Pollenallergie und Heuschnupfen bei Katzen

Alle Katzen sind unterschiedlichsten Umweltallergenen ausgesetzt. Doch wie äußert sich eine Allergie gegen Pollen bei Katzen? Wir klären über Symptome und Behandlungswege auf
 
 
Rote Katze bei Freigang © Stock.adobe.com/sora_nus
Auch Katzen können an Heuschnupfen leiden.
Mit dem Frühjahr beginnt die Pollenflugzeit, die für immer mehr Menschen zur Belastung wird. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass 15,6% aller Erwachsenen an Heuschnupfen leidet – Tendenz steigend. Die Betroffenen reagieren auf Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern oder Gräsern. Auch bei Katzen können Blütenpollen allergische Reaktionen auslösen – unabhängig davon, ob es sich um eine Wohnungskatze oder einen Freigänger handelt. 
 

Typische Symptome einer Pollenallergie bei Katzen

Gerade im Frühjahr schwirren viele allergieauslösende Partikel durch die Luft. Diese Allergene können bei empfindlichen Katzen eine Überreaktion des Körpers hervorrufen. Dabei werden an sich harmlose Stoffe vom Immunsystem als bedrohlich eingestuft und entsprechende Abwehrmechanismen eingeleitet, die als allergische Reaktion bezeichnet werden.
 
Während Menschen auf Umweltallergene meist mit Heuschnupfen, geröteten und tränenden Augen sowie Niesanfällen reagieren, zeigt sich bei Katzen meist eine atopische Dermatitis, also eine allergische Hautentzündung.
 
Heuschnupfen zeigt sich bei Katzen durch allergische Hautentzündungen. Leitsymptom einer allergischen Hautentzündung bei Katzen ist Juckreiz. Tränende Augen, häufiges Niesen und eine laufende Nase sind bei Katzen kein Hinweis für eine Pollenallergie!

Bei einer allergischen Hautreaktion beleckt sich die Katze intensiv, vor allem im Gesicht, an den Gliedmaßen und am Bauch. Dadurch wird die Hautbarriere geschädigt, es kommt zu Haarausfall, Entzündungen und Krustenbildung. Die Beschwerden treten bei einer Pollenallergie saisonal auf. Die Veranlagung für eine solche Allergie wird größtenteils vererbt.
 

Pollenallergie bei Katzen kann zu Asthma führen

Katzen sind die einzigen Tiere, die – ähnlich wie der Mensch – an allergischem Asthma leiden können. Dabei lösen die Umweltallergene (hier Pollen) eine Reaktion des Immunsystems aus, bei der sich die Bronchien krampfhaft zusammenziehen. Es kommt zu vermehrter Schleimbildung, Husten sowie akuter Atemnot. Genau wie beim Menschen ist das allergische Asthma bei Katzen eine chronische Erkrankung, die einer lebenslangen Therapie bedarf.
 
Katze kratzt sich
Starker Juckreiz kann durch eine Pollenallergie ausgelöst werden. ©stock.adobe.com/sirins
 

So wird eine Pollenallergie bei Katzen behandelt

Die Suche nach dem auslösenden Allergen erfordert viel Detektivarbeit, ist zeit- und kostenintensiv. Der Tierarzt wird zunächst alle anderen Ursachen für Juckreiz (Parasitenbefall) beziehungsweise Atemwegsbeschwerden (Bronchitis, Lungenentzündung) ausschließen.
 
Liegt der Verdacht auf eine allergische Reaktion nahe, wird mittels einer Blutuntersuchung die Sensibilisierung der Katze gegen bestimmte Allergengruppen gemessen. Im Anschluss erfolgt meist ein Einzelallergennachweis. Gerade wenn eine Katze auf Umweltallergene reagiert, ist eine Kontaktvermeidung nicht so einfach durchführbar.
 
Der Tierarzt wird deswegen in den meisten Fällen eine symptomatische Behandlung, beispielsweise mit Kortison, durchführen, um die Beschwerden der Katze zu lindern. Möglich ist auch eine sogenannte allergenspezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung: Hierbei werden der Katze kleinste Mengen des Allergens in festgelegten Intervallen injiziert und die Dosis langsam gesteigert, damit sich der Körper daran gewöhnen kann.
 

Die 3 besten Behandlungsmethoden bei Pollenallergie der Katze

Leidet die Katze an einer Pollenallergie können diese drei Behandlungsmethoden zur Linderung der Symptome führen:

1. Möglichst wenig Kontakt zum auslösenden Allergen
  • Katze bei starkem Pollenflug nicht nach draußen lassen
  • Lüften nur zu Zeiten mit geringer Pollenflugkonzentration (Stadt: 19–24 Uhr, Land: 6-8 Uhr)
  • häufig Staubsaugen und Staub wischen mit feuchten Tüchern
 
2. Hypersensibilisierung durch den Tierarzt
  • allergieauslösender Stoff wird der Katze in geringen Mengen zugeführt
  • führt auf Dauer zu einer Hypersensibilisierung, sodass der Körper nicht mehr auf das Allergen reagiert
  • Injektionen können auch vom Katzenhalter gegeben werden
 
3. Medikamente gegen Pollenallergie bei Katzen
  • In Rücksprache mit dem Tierarzt können Kortison und Antihistaminika die Symptome der Katze lindern.
 
