Ernährung von Kaninchen

Haben Sie sich für Kaninchen als neue Familienmitglieder entschieden, so ist neben der Einrichtung des Geheges auch die Futterplanung wichtig. Lesen Sie hier, was Sie bei der Ernährung von Kaninchen beachten müssen.

Was dürfen Kaninchen fressen?© cuhle-fotos-stock.adobe.com

Eine gesunde Kaninchenernährung soll sich am natürlichen Futterspektrum von Wildkaninchen orientieren. Hier stehen Gräser, Kräuter, Gemüsepflanzen und Wurzeln auf dem täglichen Speiseplan. Sowohl Wild- als auch Hauskaninchen ernähren sich sehr rohfaserreich, nehmen aber wenig Fett und Proteine zu sich. Das rohfaserreiche Futter sorgt dafür, dass die Nahrung aus dem Magen in den Darm transportiert wird.

Heu für Kaninchen

Rohfaserreiches Futter ist für Kaninchen wichtig für die ständig nachwachsenden Backenzähne, die durch das Zermahlen von Gräsern und Kräutern abgenutzt werden. In der Heimtierhaltung bildet daher hochwertiges Heu das Hauptfutter von Kaninchen. Es enthält etwa 25 % Rohfaseranteile und muss den Tieren zur freien Verfügung stehen. Kaninchen nehmen täglich nämlich etwa 80 kleine Mahlzeiten zu sich.

Auf folgende Aspekte sollten Sie beim Füttern von Heu achten:

  • Das Heu muss eine grünliche Farbe haben.
  • Das Heu sollte aromatisch duften.
  • Staubiges, muffiges oder gelbliches Heu sollte nicht verfüttert werden.

Am meisten Nährstoffe und Rohfaser enthält Heu des ersten Schnitts. Es ist auch meist grober als Heu vom zweiten Schnitt und wird von Kaninchen besonders gerne gefressen. Zusätzlich zum Heu können kleine Mengen getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten (z.B. Löwenzahn, Brennnessel, Spitzwegerich etc.) verfüttert werden.

Trockenfutter für Kaninchen

Die Meinungen, ob Kaninchen Trockenfutter benötigen oder nicht, gehen stark auseinander. Einige Kaninchenhalter verzichten völlig auf die Gabe von Trockenfutter und ernähren ihre Tiere ausschließlich mit Heu und Frischfutter (Gemüse, Obst, Gräser und Kräuter). Bei ausgewachsenen, gesunden und abwechslungsreich ernährten Kaninchen ist diese Fütterung durchaus zu empfehlen.

Falls Sie nicht auf Trockenfutter verzichten möchten, sollten Sie Ihren Langohren kleine Mengen Pellets anbieten. Hierbei handelt es sich um gepresstes Futter, das hauptsächlich aus Gräsern und Kräutern bestehen sollte und mindestens 17% Rohfaser enthält.

Das Kaninchenfutter sollte folgende Komponenten grundsätzlich nicht enthalten:

  • Getreide
  • Melasse
  • Zucker
  • Honig
  • Milch
  • Eier
  • Nüsse
  • Kerne

Buntes Mischfutter für Kaninchen, das vielfach im Handel angeboten wird, enthält einige dieser Bestandteile und ist daher nicht artgerecht!

Frischfutter für Kaninchen

Neben Heu und frischem Trinkwasser ist Frischfutter (Gemüse, Obst, Gräser und Kräuter) einer der wichtigsten Bestandteile der gesunden Kaninchenernährung. Kaninchen sollte täglich Frischfutter angeboten werden. Es liefert den Kaninchen:

  • wichtige Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Kohlenhydrate
  • Rohprotein (Eiweiß)
  • Fette

Frischfutter sollte aber wirklich nur frisch und keinesfalls gammelig oder verfault verfüttert werden. Kaninchen, die nicht an frisches Grün oder bestimmte Futtersorten gewöhnt sind, werden langsam auf ihr neues Futter umgestellt.

Vorsicht: Zu schnelle Umstellungen des Frisch- oder Trockenfutters führen häufig zu Magen-Darmproblemen wie Durchfall und Verstopfungen und können lebensbedrohlich sein. Testen Sie vorsichtig, welche Obst-, Gemüse- und Kräutersorten Ihre Kaninchen mögen und gut vertragen. Wenn Sie merken, dass eines Ihre Kaninchen auf bestimmte Frischfuttersorten empfindlich reagieren, verfüttern Sie besser etwas anderes.

Frischfutter ist wichtig für Kaninchen. © Pixabay/ Thomas_G
Achtung: Einige Lebensmittel oder Futterbestandteile sind für Kaninchen nur schlecht verträglich oder gar giftig! Auch viele Zimmer-, Garten- und Wildpflanzen sind giftig für Kaninchen und können sogar zum Tod führen. Informieren Sie sich daher genau, was Ihr Kaninchen fressen darf und was nicht!
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