So gewöhnen Sie Ratten an ein neues Zuhause

Sollen Farbratten Ihre neuen Haustiere werden, gibt es einiges zu beachten, wenn die Ratten auch zahm werden sollen. Unsere Tipps und Tricks verraten Ihnen, wie die Eingewöhnung von Ratten am besten klappt und Ihre Ratten ohne Stress zu zahmen Haustieren werden!

Ratten zahm machen Eingewöhnung Vertrauen
So schaffen Sie zu Ihrer neuen Ratte Vertrauen.© shutterstock.com/Suvorova Alexandra

Wenn Sie Farbratten bei sich einziehen lassen, sollten Sie sich bereits vor der Anschaffung genaustens über eine artgerechte Haltung der Tiere informieren. Ist dann schließlich auch klar, woher Sie die Ratten bekommen, ist es wichtig zu wissen, wie die Ratten ihr neues Zuhause und auch ihren neuen Besitzer möglichst stressfrei und angenehm kennenlernen können. Damit Ihre Ratten schließlich Vertrauen zu Ihnen aufbauen können, müssen Sie sich an einige grundlegende Regeln halten.

Wenn Sie Ihre Ratten abholen

Schon beim Abholen können Sie Ihre Beziehung zu den Ratten beeinflussen: Sorgen Sie für einen möglichst stressfreien Transport, erleben Ihre neuen Ratten den Umzug als weniger belastend. Mit einer gut belüfteten und zugleich zugluftsicheren Transportboxaus Kunststoff, können Sie die Ratten mit nach Hause nehmen. Die Box sollte mit alten Tüchern und Unterschlupfmöglichkeiten ausgestattet sein.

Bei längeren Fahrten geben Sie den Tieren etwas Saftfutter, ein Stück Gurke oder Melone eignet sich hervorragend dafür. Der Transport sollte so wenig Zeit wie möglich in Anspruch nehmen. Zuhause angekommen, stellen Sie die Transportbox in oder vor das bereits eingerichtete Gehege.

In der Transportbox ist die Ratte sicher unterwegs.     ©shutterstock.com/Shaganart

Die ersten Tage im neuen Rattenheim

Die Ratten müssen ihr neues Gehege selbstständig erkunden können – sie dürfen nicht durch Greifen oder Hochheben zusätzlich gestresst werden! Ein Umzug in eine unbekannte Umgebung ist für Ratten belastend – geben Sie Ihnen viel Zeit, sich an das neue Heim zu gewöhnen. In den ersten Tagen sollten Sie die Ratten in Ruhe lassen und sie lediglich mit Futter und Wasser versorgen.

Gerade während der Zeit der Eingewöhnung ist es wichtig, dass es in der Nähe des Rattengeheges ruhig und ohne Hektik zugeht. Abrupte und schnelle Bewegungen schüchtern die Tiere ein. Vermeiden Sie Lärm durch Staubsaugen, Musik oder Geschrei – die ohnehin gestressten Ratten werden dadurch verängstigt.

Die Ratten inspizieren das neue Gehege genau.     ©shutterstock.com/Kirill Kurashov

Erstes Kennenlernen mit den Ratten

Nach ca. zwei bis drei Tagen beginnen Sie damit, zu Ihren Ratten Kontakt aufzunehmen. Zunächst sollten Sie sich lediglich neben das Rattengehege setzen und Ihren Nagern beruhigend zureden. Im zweiten Schritt können Sie schließlich Ihre Hand oder Ihren Arm in das Gehege legen: Die neugierigen Ratten werden (nach anfänglicher Scheu) sicherlich damit anfangen, Sie zu beschnuppern.

In der ersten Kennenlernphase können Sie Ihren Tieren einige Leckerbissen aus der Hand füttern. Anschließend können Sie versuchen, die Tiere vorsichtig an der Seite zu streicheln. Doch Vorsicht: Falls Ihre Ratten Ihnen in den Finger beißen, heißt das lediglich, dass Ihre Hand noch nach den Leckereien riecht. Damit dir Ratten Ihre Finger nicht mit Futter verwechselt, waschen Sie sich Ihre Hände am besten vor und nach der Fütterung.