Achtung: Menschliche Heuschnupfen-Medikamente dürfen der Katze niemals verabreicht werden!

 
Diese Pollen lösen bei Katzen besonders häufig Heuschnupfen aus:

Ambrosia
Geringe Belastung: Mitte Juni bis Anfang August; Ende September bis Ende Oktober
Mittlere Belastung: Mitte August; Mitte bis Ende September
Starke Belastung: Mitte August bis Mitte September
 
Beifuß
Geringe Belastung: Anfang Mai bis Anfang Juli, Ende September bis Ende Oktober
Mittlere Belastung: Anfang Juli bis Ende Juli; Ende August bis Ende September
Starke Belastung: Ende Juli bis Ende September
 
Birke
Geringe Belastung: Anfang Februar bis Ende März; Anfang Juni bis Ende August
Mittlere Belastung: Ende März bis Mitte April; Ende April bis Anfang Juni
Starke Belastung: Mitte bis Ende April
 
Brennnessel
Geringe Belastung: Anfang April bis Mitte Mai; Ende September bis Ende November
Mittlere Belastung: Mitte Mai bis Ende Juni; Ende August bis Ende September
Starke Belastung: Ende Juni bis Ende August
 
Buche
Geringe Belastung: Anfang bis Ende März; Ende Mai bis Mitte Juni
Mittlere Belastung: Anfang April; Ende April bis Mitte Mai
Starke Belastung: Mitte bis Ende April
 
Eiche
Geringe Belastung: Ende Januar bis Mitte April; Anfang Juni bis Mitte Juli
Mittlere Belastung: Mitte bis Ende April; Mitte Mai bis Anfang Juni
Starke Belastung: Ende April bis Mitte Mai
 
Erle
Geringe Belastung: Mitte Dezember bis Anfang Februar; Ende April bis Ende Juni
Mittlere Belastung: Anfang bis Ende Februar; Mitte März bis April
Starke Belastung: Ende Februar bis Mitte März
 
Esche
Geringe Belastung: Mitte Januar bis Mitte März; Mitte Mai bis Mitte Juni
Mittlere Belastung: Mitte März; Anfang April; Ende April bis Mitte Mai
Starke Belastung: April
 
Gräser
Geringe Belastung: Anfang März bis Mitte April; Ende September bis Mitte November
Mittlere Belastung: Ende April bis Ende Mai; Mitte Juli bis Ende September
Starke Belastung: Ende Mai bis Mitte Juli
 
Hainbuche
Geringe Belastung: Anfang Februar bis Ende März; Mitte Mai bis Mitte Juni
Mittlere Belastung: Anfang April; Ende April bis Mitte Mai
Starke Belastung: April
 
Hasel
Geringe Belastung: Mitte Dezember bis Mitte Februar; Mitte April bis Mitte Mai
Mittlere Belastung: Mitte Februar bis Mitte April
Starke Belastung: Ende Februar bis Ende März
 
Kiefer
Geringe Belastung: Mitte März bis Ende April; Anfang Juni bis Mitte September
Mittlere Belastung: Ende April bis Anfang Mai; Ende Mai bis Anfang Juni
Starke Belastung: Mitte bis Ende Mai
 
Pappel
Geringe Belastung: Ende Januar bis Mitte März; Ende April bis Ende Mai
Mittlere Belastung: Mitte März; Mitte bis Ende April
Starke Belastung: Mitte März bis Mitte April
 
Roggen
Geringe Belastung: Ende April bis Ende Mai; Ende Juni bis Mitte September
Mittlere Belastung: Ende Mai und Ende Juni
Starke Belastung: Ende Mai bis Ende Juni
 
Spitzwegerich
Geringe Belastung: Anfang April bis Mitte Mai; Mitte bis Ende September
Mittlere Belastung: Mitte bis Ende Mai; Anfang bis Mitte September
Starke Belastung: Ende Mai bis Mitte August
 
Weide
Geringe Belastung: Ende Januar bis Anfang März; Ende Mai bis Ende Juni
Mittlere Belastung: Anfang bis Mitte März; Ende April bis Mitte Mai
Starke Belastung: Mitte März bis Ende April
 
Katze sitzt in Wiese
Gräserpollen können Heuschnupfen auslösen. ©stock.adobe.com/kassini