Handaufzucht von Kaninchen

Was kann getan werden, um verwaiste Kaninchenbabys am Leben zu erhalten? In einem solchen Notfall müssen die Jungtiere mit der Flasche groß gezogen werden. Erfahren Sie hier alles, was Sie rund um die Handaudzucht von Kaninchen wissen müssen.

Verwaiste Kaninchenbabys benötigen eine Handaufzucht.
Verwaiste Kaninchenbabys benötigen eine Handaufzucht. © Shutterstock/Antonia Giroux

Hin und wieder kommt es vor, dass die Kaninchenmutter nach der Geburt der Jungen erkrankt oder gar stirbt. Ebenso kann es passieren, dass die Häsin so jung ist, dass sie mit ihrer Mutterrolle überfordert ist. Für den Nachwuchs bedeutet dies, dass sie nicht von ihrer Mutter gesäugt werden können.

Alternative zur Handaufzucht von Kaninchen

Wenn Ihre Häsin ihren Nachwuchs nicht säugen kann, empfielt es sich, zunächst zu versuchen, eine andere säugende Häsin als Amme zu finden. Eventuell akzeptiert die Häsin den Nachwuchs als ihren eigenen. Ist dies nicht möglich, müssen die Jungtiere mit der Hand aufgezogen werden.

In einigen Kaninchenschutzorganisationen gibt es Ansprechpersonen, die Erfahrung mit Handaufzuchten haben. Sicherlich finden Sie auch im Internet Tierschützer in Ihrer Nähe, die Ihnen und dem Kaninchennachwuchs helfen können. Wenn nicht, ist es wichtig, dass Sie sich selbst um den verwaisten Nachwuchs kümmern. In jedem Fall müssen die Babys schnellstmöglich mit einer Ersatzmilch versorgt werden.

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Die Handaufzucht von Kaninchen gelingt mit Katzenaufzuchtmilch. ©Shutterstock/ noypb

So funktioniert die Handaufzucht von Kaninchen

Als Nahrung für kleine Kaninchen nicht geeignet sind Kuh- oder Dosenmilch. Gut verträglich hingegen ist Katzenaufzuchtmilch, die im Zoofachhandel in Pulverform erhältlich ist. Das Milchpulver wird im Verhältnis 1:2 mit lauwarmen Fencheltee oder Wasser angerührt. Um Verdauungsbeschwerden und Blähungen vorzubeugen, kann der Ersatzmilch einige Tropfen Sab Simplex (aus der Humanmedizin) beigemischt werden.

Die angerührte Milch wird mit Hilfe einer 1-ml-Spritze (ohne Nadel), einer Pipette oder eines kleinen Gummisaugers aus dem Zoofachhandel verfüttert. Hierbei darf keinesfalls Flüssigkeit in Nase oder Lunge der Kaninhen gelangen. Bei der Handaufzucht sind kleine Mahlzeiten von jeweils etwa 1 ml im Zweistundentakt sinnvoll. Ab einem Alter von über einer Woche können die Fütterungsintervalle auf vier bis fünf Stunden ausgedehnt werden. Nach jeder Mahlzeit muss den Kaninchen vorsichtig der Bauch (in Richtung After) massiert werden. Dies ist wichtig, damit die Jungen Kot und Urin absetzen können und keine Blähungen bekommen. Ab der dritten bis  vierten Lebenswoche wird die Ernährung der Kaninchen langsam auf Grünfutter umgestellt.

Damit die Jungtiere nicht auskühlen, benötigen sie ein wärmendes Nest. Um das Nest warm zu halten, kann eine Wärmflasche mit handwarmen Wasser und mehreren Handtüchern darunter gelegt werden. 

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