vielleicht hat es sich über Sie oder einen Artgenossen geärgert.
  • Grunzen: Durch Grunzen bestätigt sich ein Chinchilla-Pärchen die gegenseitige Zuneigung und Zusammengehörigkeit.
  • Schreien: Mit einem schrillen Schrei warnt das Chinchilla seine Artgenossen bei drohender Gefahr. Ungewohnte Geräusche beispielsweise können ein Chinchilla so ängstigen, dass es einen Warnschrei ausstößt.

Können Chinchillas stubenrein werden?

Im Käfig lassen Chinchillas ihren Kot in der Regel dort fallen, wo sie gerade sind. Das heißt nicht, dass diese Tiere unsauber wären. Sie sind ihren wilden Vorfahren noch sehr ähnlich und können ihr "Geschäftchen" nur schwer kontrollieren. Für den Urin suchen sich jedoch viele Chinchillas eine bestimmte Ecke im Käfig.

Ein Chinchilla außerhalb des Käfigszur Stubenreinheit zu erziehen, ist sehr schwierig. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Stellen Sie ein Katzenklo in eine Ecke des Raumes, in dem sich Ihre Tiere aufhalten. Geben Siesaubere Einstreu hinein und streuen Sie etwas beschmutzte Streu darüber, damit Ihre Chinchillas den Ort als Toilette erkennen. Wenn Sie merken, dass eines Ihrer Chinchillas mal muss, nehmen Sie es vorsichtig hoch und setzen es in das Katzenklo. Mit etwas Glück hatten Sie den richtigen Riecher und das Chinchilla verrichtet sein Geschäft dort. Loben Sie es ausgiebig und belohnen Sie es mit einem Leckerbissen. Vielleicht sucht das Chinchilla die Toilette nach einigen Tagen von selbst auf.

Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Chinchillas nicht stubenrein werden. Die kleinen, trockenen Köttel lassen sich leicht aufsaugen, und Urin wird meist im Käfig abgesetzt. Bringen Sie vorsichtshalber wertvolle Teppiche in Sicherheit.

Schreien Sie Ihre Chinchillas niemals an und versetzen Sie ihnen niemals einen Klaps, wenn etwas danebengeht. Damit verängstigen Sie die Tiere nur, denn sie werden diese "Erziehungsmaßnahme" nicht als solche verstehen.

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