Haltung von Schafen

Schafe sind Bewegungstiere und brauchen Platz. Doch welche Vor- und Nachteile hat die Haltung auf der Umtrieb- oder Standweide und wie lassen sich die Tiere am besten vor Nässe und Kälte schützen? Hier erfahren Sie alles zur Haltung von Schafen.

Schaf Haltung
Weidehaltung, Unterstand oder Stall?© littlewolf1989-stock.adobe.com

Das romantische Bild vom Schäfer, der mit seiner Herde über Land zieht, entspricht zwar der artgemäßen Haltung von Schafen im besten Sinne, macht aber tatsächlich nur einen geringen Anteil an Schafhaltungen hierzulande aus. Es ist aber auch möglich, Schafe anders artgerecht zu halten. Wichtig ist in jedem Fall der Zugang zu einer großen Weide.

Weidehaltung von Schafen

Schafe sind Bewegungstiere und brauchen viel Platz. Die Haltung auf einer weitläufigen Weide, wo sie ihr Futter suchen und ihrem Bewegungsbedürfnis nachkommen können, entspricht ihren artgemäßen Ansprüchen.

Schafe sind recht genügsam und können als Wiederkäuer auch karges Futter noch gut verwerten. Allerdings muss der Nährstoffbedarf mit der Futtermenge, die ein Schaf pro Tag aufnimmt (etwa zehn Kilogramm Gras), ausreichend gedeckt sein. Je nach Qualität der Weide rechnet man etwa mit einem Hektar für sieben Mutterschafe mit ihren Lämmern. Ist das Futter von minderer Qualität, kann dies entweder durch eine geringere Anzahl an Schafe oder mehr Platz ausgeglichen werden.

Standweide für Schafe

Bei der Standweide steht den Schafen die gesamte Weidefläche zur Verfügung. Der Unterstand oder Stall ist jederzeit erreichbar. Alles was man benötigt, ist eine Einzäunung.

Allerdings hat diese Form der Beweidung auch Nachteile:

  • Die Weide wird großflächig durch Kot verunreinigt und Endoparasiten haben leichtes Spiel.
  • Es wird viel Futter zertrampelt, weil die Schafe selektiv fressen und sich zuerst die schmackhafteren Gräser und Kräuter aussuchen.
  • Die Pflege der Weidefläche oder die Gewinnung von eigenem Heu ist so nicht möglich.

Umtriebweide für Schafe

Die Umtriebsweide hat eine stabile Außenumzäunung und flexible Innenzäune: Den Schafen wird so immer nur ein kleiner Teil der Weide zum Abgrasen zur Verfügung gestellt. Optimal ist dabei eine Fläche, die die Schafe in maximal einer Woche abgrasen können. Diese Form der Weidehaltung von Schafen hat einige Vorteile:

  • Sie ermöglicht zum einen die Gewinnung von Trockenfutter für die vegetationsarmen Jahreszeiten.
  • Eier und Larven von Endoparasiten sterben durch Sonne und Wärme ab, bevor wieder Schafe auf dem Teilstück weiden.
  • Das selektive Fressen bevorzugter Gräser und Kräuter wird vermieden und das jeweilige Teilstück bestmöglich genutzt. 

Im Frühjahr und Sommer, wenn das Gras schnell nachwächst, werden die Schafe schneller umgetrieben als im Herbst, wenn die Erde längere Ruhephasen zum Nachwachsen des Futters benötigt. Für die Heugewinnung lässt man im Mai/Juni einen Teil der Wiese gar nicht beweiden.

Allerdings ist diese Weidepraxis arbeitsintensiv, da die Schafe regelmäßig umgetrieben und die Innenzäune entsprechend umgesteckt werden müssen.

Schaf Weide
Die Haltung auf einer großen Weide entspricht der artgerechten Haltung von Schafen© Rasmus-stock.adobe.com

Unterstand oder Stall für Schafe

Sehr viele, aber doch nicht alle Schafrassen, eignen sich für eine ganzjährige Weidehaltung. Grundsätzlich muss den Tieren ständig, das heißt im Sommer wie im Winter, ein witterungsfester Unterstand zur Verfügung stehen. Dieser muss...

  • ... entsprechend der Tierzahl ausreichend groß (mindestens zwei Quadratmeter pro Tier)
  • ... zumindest dreiseitig geschlossen sein.

Bleibt eine Längsseite – möglichst die wetterabgewandte Seite – offen, so haben alle Tiere ständig freien Zugang zu dem Unterstand. Sind alle vier Seiten geschlossen, müssen mindestens zwei Durchlässe vorhanden sein, damit auch rangniederen Tieren der Zutritt nicht verwehrt wird.

Schutz vor Nässe und Kälte im Unterstand

Ein trockener, festgestampfter Boden mit einer dicken Stroheinstreu bietet den Schafen ausreichend Schutz gegen Kälte und Nässe. Ein an der Zugangsseite überstehendes Dach schützt den Eingangsbereich ebenfalls vor Nässe, zusätzlich hält eine dicke Schicht Rindenmulch den Stallvorplatz trocken. Stehen die Tiere oft und lange auf nassem Untergrund, entwickelt sich leicht die Moderhinke.

Raufe und Trog im Schaf-Unterstand

Futterraufen mit darunter angebrachten Trögen zum Auffangen heruntergefallenen Raufutters und zur eventuellen Kraftfuttergabe werden zweckmäßig an der hinteren Längswand des Unterstands angebracht. Pro Tier sollte ein halber Meter Raufe und Trog zur Verfügung stehen, um Rangeleien am Futter zu vermeiden.

Die Schafe müssen außerdem ständig Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Es bietet sich an, am Stall oder Unterstand einen separaten oder zumindest leicht abtrennbaren Raum vorzusehen, der für kranke Tiere oder als Ablammbox genutzt werden kann.

Empfindliche Schafsrassen

Müssen empfindliche Rassen in der kalten Jahreszeit in einem soliden Stall gehalten werden, so sollte ihnen zusätzlich zu den Laufflächen im Stall Zutritt zu einem Paddock oder Laufhof gewährt werden, wo sie sich auch im Winter an der frischen Luft bewegen können. Die Durchlässe können relativ klein bemessen und mittels Kunststoffschürzen verhängt werden, um den Wärmeverlust im Stall gering zu halten. Eine Breite von einem halben Meter und eine Höhe von einem Meter sind ausreichend.

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