Kaninchen artgerecht füttern

Kaninchenfutter: Das dürfen Kaninchen nicht fressen

Kaninchen artgerecht zu füttern, ist nicht so einfach wie es scheint: im Zoofachhandel gibt es ein großes Angebot an verschiedenen Leckerlis – und zwar in allen Farben und Variationen. Doch manche Zusätze schaden Ihrem Kaninchen mehr als sie nützen. Lesen Sie hier, welches Futter Sie unbedingt vermeiden sollten.

Nicht jedes Kaninchenfutter sollten Kaninchen fressen
Bei der Fütterung von Kaninchen gibt es einiges zu beachten.© photocreo Bednarek – stock.adobe.com

Jedes Kaninchengehege muss über mindestens eine Heuraufe verfügen, weil frisches Heu das Hauptfutter für Kaninchen bildet. Zu einer artgerechten Ernährung gehört aber auch Frischfutter und Trockenfutter.

Dabei sollte sich das Nahrungsspektrum am natürlichen Futterspektrum von Wildkaninchen orientieren:

Ein wesentlicher Bestandteil der gesunden Kaninchenernährung sind Obst und Gemüse, wie Paprika oder Karotten.

Unverträgliche Gemüse- und Obstsorten für Kaninchen 

Einige Gemüse- und Obstsorten sowie Hülsenfrüchte sind aber grundsätzlich unverträglich für Kaninchen und sollten vom Futterplan verbannt werden.

Dazu zählen:

  • Zwiebelgewächse
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen)
  • exotische Früchte (z.B. Mangos, Papaya, Litschi etc.)
  • Avocados

Über eine frische Karotte freut sich jedes Kaninchen!   © hetwig – stock.adobe.com 

Ungesunde Snacks: Knabberstangen, Joghurtdrops und andere Leckerlis

Knabberstangen und Kräcker aus dem Zoofachhandel enthalten u.a. Getreide, Honig und Nüsse und sollen angeblich dem Nagebedürfnis gerecht werden und dem Zahnabrieb dienen. Dies trifft aber nicht zu! Daher sollten Sie Ihr Kaninchen lieber nicht damit füttern.

Denn Futterbestandteile wie Getreide und Nüsse machen Ihr Kaninchen krank: Kaninchenfutter mit diesen Bestandteilen führt zu Übergewicht und schweren Störungen des Magen- / Darmtrakts.

Tipp: Regelmäßiger Zahnabrieb durch intensives Mahlen der Backenzähne ist wichtig für die Zahngesundheit Ihres Kaninchens. Um eine ausreichende Zahnabnutzung zu gewährleisten, Bieten Sie Ihrem Kaninchen rohfaserreiches Kaninchenfutter wie Heu und Grünfutter an. Nur so gewährleisten Sie eine ausreichende Zahnabnutzung.

Weitere Snacks, die Sie besser vom Futterplan Ihrer Kaninchen streichen, enthalten üblicherweise diese Bestandteile:

  • Getreide
  • Zucker
  • Honig
  • Bäckerei-Nebenerzeugnisse
  • Milch- und Molkerei-Erzeugnisse
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse
  • Nüsse

Brot ist unverträglich für Kaninchen

Hartes (getrocknetes) Brot wird Kaninchen häufig als Leckerbissen angeboten. Damit sollten Sie Ihre Kaninchen aber besser nicht füttern. Brot ist für die Tiere schwer verdaulich und hat keinen Nutzen für den Zahnabrieb.

Alternative: Anstatt hartes Brot bieten Sie Ihrem Kaninchen lieber frische Zweige mit Blättern an (z.B. von Apfel, Birne, Haselnuss, Johannis- und Heidelbeere). Ihr Kaninchen wird gern daran knabbern. So fördern Sie auf gesunde Weise den Zahnabrieb.

Auch Salzleck- und Kalksteine sind bei einer gesunden Ernährung von Kaninchen nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Die Tiere nehmen durch die Zusätze viel zu viele Mineralien zu sich. Durch die Überversorgung kann es z.B. zu Nierenproblemen, Harnsteinbildung und anderen Krankheiten bei Kaninchen kommen.

Solche Salzlecksteine haben im Kaninchengehege nichts zu suchen! © Katerina Mirus – stock.adobe.com 

Fazit: Das dürfen Kaninchen nicht fressen

  • Kaninchenfutter und Leckerli, die u.a. Getreide, Honig und Nüsse enthalten, sollten Sie nicht an Kaninchen verfüttern.
  • Knabberstangen und andere Snacks nutzen nicht dem Zahnabrieb, wie oft von der Futtermittelindustrie propagiert, sondern schaden vielmehr der Gesundheit Ihrer Kaninchen.
  • Auch getrocknetes Brot ist für Ihre Kaninchen schwer verdaulich.
  • Ebenso sind etliches Gemüse und Obst (Zwiebelgewächse, exotisches Obst, Avocado) sowie einige Hülsenfrüchte (Bohne, Erbsen, Linsen) nicht geeignet als Kaninchenfutter, sondern sind grundsätzlich unverträglich für Kaninchen.
  • Salzlecksteine und Kalksteine sollten Sie bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung ebenfalls meiden.
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