Vermeiden Sie es unbedingt, die Tiere von oben zu greifen: Ratten nehmen Sie so als Beutegreifer wahr und flüchten instinktiv! Auch das Hochheben der Ratten ist am Anfang noch tabu. Wenn die Nager Ihnen bereits etwas vertrauen, klettern sie schließlich freiwillig auf Ihre Handfläche und bleiben dort auch gerne sitzen.

Vorsichtig wagt sich die Ratte heran.     ©adobestock.com/Mary Swift

Ratten hochheben – So geht es richtig

Hat Ihre Ratte so viel Vertrauen aufgebaut, dass sie auf der Hand sitzen bleibt, können Sie sie langsam hochheben. Aber Vorsicht: Ratten sind sehr flink und können schnell wieder von Ihrer Hand springen. Umfassen Sie die Ratte anfangs vollständig mit Ihren Händen. Wenn Sie geübter im Umgang mit den Ratten sind, greifen Sie sie mit der einen Hand um die Brust und stützen sie mit der anderen Hand am Hinterteil ab. Achtung: Ratten dürfen niemals im Nackenfell oder am Schwanz gepackt werden!

Auch im Pullover bzw. Ärmel sitzen die Ratten gerne – genauso können Sie manche Ratten auf der Schulter tragen. Aber Vorsicht: Erschrecken die Ratten, laufen Sie los und könnten hinunterfallen! Bleiben Sie anfangs immer in der Nähe des Geheges. Erst wenn die Ratte sicher auf Ihrer Schulter sitzen bleibt, kann sie durch die Wohnung getragen werden.

Mit dem Freilauf der Ratten warten Sie am besten ab, bis die Ratten so zutraulich sind, dass sie freiwillig auf Ihre Hand kommen und problemlos getragen werden können. Das Einfangen darf keinesfalls in einer wilden Hetzjagd enden: Das Jagen stresst die Ratten und zerstört bereits gefasstes Vertrauen!

Manche Ratten lassen sich auf der Schulter tragen.      ©shutterstock.com/Sk Elena

Bindung zu Ratten aufbauen – Schritt für Schritt

1. Zeit lassen

Ihre neuen Haustiere brauchen Zeit, um die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Lassen Sie die Ratten nach der Ankunft im neuen Zuhause unbedingt zwei bis drei Tage in Ruhe, bevor Sie die Tiere bewusst auf sich aufmerksam machen.

2. Beruhigend zureden

Wenn Sie Kontakt zu den Ratten aufbauen möchten, sollten Sie zuerst Ihre Stimme einsetzen. Indem Sie sich neben den Käfig in Sichtweite hinsetzen und mit den Tieren ruhig und entspannt reden, gewöhnen sich die Ratten an Ihre Stimme.

3. Erste Annäherung

Die Ratten haben Sie jetzt wahrgenommen. Sie können nun Ihren Arm oder Ihre Hand in den Käfig legen. Ratten sind neugierig – sie werden bestimmt kommen, um Sie zu beschnuppern. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn die Ratten vorerst scheu reagieren – mit der Zeit wird sich ihre Unsicherheit besetimmt legen.

4. Fütterung aus nächster Nähe

Ihre Ratten wissen jetzt, wie sich Ihre Stimme anhört und kennen Ihren Körpergeruch. Jetzt können Sie versuchen, die Ratten aus der Hand zu füttern. So kommen Sie den Ratten langsam aber sicher näher!

5. Vorsichtiger Körperkontakt

Vorerst versuchen Sie, Ihre Ratten zu streicheln. Weichen sie Ihnen aus, dürfen Sie sie nicht bedrängen! Versuchen Sie es einfach später erneut. Beim ersten Körperkontakt sollten Sie unbedingt darauf verzichten, die Ratten hochzuheben.

6. Ratten richtig hochheben

Lassen sich die Ratten gelassen streicheln, legen Sie Ihre Hand in den Käfig. Kommen die Ratten freiwillig und verweilen auch gerne längere Zeit darauf, können Sie Ihre Hand anheben: Umschließen Sie anfangs die Ratte noch, um Ihr Schutz zu bieten. Wenn Sie und Ihre Ratte geübter sind: Halten Sie Ihre Ratte mit einer Hand an der Brust und mit der anderen am Hinterteil – so kann Ihre Ratte sicher getragen werden!

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